Tunnel im Englischen Garten: Das ist der Stand beim Mega-Projekt

Der Mittlere Ring als Isarring in Schwabing, Foto: muenchen.de/Mark Read
Foto: muenchen.de/Mark Read Derzeit verläuft der Isarring noch überirdisch durch Schwabing

Tunnel-Planungen laufen - Kennedy-Brücke wird auch erneuert

(6.11.2019) Die Planungen für den Tunnel durch den Englischen Garten kommen gut voran. 2023 könnten die ersten Bagger anrollen. Wie der Stadtrat nun beschlossen hat, soll im Zuge der Bauarbeiten auch gleich die benachbarte John-F.-Kennedy-Brücke erneuert werden - obwohl sie in keinem kritischen Zustand ist. Doch es gibt trotzdem gute Gründe für eine Sanierung.

Englischer Garten soll durch den Tunnel wiedervereint werden

Visualisierung des Tunnels im Englischen Garten, Foto: Jürgen Dudowits / sunpatrol, München
Foto: Jürgen Dudowits / sunpatrol, München Visualisierung: So soll der Tunnel im Englischen Garten aussehen.

Es ist eines der wichtigsten Bauprojekte in München - der geplante Tunnel im Englischen Garten soll den Isarring auf einer Länge von rund 600 Metern unter die Erde verlegen und so den weltberühmten Park wieder vereinen. Seit den 1960er Jahren ist der Englische Garten durch die mehrspurige Straße geteilt - in einen Nord- und einen Südtteil. Die neue Röhre soll diese städtebauliche Wunde heilen. Der eigentliche Tunnel ist dabei rund 390 Meter lang, hinzu kommen zwei Auffahrtsrampen, die zurück auf den Isarring führen. Er hat je drei getrennt voneinander laufende Fahrspuren je Richtung.

Seit dem Stadtratsbeschluss zum Bau des Tunnels im Juni 2017 hat das Baureferat die Planungen vorangetrieben. Nun erhielt der Stadtrat einen Bericht über den aktuellen Sachstand - und wurde dabei gleich noch über eine weitere wichtige Baustelle informiert, die nun gemeinsam mit dem Tunnel angegangen werden soll.

Kennedy-Brücke über den Isarring wird zur selben Zeit saniert

Denn direkt an den künftigen Tunnel schließt sich die John-F.-Kennedy-Brücke über die Isar an. Sie wurde in den Jahren 1961/62 errichtet und Ende der Neunziger Jahre saniert. Tatsächlich ist die Brücke in keinem kritischen Zustand, der eine erneute Sanierung notwendig machen würde. Doch rechnet das Baureferat damit, dass sich durch den Tunnel der Verkehrsfluss auf der mehrspurigen Brücke erhöht. Außerdem will man vermeiden, dass kurz nach Ende der riesigen Tunnelbaustelle die Autofahrer nochmal für Jahre mit Behinderungen rechnen müssen. Daher soll die Brücke schon während der Arbeiten für den Tunnel erneuert werden.

Dabei entsteht auch gleich eine neue Einfädelspur für alle Autos, die von der Ifflandstraße auf die Brücke einfahren. Denn die bisherige Lösung mit einem Stoppschild wird nach Ansicht der Planer nicht mehr funktionieren, wenn der Tunnel fertig ist.

Durch das zweite Großbauprojekt, dem der Stadtratsausschuss gestern zugestimmt hat, verzögert sich der Bau des Tunnels durch den Englischen Garten übrigens nicht. Wenn die derzeit laufende Genehmigungsplanung und alle weiteren Vorarbeiten planmäßig abgeschlossen sind, könnten die Bauarbeiten 2023 starten. Sie sollen rund viereinhalb Jahre dauern - also könnte der Englische Garten 2027 wiedervereint sein.

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