Mehr Platz für Fußgänger in Münchens Altstadt: Das ist im Tal geplant

Entwurf: So könnte es im Tal zukünftig aussehen, Foto: Landeshauptstadt München Baureferat
Foto: Landeshauptstadt München Baureferat Entwurf: So könnte es im Tal zukünftig aussehen

Grüner, ruhiger, gemütlicher - diese Umgestaltungen sind fürs Tal geplant

Mehr Platz für Fußgänger, weniger Autos: Das Tal in Münchens Altstadt soll ab Sommer umgestaltet werden. In einem Info-Abend wurden drei Varianten diskutiert.

Parkflächen und Räder auf dem Gehweg - so sieht es im Tal derzeit aus., Foto: Landeshauptstadt München Baureferat
Foto: Landeshauptstadt München Baureferat Parkflächen und Räder auf dem Gehweg - so sieht es im Tal derzeit aus.

Das Tal soll im Zusammenhang mit dem Konzept „Autofreie Altstadt“ übergangsweise neu gestaltet werden. Das hat der Stadtrat Ende 2020 beschlossen.

Parkplätze sollen entfallen und der so gewonnene Raum neu genutzt werden. Der Aufenthalt soll schöner werden, der Fußverkehr mehr Platz bekommen und das Tal begrünt werden.

Die Herausforderung: Zeitgleich muss der Baustellenverkehr für die Baustelle zur zweiten Stammstrecke am Marienhof weiter funktionieren.

Für die voraussichtlich im Sommer 2021 durchgeführte Umgestaltung des Tals hat das Mobilitätsreferat drei Varianten erarbeitet. So könnte das Tal also in Zukunft aussehen.

Variante 1: Gebündelte Lieferflächen für mehr Aufenthaltsbereiche

  •  Flächen für den Lieferverkehr werden gebündelt, auch wenn sie dann gegebenenfalls nicht optimal für jedes Geschäft liegen.
  • Dafür entstehen große, zusammenhängende Bereiche etwa für Freischankflächen oder andere Aufenthaltsbereiche mit Sitzgelegenheiten.
  • Plätze für Taxis und Sightseeing-Busse bleiben erhalten.
  • Am Taxistand könnte eine Mobilitätsstation (Behindertenparkplätze, Elektro-Roller, Fahrradständer, Leihrad-Flächen) entstehen.

Variante 2: Verteilte Lieferzonen - weniger Platz für Umgestaltung

  • Lieferzonen werden möglichst gleichmäßig über das Tal verteilt und nach Möglichkeit den Geschäften zugeteilt.
  • Dafür entstünde nicht ganz so viel Platz für die Umgestaltung und Verschönerung.
  • Plätze für Taxis und Sightseeing-Busse bleiben erhalten.
  • Am Taxistand könnte eine Mobilitätsstation (Behindertenparkplätze, Elektro-Roller, Fahrradständer, Leihrad-Flächen) entstehen.

Variante 3: Das Tal als Fußgängerzone

  • Es entsteht eine Fußgängerzone im Tal bis Radlsteg/Hochbrückenstraße mit insbesondere im inneren Tal mehr Raum für den Fußverkehr.
  • Taxistandplätze sowie Haltestelle für den Sightseeing-Bus werden Richtung Isartor in die Mitte des Tals verlegt.
  • Im inneren Tal bleiben die MVG-Bushaltestelle, zwei Lieferzonen und Behindertenstellplätze erhalten. Eine Mobilitätsstation wird ergänzt.

OB Dieter Reiter: „Es darf niemand vergessen werden“

Am 22.4.2021 wurden alle drei Varianten auf einer Informationsveranstaltungen des Mobilitätsreferats gemeinsam mit dem Bezirksausschuss Altstadt-Lehel, den Anwohner*innen, Verbänden und Gaststätten- und Gewerbetreibenden mit rund 150 Interessierten vorgestellt und diskutiert. Eine bevorzugte Variante kristallisierte sich dabei nicht heraus. Nun prüft das Mobilitätsreferat verkehrsrechtliche Details.

Oberbürgermeister Dieter Reiter sagt: „Mir ist wichtig, dass wir eine gute Lösung für alle finden, wenn wir das Tal im Sinne der Bürgerinnen und Bürger umgestalten. Es darf niemand vergessen werden. Infoveranstaltungen wie die am Donnerstag tragen dazu bei, dass wir alle Beteiligten bei dem Entscheidungsprozess mitnehmen.“

Die zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden sagt: „Die Neugestaltung des Tals ist ein erster Schritt auf dem Weg zur autofreien Altstadt. Indem wir aus Verkehrsraum wieder Stadtraum machen, steigern wir die Aufenthaltsqualität für die Münchnerinnen und Münchner und schaffen neue Möglichkeiten für Kommunikation und Interaktion. Die Veranstaltung hat gezeigt, dass der Wunsch vieler Menschen nach mehr Platz zum Flanieren und Verweilen im Herzen Münchens groß ist.“

Mobilitätsreferent Georg Dunkel sagt: „Mit den drei Varianten haben wir der Anwohnerschaft und den Gewerbetreibenden im Tal ein gutes Angebot gemacht. Ich bin froh über die vielen konstruktiven, teilweise auch kritischen Beiträge bei unserem Info-Abend. Nur gemeinsam mit den Bürger*innen können wir für die Stadt so bedeutende Projekte wie die Umgestaltung des Tals erfolgreich umsetzen.“

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