Merkurtransit am 11.11.: Wo Ihr das Himmelsschauspiel sehen könnt

Der Transit des Merkur am 9.5.2016, aufgenommen in der Oststernwarte des Deutschen Museums., Foto: www.beobachtergruppe.de
Foto: www.beobachtergruppe.de Der Transit des Merkur am 9.5.2016, aufgenommen in der Oststernwarte des Deutschen Museums.

Merkur zieht an der Sonne vorbei

(9.11.2019) Astronomiefans aufgepasst! Am Montag, 11.11. zieht der kleine Planet Merkur an der Sonne vorbei. Merkurtransit nennt sich dieses Himmelsschauspiel. Mit einem geeigneten Teleskop lässt es sich beobachten – wenn das Wetter mitspielt. Details zum Merkurtransit, wo Ihr ihn verfolgen könnt und was Ihr dabei unbedingt beachten müsst...

Vorsicht bei der Beobachtung!

Achtung: Auf keinen Fall solltet Ihr mit bloßem Auge in die Sonne schauen, da dadurch die Augen geschädigt werden können! Auch Sonnenfinsternisbrillen sind nicht geeignet! Der schwarze Fleck ist ohnehin zu klein. Und Fernrohre müssen unbedingt mit geeigneten Objektivfiltern ausgerüstet sein, sonst kann ein Blick die sofortige Erblindung zur Folge haben!

Wie kommt es zum Merkurtransit?

Sonne, Merkur und Erde stehen beim Merkurtransit exakt in einer Linie. Der Merkur überholt uns etwa alle 108 bis 130 Tage auf seiner Bahn. Allerdings schneidet die Merkurbahn die Erdbahn nur an zwei sogenannten Knoten. „Und nur wenn der Merkur in der Nähe eines Knotens an uns vorbeizieht, können wir seinen Schatten vor der Sonne sehen“, sagt Christian Sicka, Astronomie-Kurator des Deutschen Museums. Ein derartiger Transit kommt nur in einem Abstand von entweder dreieinhalb, sieben, neuneinhalb, zehn oder 13 Jahren vor. Zuletzt war das am 9.5.2016 (Foto), nach dem 11.11. findet der nächste Merkurtransit erst wieder im Jahr 2032 statt.

Der Transit beginnt um 13:34 Uhr. Zu sehen ist er bis Sonnenuntergang (16:41 Uhr). Den Austritt um 19:05 Uhr kann man nicht mehr verfolgen, weil die Sonne bereits um 16:41 Uhr untergeht.

Wo Ihr den Merkurtransit verfolgen könnt

Zu sehen ist der kleine Planet als dunkles Pünktchen, ein Zweihundertstel so groß wie die Sonne. „Das macht es praktisch unmöglich, ihn mit bloßem Auge zu erkennen“, sagt Christian Sicka. Direkt in die Sonne solltet Ihr ohnehin nicht schauen, da dadurch das Auge geschädigt werden kann. „Am besten genießt man das Himmelsschauspiel deshalb durch ein Teleskop, das mit einem passenden Objektivfilter ausgerüstet ist“, rät Sicka. Im Deutschen Museum gibt es zwei geeignete Fernrohre.

Bei gutem Wetter und freier Sicht auf die Sonne wird die Oststernwarte und der Heliostat (Sonnenprojektion) im Mittelturm unter dem Planetarium ab ca. 13:30 Uhr zur Beobachtung geöffnet. Auch in der Bayerischen Volkssternwarte könnt Ihr bei einer Sonderveranstaltung ab 12:30 Uhr den Merkurtransit verfolgen. Dazu gibt es Kurzvorträge und einen Live-Stream. Mehr zu den Locations erfahrt Ihr auch in unseren Tipps für Sternengucker in München.

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