Traditionelle Wiesn-Schmankerl

Traditionelle Wiesn-Schmankerl: Ente, Foto: Lukas Schirmer
Foto: Lukas Schirmer

So schmeckt das Oktoberfest – Teil 1

Das Oktoberfest ist an Vielfalt kaum zu überbieten – so viele Besucher, Fahrgeschäfte, Zelte und Maß'n wie auf der Wiesn gibt es wohl nirgendwo sonst auf der Welt. Was dabei oft untergeht: Auch das Angebot an Schmankerln lässt keine Wünsche offen. Wir stellen Euch unsere Lieblinge vor. Teil 1: die Klassiker.

A Semmel geht immer

Wiesn-Schmankerl, Foto: Lukas Schirmer
Foto: Lukas Schirmer

Was Deftiges in der Semmel ist die perfekte Grundlage zum Start des Wiesn-Besuchs. Ein handlicher Begleiter beim Rundgang übers Festgelände und der wohl beliebteste Späthunger-Snack beim Heimgehen. Darum gibt’s auch an fast jeder Wiesn-Ecke einen Stand, der Bratwurstsemmeln anbietet. Wem das zu klassisch ist, der probiert zum Beispiel einen Weißwurstleberkäs in der Laugensemmel bei der Wurstbraterei „Zum Gaumenschmaus“. Oder, a bisserl schweinischer: die Sausemmel „Pulled Pork“ von der Wurstbraterei Burtscher. Ihr wollt einem Kater vorbeugen? Dann empfehlen wir eine Fischsemmel. Bei Fisch Hellberg gibt_s die sogar im gluten- und laktosefreien Baguettebrötchen.

Mei, bist Du siaß!

Wiesn-Schmankerl, Foto: Lukas Schirmer
Foto: Lukas Schirmer

Schokofrüchte, Lebkuchenherzen und gebrannte Mandeln sind die süßen Volksfest-Klassiker schlechthin und ein beliebtes Mitbringsel für Daheimgebliebene. „Die süssesten Früchte“, so steht es auf dem Stand, gibt's bei Wenzel und Monica Bradac. Unser Favorit: Schoko-Erdbeeren. Süßwaren Mühlberger hat Lebkuchenherzen in vielen Größen und Liebesbotschaften sowie Schokoladenherzen mit Münchner Kindl. Für ein süß-scharfes Prickeln im Mund sorgen die Chili-Mandeln von Ljiljana Bock und Gesine Schlottmann. Und wer sich nicht zwischen Schoko und Nuss entscheiden kann, holt sich bei Enrico Geier gebrannte Mandeln mit Schoko-Überzug und Kokosraspeln.

Im Zelt der Fleischeslust frönen

Wiesn-Schmankerl, Foto: Lukas Schirmer
Foto: Lukas Schirmer

Das meinen wir wörtlich: Viele Zelte haben fleischige Spezialitäten, für die sie bekannt sind. Das halbe Hendl ist natürlich ein Dauerbrenner unter den Wiesn-Schmankerln und fast überall zu haben. Außen resch und innen saftig soll es sein – diese schmackhaften Kriterien erfüllt es zum Beispiel im Goldenen Hahn. Das quakende Geflügel-Pendant: die berühmte Heimer Ente mit Knödel, Soße und Blaukraut. In der Ochsenbraterei, wo die Ochsen im Ganzen am Drehspieß gebraten werden, genießt man den Ochsenbraten an kräftiger Rotweinsoße mit Bio-Kartoffelsalat. Und auch in der Haxenbraterei ist der Name Programm: Die Spezialität des Hauses ist die Schweinshaxe mit Kartoffelpüree und Fass-Sauerkraut. Im Schützen-Festzelt wuidelt’s bei saftigem Hirschbraten mit Edelpilzen in Rahm, Butterspätzle und Orangen-Preiselbeeren. Und im Marstall Festzelt serviert man als „Münchner Gedeck“ einen ofenfrischen Jungschweinebraten vom Hofgut Schwaige inklusive einem Hopfenschnapserl. Na, schon hungrig? Wir auch.

Schmankerl-Klassiker ohne Fleisch

Traditionelle Wiesn-Schmankerl: Fischer Vroni, Foto: Lukas Schirmer
Foto: Lukas Schirmer

Es muss nicht immer Fleisch sein – Fisch geht auch! Und den kann die Fischer Vroni traditionell besonders gut! Berühmt sind vor allem die frischen Steckerlfische aus Makrele, Lachsforelle, Bio-Saibling oder Wolfsbarsch. Natürlich haben die Zelte aber auch vegetarische Schmankerl zu bieten. Ein Klassiker ist beispielsweise der Münchner Bierradi mit Radieserln und Schnittlauchbrot im Löwenbräu Festzelt. Eine ordentliche und leckere Grundlage sind die hausgemachten Käfer Kasspatz’n mit frischen Röstzwiebeln und Gurkensalat in Dillrahm. Und auch im Weinzelt gibt’s passend zum Wein eine Käse-Spezialität: die Obatzda-Trilogie aus dem Original, Rosmarin-Aprikosen-Frischkäse und Speckfrischkäse mit Pfisterbrot. Als Nachspeise oder süßes Hauptgericht schmecken der Altbayerische Semmelschmarrn mit Äpfeln im Armbrustschützen-Festzelt oder Bodos Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster und Apfelmus.

Ganz Traditionelles für ganz Eingefleischte

Traditionelle Wiesn-Schmankerl, Foto: Lukas Schirmer
Foto: Lukas Schirmer

Was heute ganz modern „From Nose To Tail“ heißt, hat in Bayern und auch auf der Wiesn schon lange Tradition: Vom Tier möglichst viel zu verwerten – also „von der Nase bis zum Schwanz“. Wer's (ausprobieren) mag, bestellt etwa im Winzerer Fähndl das Blut- und Leberwurstgröstl mit Bratenfleischwürfeln, gebackenen Zwiebeln, Sauerkraut und Kartoffelschmarrn. Bei Poschners Hühner- und Entenbraterei gibt es altbayerischen Hühnermagen mit pikanter Soße oder geröstete Hühnerleber. Und „Da Rosswurstbrater“ auf der Oidn Wiesn bietet – genau – Rosswürste an. Ebenfalls auf der Oidn Wiesn erwartet Euch im Festzelt „Zur Schönheitskönigin“ noch ein ganz besonderes und auch besonders traditionelles Schmankerl: Täglich von 10 bis 14 Uhr gibt es „Kronfleischküch“", auch bekannt als „Münchner Voressen“, das früher bei Arbeitern zur Stärkung genossen wurde – zum Beispiel Kesselfleisch, Kalbslüngerl oder Kalbsbries-Milzwurst.

Text: Steffi Mayerhanser
Fotos: Lukas Schirmer

September 2018

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