Oster-Tour zu den Essens-Ständen auf dem Viktualienmarkt

Ostern am Viktualienmarkt, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Fisch, Wild, Wurst, Brot, Spargel — alles fürs Osterfest

Frischer Fisch für den Karfreitag, Wurst und Schinken fürs Osterfrühstück, die Zutaten für einen traditionellen Lammbraten oder den ersten Spargel: Alles rund ums Essen für ein feines Osterfest findet Ihr auf dem Viktualienmarkt.

Määäächtig lecker: Lammbraten

Ein Lammbraten zu Ostern ist traditionell, richtig gut und – Überraschung! – gar nicht so kompliziert. Als Erstes braucht Ihr natürlich ein schönes Stück Lamm, zum Beispiel Schlegel oder Schulter. Das gibt's bei der Metzgerei Friedl, aber Obacht: für Ostern besser rechtzeitig vorbestellen. Das Fleisch wird sorgfältig gesalzen, gepfeffert und liebevoll mit Knoblauch und Rosmarin eingerieben – ganz frisch vom Obst- und Gemüsestand Tretter. Dann ab damit in den Bräter und bei ca. 180 Grad je nach Größe 30-60 Minuten ins Rohr. Als Beilage gibt's Kartoffeln, und die gibt's in mehr als zwanzig Sorten bei Caspar Plautz. Besonders gut zum Lamm passt die festkochende "Allians Grenaille". Wer's exotischer mag, kann auch eine pink gemusterte "Mecklenburger Schecke" oder die tiefblaue "Violetta". Die Kartoffeln mit Rosmarin, Knoblauch, Salz und Pfeffer zum Fleisch geben, dieses davor einmal wenden. Alles zurück in den Ofen und warten, bis die Kartoffeln gar sind. Ob das Fleisch durch ist, seht Ihr, wenn Ihr einmal reinpikst: Ist der austretende Saft blutig, braucht's noch ein bisserl. Ist er klar: Guten Appetit!

Frisch aus dem Becken bei Fisch Witte

Am Karfreitag ist im Christentum der Verzehr von Tieren des Himmels und der Erde untersagt. Weil Fisch ja bekanntlich weder Geflügel noch Fleisch ist und dazu noch ein wichtiges Symbol des christlichen Glaubens, kommt er bis heute am Karfreitag auf viele Münchner Tische. Wer die Tradition wahren will, entscheidet sich statt für Edelfische oder Meeresfrüchte für heimische Arten aus der Region. Die bekommt Ihr quasi fangfrisch bei Fisch Witte: Dort könnt Ihr Euch ohne Vorbestellung zum Beispiel lebende Zander, Regenbogenforellen, Bachsaiblinge oder Karpfen direkt aus dem Becken aussuchen.

Brot und Osterfladen bei Gut zum Leben

Natürlich darf auch frisches Bot und Gebäck auf dem traditionellen Ostertisch nicht fehlen. Noch dazu traditionell hergestellt wird es beim Viktualienmarkt-Stand "Gut zum Leben": Kontrolliert-ökologisch angebautes Getreide wird in der hauseigenen Steinmühle mit dem Getreidekeimling vermahlen, zu einem Drei-Stufen-Natursauerteig verarbeitet und gebacken. Heraus kommen zum Beispiel riesige Laibe knusprig-saftiges Spessart-Bauernbrot, frühlingshafte Bärlauchfladen, süße Osterfladen oder wechselnde Kuchen. Unter anderem gibt's immer wieder einen echten Osterhasen-Favoriten: Rüblikuchen.

Osterschinken bei Anne's Oberpfälzer Brotzeit-Schmankerl

Nix ganz Genaues weiß man nicht, wo der Brauch des Osterschinkens herkommt. Klar ist aber, dass Schweinefleisch im 17. Jahrhundert eine immer größere Bedeutung erlangte. Getrocknet oder geräuchert war der Schinken ein gutes und gut haltbares Essen, das seither zur Serienausstattung im Osterkörbchen gehört. Bei Anne's Oberpfälzer Brotzeit-Schmankerl gibt es viele Osterschinken-Varianten, ob roh oder gegart, hell oder dunkel, in handlichem Format oder in der Großfamilienversion. Beim Entscheiden hilft ein Probierteller an der Theke. Und wer's etwas extravaganter mag, nimmt noch einen deftigen Osterhasen aus Wurst mit.

Noch mehr Leckeres für den Osterbrunch

Schinken und Brot sind gut, aber nicht genug? Uns auch nicht. Wie wär's dazu noch mit kräuterfrischen Pasten, zum Beispiel mit Bärlauch und Rucola? Eine feine Auswahl an Aufstrichen hat Rottler's Traditions-Feinkost. Und wo Ihr schon da seid, packt doch gleich noch ein paar leckere Oliven, eingelegte Zwiebeln oder Kapernäpfel ein. Käseliebhaber werden bei Caseus fündig, dort gibt es passend zum Frühling einen rassigen "Bärlauch Kas" aus bayerischer Heumilch. Was darf noch nicht fehlen an Ostern? Freilich, Eier! Die gibt's fertig bunt gefärbt an vielen Ständen. Wer lieber selber ausblasen und anmalen mag, findet frische Freilandeier zum Beispiel bei Stephani's Geflügelparadies.

April-Genuss: Spargel und Weißwein

 Weil Ostern dieses Jahr ziemlich spät ist, ist die Spargelsaison schon in vollem Gange — gut für alle, die die weißen oder grünen Stangen lieben! Der Profi kocht den Spargel ja stehend im Topf oder dämpft ihn schonend in einem Siebeinsatz über Wasserdampf. Dabei gehen am wenigsten Vitamine und Spurenelemente verloren. Wem das zu umständlich ist, der kann es mal mit der Pfanne versuchen: Den Spargel einfach in gutem Olivenöl, das es natürlich auch auf dem Viktualienmarkt gibt, anbraten. Tipp: Grünen Spargel muss man nicht mal schälen, einfach nur die Enden etwas kürzen und vorher waschen. Dazu passen Kartoffeln, die es überall auf dem Viktualienmarkt gibt. Und zum Trinken? Ein feiner Weißwein. Zum Beispiel ein Lugana aus der Gegend südlich des Gardasees. Spargel und den passenden Wein dazu gibt’s zum Beispiel beim Stand Schlegel.

Für Wild, Lammbraten und Gemüse: frische Kräuter

 Rosmarin, Lorbeer und Thymian passen gut zu Wildgerichten. Salbei, Oregano und Petersilie eignen sich gut, um einen würzigen Lammbraten zuzubereiten. Und natürlich geht gar nichts ohne frische Kräuter bei Gerichten mit Gemüse und Kartoffeln. Fündig werdet Ihr ganz bestimmt bei Kula & Bibinger auf dem Viktualienmarkt: Ein wahres Kräuterparadies! Und das Gemüse gibt’s dort auch gleich. Natürlich möglichst regional und saisonal.

Was Süßes zum Schluss: Pralinen und Schokofrüchte

Klar, an Ostern darf Schokolade nicht fehlen. Wie gut, dass es auch dafür auf dem Viktualienmarkt einen extra Stand gibt! Ihr findet ihn am südlichen Rand des Marktes in der Nähe der Schrannenhalle. Im Münchner SchokoLaden kann man sogar zuschauen, wie feine Pralinen mit belgischer Schokolade handgefertigt werden. Hübsche österliche Blechschachteln haben sie dort auch, falls Ihr ein Mitbringsel oder Geschenk braucht. Ihr wollt einen gesunden Nachtisch? Es gibt auch mit Schokolade überzogene Früchte.


Text: Steffi Mayerhanser, Anette Göttlicher
Fotos: Anette Göttlicher

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