O'bohrt is! Tiefbrunnen macht Giesinger Bräu zur Münchner Brauerei

Simulation des neuen Giesinger Bräu Werks, Foto: Aurelis
Foto: Aurelis Visualisierung: Das zweite Werk in Feldmoching - dort entsteht der neue Tiefbrunnen

Feierlicher Start der Tiefbrunnenbohrung im Münchner Norden

(9.10.2019) Schon bald sprudelt Bier von Giesinger Bräu im Münchner Norden: Ein neuer Tiefbrunnen soll frisches städtisches Quellwasser fördern - und der Brauerei damit ermöglichen, original Münchner Bier zu brauen. Der heutige Start der Tiefbrunnenbohrung ist ein entscheidender Schritt für das Unternehmen. München könnte nun seine siebte "echte" Brauerei bekommen...

Ein Großbohrer bahnt sich den Weg zum Münchner Wasser

Gieinger Bräu: Start der Tiefbrunnenbohrung , Foto: Giesinger Bräu
Foto: Giesinger Bräu Start der Tiefbrunnenbohrung mit schwerem Gerät

Schweres Gerät in der Münchner Lerchenau: Heute startete Giesinger Bräu feierlich mit der ersten Tiefbrunnenbohrung. Nach einer 150 Meter tiefen Probebohrung geht diese Woche der Großbohrer erstmals in den Untergrund. Dieser soll den sogenannten Tertiärwasserspiegel der Münchner Schotterebene erreichen. Aus dem im Untergrund gewonnenen Wasser kann Giesinger Bräu dann ein original Münchner Bier brauen. Denn für ein solches braucht es Quellwasser aus dem Münchner Stadtgebiet.

Aber an das begehrte Wasser zu kommen ist gar nicht leicht - unterschiedliche Schichten an Kies, Stein, Lehm, Schlamm und Sand liegen meterweise dazwischen. Beim Presserundgang gaben Giesinger-Bräu-Chef Steffen Marx und Braumeister Simon Rossmann eine Führung durch das neue "Werk 2" und besichtigten die Brunnengrabungsstätte. Im April 2020 soll das "Werk2" in Betrieb gehen.

Münchner Bier soll ab 2020 gebraut werden

Gieinger Bräu: Start der Tiefbrunnenbohrung, Foto: Giesinger Bräu
Foto: Giesinger Bräu Nach einer Probebohrung gehts tief in die Münchner Schotterebene

Vor etwa einem Monat gab das Referat für Gesundheit und Umwelt grünes Licht für den Bau eines Tiefbrunnens. Die Kosten betragen rund 700.000 Euro - die Finanzierung erfolgt über eine Crowdfunding-Kampagne, die nach einer Woche bereits die eine Schwelle von einer Million Euro überschritten hatte.

Dass die Brauerei aus Obergiesing offenbar viele Fans hat, zeigt sich auch an ihrem Ausstoß: Der stieg von 150 Hektolitern im Jahr (2006) auf 11.700 Hektoliter (2017) und ermöglichte so die Expansion. Bisher greift Giesinger Bräu auf Stadtwasser zurück, das aus dem Mangfall- und Loisachtal kommt. Das Quellwasser aus 150 Metern Tiefe in der Münchner Schotterebene ist über 10.000 Jahre alt und ideal zum Bierbrauen.

Qualitätsmerkmal "Münchner Brauerei" geschützt

Steffen Marx, Chef der Giesinger Bräu, Foto: Giesinger Bräu
Foto: Giesinger Bräu Ein überglücklicher Brauerei-Chef: Steffen Marx

Darum schwören die sechs bisherigen Münchner Brauereien (Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner, Spaten) auf dieses Wasser. Da die Marke "Münchner Brauerei" geschützt ist, konnte sich der Giesinger Bräu bisher nicht auf dieses Qualitätsmerkmal berufen und seit 1889 ist auch keine weitere Brauerei hinzugekommen.

Jetzt besteht die große Chance für den Newcomer aus Giesing: Die Verwendung des neuen Wassers könnte in Zukunft auch den Weg für den Ausschank auf dem Viktualienmarkt, dem Stadtgründungsfest und sogar dem Oktoberfest ermöglichen...

Mehr Aktuelles aus München

Top