Biergarteln in München

Biergarten, Freizeit, München

Tipps für den perfekten Biergarten-Besuch

Die Sonne scheint, ihr habt Hunger, Durscht und Zeit? Dann nichts wie ab in den Biergarten! Vom Ankommen bis zum Zapfenstreich: Hier sind 11 Tipps, wie euer Ausflug rundum perfekt wird!

Biergärten von A bis Z

mehr Infos Wer noch nicht weiß, wohin der nächste Biergartenbesuch führt:
hier sind Münchens Biergärten in der großen Übersicht

 

1. Die Qual der Biergartenwahl

Auf geht's – aber wohin? München hat mit Sicherheit von allen Städten der Welt die höchste Biergartendichte zu bieten. Von klein bis groß, für Groß und Klein ist für jeden Geschmack etwas dabei. Bestimmt habt ihr selber schon einen oder mehrere Favoriten. Aber manchmal kann es ja auch schön sein, etwas Neues auszuprobieren. Dann lohnt sich ein Blick in unseren Biergartenfahrplan: Dort findet Ihr die schönsten Biergärten im S- und U-Bahnbereich mit all ihren Besonderheiten.

2. Schee is, wenn's schee is!

Freilich ist es im Biergarten bei strahlendem Sonnenschein am schönsten. Dennoch meint mancher: Es war kein g'scheider Sommer, wenn man nicht mindestens einmal von einem ordentlichen Sommergewitter erwischt wurde. Wenn ihr eure Biergarten-Maß trotzdem lieber unverdünnt trinkt, checkt vorher am besten mehrere Wetter-Apps parallel – der Durchschnitt aus allen Vorhersagen ist dann in der Regel einigermaßen zuverlässig. Ihr seid nicht aus Zucker? Dann Regenjacke und Schirm einpacken und im Notfall den oft heftigen, aber meist auch kurzen Platzregen tapfer aussitzen.

3. Ihr seid’s mir a feine G’sellschaft!

Biergarten, Freizeit, München, Foto: Sebastian Lehner
Foto: Sebastian Lehner

Essentiell für einen perfekten Biergartentag sind die Menschen, mit denen man ihn verbringt. Und das Schöne ist: Unsere Biergärten sind für jeden Anlass geeignet. Fürs Mittagessen mit der ganzen Familie, ein Afterwork-Maß mit den Kollegen, das erste Date oder einen ausgedehnten Nachmittag mit Freunden. Keiner hat Zeit? Macht nix! Hockt euch einfach zu ein paar netten Leuten dazu, wenn euch nach Gesellschaft ist. Und wenn nicht: Im Biergarten lässt es sich auch wunderbar allein sitzen und schauen – es gibt immer was zu sehen.

 

4. Ehret das Biergartengesetz!

Biergarten, Freizeit, München, Foto: Sebastian Lehner
Foto: Sebastian Lehner Am Biertisch kommt Geselligkeit auf

Es gibt ein paar ungeschriebene Gesetze, die den Biergartenbesuch schöner machen. Zum Beispiel: Ja, ihr dürft einen kompletten Tisch für eure Freunde freihalten, wenn ihr als Erster da seid – aber bitte nicht stundenlang, wenn der Biergarten schon recht voll ist. Genauso gilt aber auch: Wenn an einem Tisch noch ein paar Plätze frei sind, könnt Ihr euch nach einem freundlichen „Ist da noch frei?“ in der Regel gern dazu hocken. Ein geschriebenes Gesetz gibt es übrigens auch: In der Bayerischen Biergartenverordnung ist festgelegt, dass ihr eure eigene Brotzeit mit in den Biergarten nehmen dürft. Getränke müssen allerdings vor Ort gekauft werden.

5. Wo hockt's denn?

Biergarten, Freizeit, München, Foto: Sebastian Lehner
Foto: Sebastian Lehner

Wenn Ihr am Biergarteneingang eine diskutierende Gruppe Menschen stehen seht: Keine Sorge, die streiten nicht. Die können sich nur nicht auf den perfekten Platz einigen. Ist auch nicht ganz einfach. Ein paar Tipps: Brennt die Sonne vom Himmel, erscheint ein Platz in derselben zwar anfangs attraktiv – aber spätestens nach einer halben Stunde wird’s dann doch ein bisserl arg warm. Geht die Sonne hingegen bald unter, könnt ihr schauen, wo ihr noch am längsten ein paar Strahlen abbekommt. Mit Kindern – und auch, wenn die Wolken einem nicht ganz geheuer sind – ist ein geschützter Tisch unterm Kastanienbaum die richtige Wahl. Im bedienten Bereich müsst ihr euch um nichts kümmern – allerdings dürft ihr dort auch keine mitgebrachte Brotzeit verzehren. Und dann lohnt sich auch noch ein Blick auf die Nachbarschaft: Die Junggesellenabschieds-Truppe aus Köln beispielsweise kann mitunter etwas laut werden – andererseits aber auch für gute Unterhaltung sorgen.

6. „Da Nächste!“

Biergarten, Freizeit, München

An der Schänke fließt das Bier in Besucherströmen und manche Schankkellner reagieren auf Verzögerungen im Ablauf mitunter ein klitzekleines bisschen ungeduldig. Wer den Betrieb nicht aufhalten und auch keinen Rüffel riskieren will, entscheidet am besten schon, bevor er dran ist, was er trinken will. Eine Maß Helles ist dabei natürlich das Maß der Dinge und braucht auch nicht viele Worte: Wer „Oane!“ bestellt, bekommt eine Maß. Und selbst wer nur ein paar Finger hochhält, bekommt eben so viele Maß’n. Ansonsten gilt die Faustregel: Alles andere muss möglichst genau definiert werden, sei es Größe oder Inhalt. Und die Auswahl ist meist vielfältig: Über das obligatorische Helle hinaus gibt es normalerweise auch Alkoholfreies und Weißbier – und alkoholfreie Alternativen wie Limonaden, Saftschorlen oder Wasser sowieso. Apropos Wasser: Ein immer wieder erstaunliches Biergartenphänomen ist ja, dass einem die täglich empfohlenen zwei Liter Wasser absolut unschaffbar vorkommen – zwei Maß im Biergarten hingegen sind ruckzuck weggezischt. Prost!

7. Und was gibt’s zum Essen?

Biergarten, Freizeit, München

Vielleicht hat man nach dem 294. Hendl auch mal Augen für andere Speisen, vielleicht haben die Wirte in den vergangenen Jahren ihre Auswahl deutlich vergrößert. Fakt ist: Die meisten Biergärten befriedigen inzwischen jeden Appetit und jeden Geschmack. Es gibt etwas für den kleinen oder großen Hunger, für Fleischliebhaber und Veganer, von deftig bis süß. Neben bewährten Klassikern wie Obazda oder Steckerlfisch geht der Trend gerade zu Grillstationen mit frischen Burgern, Steaks und Spareribs. Wie schon erwähnt, könnt ihr aber auch gerne eure eigene Brotzeit mitbringen.

8. Geh’n oder nicht geh’n?

Biergarten, Freizeit, München, Foto: Sebastian Lehner
Foto: Sebastian Lehner

Menschen sitzen rhythmisch zappelnd und mit konzentriertem Gesichtsausdruck auf der Bierbank – doch es ist keine Musik zu hören, die ihre taktvollen Bewegungen erklären würde? Dann handelt es sich hier wahrscheinlich um: Verdrucker. Der Legende nach soll man nämlich dem Harndrang, der ungefähr nach der ersten Maß immer größer wird, so lange es geht widerstehen, sich also „das Pieseln verdrucken“. Erst, wenn es einen fast zerreißt, darf man den erlösenden Gang zur Toilette antreten. Weil, so die Legende weiter: Geht man zu früh, muss man immer wieder. Das lässt sich sogar wissenschaftlich belegen: Alkohol reduziert die Ausschüttung des Hormons ADH, das normalerweise dafür sorgt, Flüssigkeit zwecks Nährstoff-Rausfilterung länger im Körper zu behalten. Wird dies unterdrückt, muss man häufiger. Nachdem es aber im Biergarten ja vor allem um Gemütlichkeit geht, empfehlen wir: Bevor es ungemütlich wird, besucht lieber einmal zu oft die meist gut gepflegten Toiletten.

9. „Seid’s freindlich, jawoi!“

Biergarten, Freizeit, München, Foto: Sebastian Lehner
Foto: Sebastian Lehner

So heißt es in einem Lied von Haindling, und weiter: „Bayern, das samma mia!“ Wie jetzt, denkt vielleicht der ein oder andere Wahl-Münchner, Bayern und freundlich? Allerdings! Auch wenn sich das Gerücht des grantigen Bayern und hochnäsigen Münchners tapfer hält: Im Grunde sind wir alle ganz nett – so lange man nett zu uns ist. Probiert’s aus: Wer dem vermeintlich schlecht gelaunten Schankkellner freundlich begegnet, bekommt meistens maximale Freundlichkeit zurück – in diesem Fall wäre das zum Beispiel ein minimal nach oben verzogener Mundwinkel. Ansonsten freuen sich auch eure Tischnachbarn über ein obligatorisches „Prost!“ zwischendurch, denn allein trinkt keiner gern. Nicht selten entsteht dadurch ein netter Ratsch. Und bei guter Stimmung macht’s im Biergarten einfach am meisten Spaß.

10. Traditionen wollen gepflegt werden

Biergarten, Freizeit, München, Foto: Sebastian Lehner
Foto: Sebastian Lehner

Der Biergarten ist der optimale Ort, um Tradition zu leben. In vielen Biergärten spielen regelmäßig Blaskapellen und andere Musikanten auf, dazu darf gerne getanzt und gesungen werden – aber Obacht: dabei unbedingt auf den feinen Unterscheid zwischen Singen und Grölen achten. Bayerische Kartenspiele wie Schafkopfen oder Watten sind normalerweise ebenfalls gern gesehen – klärt aber im bedienten Bereich bitte mit der Bedienung, ob ihr um Geld spielen dürft. Und auch die Dirndln und Lederhosen freuen sich, wenn sie einen Ausflug machen dürfen: Fesche Madln und Burschen machen das Biergartenerlebnis für alle Besucher nur noch schöner.

11. Ein Prosit der Gemütlichkeit!

Biergarten, Freizeit, München, Foto: Sebastian Lehner
Foto: Sebastian Lehner

Wir könnten noch ewig weiter philosophieren, wie ihr euren Biergartenbesuch perfektionieren könnt. Das Wichtigste ist aber: Habt’s a Gaudi! Genügend Zeit, eine gute Gesellschaft und nette Gespräche unter freiem Himmel oder schattigen Kastanienbäumen, dazu eine kühle Maß und was Gutes zum Essen – das ist oft schon alles, was man braucht. Wir wünschen euch einen zünftigen Biergartensommer!

 

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