Neubau-Pläne für den Münchner Nordosten

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Foto: LHM/ Rheinflügel Severin Ein Ausschnitt aus dem Siegerentwurf von Rheinflügel Severin: Hier könnten bis zu 30.000 Münchner Platz finden.

Die Top-Ideen für das Dreieck Johanneskirchen, Daglfing und Riem

(27.1.2020) Der Münchner Nordosten bekommt womöglich bald ein ganz neues Quartier: Stadtbaurätin Elisabeth Merk hat die Ergebnisse eines Ideenwettbewerbs vorgestellt. Die Siegerentwürfe zeigen ein völlig neues Viertel für München - mit Platz für bis zu 30.000 Bürger.

Das Areal ist zehnmal so groß wie die Bayernkaserne

Wie könnte Münchens größtes Neubaugebiet in ferner Zukunft einmal aussehen? Auf diese Frage gibt es weitere Antworten: In einem Ideenwettbewerb für das 600 Hektar große Dreieck zwischen Johanneskirchen, Daglfing und Riem hatten Architekten und Landschaftsplaner Vorschläge für die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM) eingereicht. Die Modelle sollten jeweils für Nutzungsdichten von 10.000, 20.000 und 30.000 Einwohnern entworfen werden und einen mindestens zehn Hektar großen Badesee berücksichtigen. Drei Siegerentwürfe bilden nun die Grundlage der weiteren Planung - beschlossen ist jedoch noch lange nichts.

Der Plan des Gewinners: Dichte Areale, Grünflächen und eine U-Bahn

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Foto: LHM/ Rheinflügel Severin Trotz der immensen Dichte der Neubauten soll das Areal des Siegerentwürfs möglichst grün bleiben.

Der erste Platz geht an Rheinflügel Severin Düsseldorf mit Bbz Landschaftsarchitekten Berlin. Das Konzept sieht dicht bebaute Neubaugebiete vor, durch deren Kerne sich vor allem in Ost-West-Richtung Grünflächen ziehen. Dazu kommen ein Badesee westlich des Hüllgrabens, ein Friedhof entlang der Bahnstrecke und ein Band mit Kleingärten und Freizeiteinrichtungen. Damit sollen auch noch bei 30.000 neuen Einwohnern großzügige Freiräume erzielt werden. Zur Planung gehört außerdem eine neue U-Bahn-Station und eine Tramlinie.

Plätze zwei und drei: Fokus auf Landwirtschaft oder viele kleine Zentren

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Foto: LHM/ Cityförster Architecture Platz zwei punktet mit einem landschaftlich geprägtem Ansatz.

Der zweite Siegerentwurf stammt von Cityförster Architecture + Urbanism Hannover mit Freiwurf Landschaftsarchitekturen und bezieht vor allem auch die Gebiete mit ein, die laut Vorgaben gerade nicht bebaut werden sollen: Auf mindestens der Hälfte der Flächen sollen dauerhaft Raum für Landwirtschaft, Pferdesport (Galopprennbahn) sowie für den Erhalt von Grünstreifen bestehen bleiben. Gedacht sind etwa ein Gelände für den Schulsport, Gartengemeinschaften und Nutzung durch landwirtschaftliche Betriebe. Die Jury monierte hier jedoch, dass die gewählten Lösungen generell nicht ohne Trambahn funktionieren würden.

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Foto: LHM/Performative Architektur Stuttgart Der dritte Entwurf schlägt eine urbane Wasserlandschaft vor.

 Der drittplatzierte Entwurf von Performative Architektur Stuttgart mit UTA Architekten und Stadtplaner GmbH Stuttgart schlägt eine "urbane Wasserlandschaft" vor, die neue Bachläufe und mehrere kleinere Seen aufnimmt, die aus gereinigten Abwässern und Regenwasser gespeist werden. Überzeugt hat das Preisgericht auch, dass die jeweilige Siedlungserweiterung mit ihrer neuen Mitte an das bestehende Zentrum anknüpft.

So geht es weiter

"Die Preise sind noch keine Entscheidung, sondern eine Grundlage für die weitere Diskussion", sagte Stadtbaurätin Elisabeth Merk während der Vorstellung der Siegerentwürfe. Im nächsten Schritt werden vom 4. bis zum 16. Februar täglich zwischen 14 und 19 Uhr alle Modelle inklusive ihrer drei Versionen für unterschiedliche Einwohnerstärken bei einer Ausstellung im Isarforum am Deutschen Museum präsentiert. Vor allem auch betroffene Grund-Eigentümer können sich die Entwürfe ansehen, während Experten für Fragen zur Verfügung stehen.

Im Herbst 2020 und somit erst nach den Kommunalwahlen ist ein offener Dialog zum weiteren Vorgehen mit den neu gewählten Vertretern der Politik geplant.

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