Münchens zünftige Brauereigaststätten

Prost Mahlzeit! Welche Wirtshäuser immer einen Ausflug wert sind

Für eine frische Halbe Bier braucht der Münchner normalerweise keinen Grund – eine gute Grundlage kann allerdings nicht schaden. Hier kommen 6 Brauereien in und um München, bei denen die Gaststätte gleich dabei ist.

Tradition ganz neu: Paulaner am Nockherberg

Nach umfassender Kernsanierung feierte das Paulaner am Nockherberg im Februar Wiedereröffnung. Die Brauereigaststätte wurde modern umgestaltet, ohne dass sie ihren ursprünglichen Charme verloren hat. An langen Tischen und Bänken lässt es sich gemütlich sitzen und bei frisch gebrauten Bierspezialitäten regional-saisonale Küche genießen. Das wird gebraut: Nockherberger Hell, Barnabas Dunkel, Faustus Weizenbock. Das schmeckt dazu: Klassiker wie Böfflamott, 38 Stunden in Rotwein geschmortes Rind, oder Modernes wie die „Münchner G'schichten“, eine Variation bayerischer Tapas.

Einen Ausflug wert: Flugwerk Feldkirchen

Ein Geburtstag oder Junggesellenabschied steht an? Packt eure Freunde ein und bucht eine Brauereiführung im Flugwerk Feldkirchen. Hier könnt ihr gesellig hinter die Kulissen der Bierbraukunst schauen, Verkostung selbstverständlich inklusive. Danach schmecken die bayerisch-österreichischen Schmankerl im Wirtshaus noch besser. Das wird gebraut: die süffig-gehaltvolle Flugwerk-Weiße und saisonal wechselnde Aktionsbiere – gibt's vom 0,3l-Schnitt bis zum 5l-Fässchen. Das schmeckt dazu: Empfehlung von Küchenchef Markus ist der Flugwerk-Burger mit Ochsenfetzen, frischem Kren, Senfsauce und Krautsalat.

Eine Bierwissenschaft an sich: Forschungsbrauerei München-Perlach

1930 gründete Gottfried Jakob die Forschungsbrauerei, um neue Biersorten und Brauereiverfahren zu erproben. Das Bräustüberl, das von Krustenbraten bis Tafelspitz keinen Klassiker vermissen lässt, kam ursprünglich als Prüfstelle dazu. Denn, so der Gründer: „Auf das Urteil eines unbefangenen Biertrinkers, der das Bier bezahlen muss, ist großer Wert zu legen.“ Na dann Prost! Das wird gebraut: Vollbier Hell, Exportbier Dunkel, Exportbier Hell, Die Wahre Weiße, Gottfried Jakobs Blonder Bock sowie Spezialbiere zu besonderen Anlässen. Das schmeckt dazu: „As Stundenhendl“, ein halbes Hendl mit einer Stunde Zubereitungszeit – aber wer ausgiebig Bier studieren möchte, bringt ja meist ohnehin genug Zeit mit.

Die Halbe fürs Viertel: Giesinger Bräu

Wenn eine Brauerei „das Wirtshaus wieder zum Treffpunkt für alle im Viertel machen“ will, dann kann sie eigentlich nur aus Giesing kommen. Und tatsächlich strengt man sich im Giesinger Bräu an, dieses zünftige Ziel zu erreichen: Im Stüberl mit umfangreicher, deftiger Karte kann man den Brauern im Sudhaus bei der Arbeit zuschauen. Draußen im Stehausschank wird regelmäßig bei Livemusik gefeiert. Und während der „Bierpreisbremse“ gibt’s von Montag bis Donnerstag zwischen 15 und 17 Uhr die Maß Helles oder ein Radler für zünftige 5,90 Euro. Das wird gebraut: Aushänge-Halbe ist die Untergiesinger Erhellung, ein naturtrübes Kellerbier. Dazu erwartet Euch eine ganze Palette an Klassikern, Spezialbieren und Craft-Sorten. Das schmeckt dazu: Am Wochenende und an Feiertagen von 10 bis 12 Uhr gibt's zwei Weißwürscht mit süßem Bio-Biersenf und Brezn für 4 Euro.

Die Krüge zum Himmel: Airbräu am Flughafen

Hand aufs Bayernherz: München wäre nicht München, wenn es nicht auch am Flughafen eine Brauerei gäbe – übrigens wohl die einzige Flughafenbrauerei weltweit. Im Terminal 1 rechterhand wartet das Airbräu mit bayerischen Schmankerln und luftig klingenden Bierspezialitäten auf. Alle, die nach der Sicherheitskontrolle bereits das Heimweh packt, kommen im Airbräu Next To Heaven ganz oben im Terminal 2 vor dem Abflug nochmal auf ihre Kosten. Das wird gebraut: Fliegerquell Helles, Kumulus Weißbier, Jetstream Pils und saisonale Biere wie das Airnten, ein leichtes Sommerweißbier. Das schmeckt dazu: Der Airbräu-Grillteller mit verschiedenen Medaillons, Bratwurst, Speck, Schwammerlsauce, Grilltomate, Kräuterbutter und Pommes.

Das Urgestein: Augustiner Bräustuben

Vermutlich in so ziemlich jedem München-Reiseführer vertreten und dennoch – oder vielleicht gerade deswegen? – richtig typisch München ist die Augustiner Bräustuben an der Hackerbrücke. Bei knapp 700 Plätzen findet sich meistens noch ein Platzerl für alle, die Lust auf bayerische Gemütlichkeit, deftige Küche und munteres Crossover-Ratschen zwischen Einheimischen und München-Besuchern aus aller Welt haben. Das wird gebraut: Die berühmten Augustiner-Spezialitäten Hell, Edelstoff, Hefeweißbier, Dunkles und Pils – auf vorherige Anfrage auch aus dem eigenen Holzfass. Das schmeckt dazu: 2 Paar Schweinswürstl vom Grill frisch aus der Hausmetzgerei Gut Granerhof im bayerischen Voralpenland.


Text: Steffi Mayerhanser
Fotos: Lukas Schirmer, Giesinger Bräu / Johannes Mairhofer, Giesinger Bräu

März 2018

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