Kunst und Kuchen: Die 14 schönsten Münchner Museumscafés

Und nach dem Museum? Auf ins Café!

Mehr als 90 kleinere und größere Museen hat München. Viele Häuser lohnen nicht nur wegen der erstklassigen Ausstellungen, sondern auch aufgrund ihrer großartigen Restaurants. Zum Fine Dining oder Business-Lunch ins Museum? Hier sind 14 der schönsten Münchner Museumscafés!

Pinakothek der Moderne | daily. Pop Up Café – Superfood unter Bäumen

Auf einem Loungesofa unter puscheligen Bäumen fläzen und sich an einem Wintertag durch die riesige Glasfront die Sonne auf die Nase scheinen lassen? Das geht im daily. Pop Up Café. Mit dem Salatgedicht aus Couscous, Rotkraut, Granatapfel und Grapefruit oder dem Pausenbrot mit Bergkäse und saftigem Birnen-Chutney setzt man sich allerdings besser an einen der weißen Tische mit den Designerstühlen aus Plexiglas. Apropos Design: Das ist im Café der Pinakothek der Moderne schlicht, reduziert und luftig, und genau das macht es zu einem Hingucker.

Museum Brandhorst |Horst Esskultur-Bar – Supp-Kultur und Heimatlust

Horst kann’s! Egal ob „Fernkost“ wie der Asia-Salat mit Lachs, Teriyaki, Papaya und Chili-Koriander, „Heimatlust“ – gebratene Fleischpflanzerl –, oder die „Backwerke & Kunststücke“: Alles ist frisch und extrem lecker im bunten Kunstbau in der Theresienstraße. Was nicht fehlen darf in einem Museum für zeitgenössische Kunst? „Supp-Kultur“ mit wöchentlich wechselnden Suppen. Am langen Donnerstag philosophiert man in den schwarzen Sesseln am Fenster oder an den geschwungenen Hochtischen über Warhol, Twombly & Co und schlürft dabei einen „Blubbernden Horst“. Ein Wiesenheu-Rosmarin-Spritz gefällig?

Lenbachhaus | Ella – Italienisch mit Blick auf die Propyläen

Von morgens bis abends kann man schlemmen in dem von Stararchitekt Norman Foster designten goldenen Kubus, der das „Ella“ beherbergt. Feinste italienische Küche wird hier kredenzt, etwa Salzwiesenlamm mit glasiertem Vanillekürbis oder Zucchini-Ziegenkäse-Involtini. Mittags lockt ein Tagesmenü, beispielsweise zunächst eine Kürbiscremesuppe, dann eine Dorade mit Couscous und zur Krönung ein Schokoladentörtchen. Im Sommer sitzt man auf der weitläufigen Sonnenterrasse mit Blick den Königsplatz und die Propyläen. Ist es draußen garstig, genießt man diese Kulisse einfach drinnen durch die Panoramafenster. Übrigens: Im Restaurant gibt’s mit den Gemälden des Münchner Malers Thomas Demand nicht nur Kulinarisches, sondern auch Kunst zu genießen.

Hypo Kunsthalle | Brasserie Kunsthalle – französisch-alpine Köstlichkeiten

Die beiden Lieblingsplätze in der Brasserie Kunsthalle sind schnell gefunden: entweder unter dem großen Gemälde am Fenster mit Blick in die Fünf Höfe – oder jenseits des Trubels auf den türkis- und rosafarbenen Sofas im Lounge-Bereich. Schaut man hier zu lange auf die geriffelten Wände, fühlt man sich wie von Wellen davongetragen. Der Blick in die Speisekarte zeigt: Hier kommt auf seine Kosten, wer die französische Küche liebt. Frühstücker wählen das Jet Set Brioche: Brioche mit geräuchertem Lachs, Avocado und pochiertem Ei. Die warme Küche lockt mit Knurrhahn aus der Bretagne – Fisch in Zitronen-Butter-Soße mit Fenchel – oder einem Coq au Vin nach Art der Kunsthalle. Und zum emilo-Kaffee lässt man sich dann noch ein Macaron oder ein Tartelette schmecken. Délicieux!

Jüdisches Museum | Café Exponat – Tacheles oder Techtelmechtel?

Endlich mal Tacheles reden? Öffentlich ein Techtelmechtel haben? Oder einfach meschugge sein? Ist alles möglich im Café Exponat im Jüdischen Museum, wenn man ein Mezzie mit Pitabrötchen und Dips bestellt. Extrem süchtig machend: der Dip „Meschugge“ mit Quinoa, Zucchini, Pilzen und Quark. Ebenfalls fein sind die israelischen Salate und die Flammkuchen. Dazu ein koscherer Wein aus dem Hause Teberberg oder ein Jewish Craft Beer und der Museumsbesuch am St.-Jakobs-Platz fühlt sich an wie ein Kurzurlaub in Israel. Perfekt für Familien ist der Spielplatz nebenan. Tipp: Das Kulturfrühstück am Wochenende mit orientalisch angehauchten Spezialitäten.

Haus der Kunst | Goldene Bar – Mate Infused Tequila in güldenem Ambiente

Die Tanzwütigen gehen ins P1, die Liebhaber guter Cocktails und guten Essens in die Goldene Bar. Auf den Knautschsofas in der Lounge stimmt man sich auf den Abend ein, mit einem Mate Infused Tequila mit Traube und der Goldenen Barfood Variation. Im Hauptraum sitzt man unter einem riesigen Kronleuchter, der einst im Hotel Savoy in Zürich hing, und bewundert die Malereien aus Blattgold. Denen verdankt die Goldene Bar übrigens ihren Namen. Die Speisekarte? Liest sich wie ein Traum. Octopus im Safransud mit Tomate, Kapern und Erbsensprossen, danach eine Grießschnitte mit Orangen-Kürbis-Creme und weißem Schokoladen-Kardamom-Schaum. Wer kann dazu Nein sagen?

Alte Pinakothek | Café Klenze – Auf einen Tee mit Leo von Klenze

 Man kombiniere die großzügige Architektur Leo von Klenzes mit einem Mobiliar, das an einen Teesalon in der englischen Countryside erinnert, und heraus kommt eines der schönsten Museumscafés Deutschlands. Die Plüschsofas laden zum stundenlangen Verweilen ein, nicht nur beim Sonntagsbrunch. Besonders legendär: die Kuchen, die aus dem Victorian House angeliefert werden. Lavendel, Kastanie, Pistazie, Zucchini-Walnuss - wer hier nichts findet, ist selbst schuld. Englandfans werden zu Crumpets oder Scones greifen. Besonders Teetrinker kommen auf ihre Kosten, mehr als 60 Sorten stehen zur Auswahl, von Lapsang Souchong bis Margaret’s Hope aus Darjeeling.

Museum of Urban and Contemporary Art | MURAL – Ceviche meets Graffiti

 Wer auf Industrieschick steht, ist im ehemaligen Umspannwerk in der Altstadt genau richtig. Der Name „Mural“ ist Programm: An der Betonwand prangt eine Schildkröte mit Mofahelm mit Star-Bangled-Banner, hinter der Küche sieht man barbusige Damen. Die Mittagskarte ist übersichtlich, aber oho. Der mit Roter Bete und Koriander verfeinerte Lachs des Ceviche zergeht auf der Zunge. Das Rote-Bete-Risotto mit Kräuterseitling hat ebenfalls eine große Fangemeinde. Am Abend wird es noch edler, dann ist Fine Dining angesagt. Nach einem Murals Bellini wartet ein 4- oder 6-Gänge Menü mit asiatisch und südamerikanisch inspirierten Gerichten. Wie wäre es mit Wan Tan mit Miesmuscheln und Aubergine?

Münchner Stadtmuseum | Stadtcafé – der Klassiker am St.-Jakobs-Platz

 Seit 25 Jahren sitzt man hier an Nierentischen, auf Bänken mit dunkelrotem Samt oder am geschwungenen Hochtisch im Fifties-Style. Schnappt sich einen altmodischen Zeitungsstock oder guckt sich die wechselnde Kunst an den Wänden an, während man am Pastrami-Sandwich knabbert. Alternativ gönnt man sich eine Pâté de campagne mit zerdrückten Kartoffeln oder etwas von der Tageskarte wie beispielsweise den Süßkartoffelauflauf mit Spinat. Im Stadtcafé gibt es aber auch stinknormale Wiener mit Brot oder typisch münchnerische Gerichte wie Wollwürste mit Kraut. Im Sommer lockt der heimelige Innenhof, eine wahre Oase.

Museum Fünf Kontinente | Café max2 – die Maximilianstraße und die Arkaden

 Gebrauchte Teebeutel auf Leinwand? Das ist Kunst und gehört zum Dekor des Café max2. Wer bei schönem Wetter durch das imposante Portal schreitet und Hunger verspürt, sucht sich einen Platz unter den Arkaden und genießt beim Essen den Blick auf die Maximilianstraße. Auch innen sitzt es sich gut, sei es im Foyer oder auf den schwarzen Lederbänken im Café. Die Küche? Exzellent, da schmeckt sogar ein Gemüse wie Rosenkohl – weil es zusammen mit Gnocchi und Hühnerbrust in Senfsoße serviert wird. Während der Woche kommt man wegen des Business-Menüs her, entweder mit Pasta oder einem Hauptgericht wie Kichererbsen-Curry mit Kalbsfleisch und Papadam.

Alpines Museum | Café Isarlust – a gscheide Brotzeit wie auf der Hüttn

 Ja, so schmecken die Berge – und das mitten auf der Praterinsel. Beim Vesperteller mit Bergkäse oder Wildpastete vom Wirt der Albert-Link-Hütte am Spitzingsee fühlt man sich im Café Isarlust wie auf der Hüttn. Dazu eine Untergiesinger Erhellung und ein Bergsteigerriegel und die Besteigung der Eiger Nordwand wird zum Klacks. Wenn auch nur als Geschicklichkeitsspiel, während man von der Holzbank mit den roten Filzfleckerln der Isar beim Vorbeirauschen zuschaut. Nachdem es auch in den Bergen heute alldieweil a bisserl Schickimicki zugeht, lässt sich der Besuch im Alpinen Museum mit einem Prosecco und einem Kuchen beschließen. Der übrigens aus dem Ruffini kommt.

Museum Villa Stuck | Käfer Café – Quiche und Trüffeltorte im Künstlergarten

 Dekorativ kommt sie daher, die Lachsquiche, auf einem Holzbrett mit Pergamentpapier, mit Salat im Einmachglas. Der Apfelstreuselkuchen vom Blech? Eine Wucht! Auch der Blattspinatsalat mit Quinoa, Granatapfel, Gojibeeren und Pekannüssen sieht phantastisch aus. Und erst die Pariser Trüffeltorte mit dunkler Canache und frischen Himbeeren! Das Café im Foyer ähnelt einem Palmenhaus mit großen, runden Fenstern, abgehangenem Glasdach und üppiger Bepflanzung. Am schönsten aber speist es sich in der Villa Stuck im Künstlergarten mit den Antikenabgüssen und Reliefs. Dort, wo Hausherr Franz von Stuck früher angeblich wilde Feste feierte.

Museum Mensch und Natur | CaféBar Limulus – Nymphenburger Kucheneldorado

 Unter pinkfarbenen Lampenschirmen sitzt man im Seitentrakt des Nymphenburger Schlosses wahlweise an der Tafel aus dunklem Holz oder in der Sofaecke am Eingang. Im Hintergrund spielt sanfter Jazz. Ein buntes Kissen im Rücken verspeist man hier gerne ein Stückchen locker-leichten Käsekuchen, frisch aus der Limulus-Bäckerei, auf Sammeltellern serviert. Der Blick bleibt an den dicken, weißen Ofenrohren oder den Kunstwerken an der Wand hängen, die man auch kaufen kann. Warum sich neben dem hervorragenden Kuchen ein Besuch in der CaféBar Limulus lohnt? Mittags gibt’s günstige, saisonale Spezialitäten, Abends Events wie das „Science After Work“ mit feinen Weinen und Tapas.


Text: Alexandra Lattek
Fotos: Lionman, Pinakothek der Moderne, Museum Brandhorst, Kunsthalle, Jüdisches Museum, Haus der Kunst, Photopraline, Museum Fünf Kontinente, Cafébar Limulus

November 2017

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