München im Fernsehen: Diese Serien müsst Ihr kennen

Szene aus "Servus Baby", Foto: BR/Simon Preissinger
Foto: BR/Simon Preissinger Szene aus "Servus Baby" - Seit 8.9. geht es weiter mit der 2. Staffel

Kultserien und neue Serien-Highlights aus München

Selbst absolute München-Experten kennen vielleicht nicht alle Kultserien, die unsere Stadt in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat. Doch wir stellen Euch nicht nur Klassiker vor wie den "Monaco Franze" mit Helmut Fischer, "Kir Royal" und die "Münchner Gschichten" von Helmut Dietl, sondern zeigen auch neue Serien, die in München spielen und sehr sehenswert sind. Ganz aktuell: "Servus Baby" - die Serie geht wegen des großen Erfolgs jetzt in die zweite Staffel.

1. Servus Baby: Das bayerische Sex and the City

Szenenfoto aus der Serie "Servus Baby", Foto: BR/lüthje schneider hörl | FILM/Jennifer Bräuer
Foto: BR/lüthje schneider hörl | FILM/Jennifer Bräuer
  • Erstmals gesendet: 2018 - neue Staffel ab 8.9.20 im TV (Erste Folge bereits in der Mediathek) 
  • Worum geht es? Um das Gefühlsleben - und besonders die Partnersuche - von vier Freundinnen in München. Was an sich schon problematisch genug wäre, wird durch die "magische 30", auf die sich die vier zubewegen, noch verschärft.
  • Wer spielt mit? Josephine Ehlert, Genija Rykova, Teresa Rizos und Xenia Tiling als die Lady-Gang. Und wer den Nockherberg-Fastenprediger Maxi Schafroth ebenfalls in einer Rolle erblickt, hat keine Halluzinationen.
  • Was macht die Serie so besonders? Die gefeierte Mini-Serie von Natalie Spinell wurde bei ihrer Erstausstrahlung im BR nicht selten mit der US-Kultserie "Sex and the City" verglichen. Dabei ist "Servus, Baby" ganz anders und noch viel besser - die Serie spielt ja in München. Und wer den hiesigen Single-Markt kennt, wird sich kaum wundern, dass sie einen Nerv getroffen hat. Und zwar gleich so, dass eine zweite Staffel im September 2020 anläuft.

2. Kir Royal: Kroetz ist Baby Schimmerlos

Szenenfoto aus der Serie "Kir Royal", Foto: WDR
Foto: WDR Franz Xaver Kroetz als Klatschreporter Baby Schimmerlos
  • Erstmals gesendet: 1986
  • Worum geht es? Nicht nur die Spider Murphy Gang sang über die Münchner Schickeria der 1980er Jahre - auch Helmut Dietl widmete sich in seiner letzten Serie "Kir Royal" den Reichen, Schönen und denen, die es gerne wären. Klatschreporter Baby Schimmerlos ist immer auf der Suche nach der besten Story für seine Kolumne - klar, dass er in München mehr als genug Stoff findet.
  • Wer spielt mit? Der unvergleichliche Franz Xaver Kroetz als Baby Schimmerlos, außerdem weitere große Namen wie Senta Berger, Ruth Maria Kubitschek und sogar Kabarett-Legende Dieter Hildebrandt als Fotograf Herbie Fried.
  • Was macht die Serie so besonders? Glitzer, Glamour, Intrigen und Münchner Lokalkolorit. Das schmeckt besser als jeder Aperitif und zeigt, dass München schon in den 80ern bunt war - und ziemlich einzigartig. Außerdem kann man das herrschaftliche Wohnhaus, in dem Baby Schimmerlos in der Serie residiert, auch heute noch besichtigen - es steht in Neuhausen. Mehr erfahrt Ihr in unseren Neuhausen-Tipps

3. Monaco Franze: Ein Denkmal für Helmut Fischer

Szenenfoto aus "Monaco Franze - Der ewige Stenz", Foto: balance-film/BR
Foto: balance-film/BR Unvergessen: Der "ewige Stenz" mit seinem "Spatzl" (m.)
  • Erstmals ausgestrahlt: 1983
  • Worum geht es? Der Kriminalkommissar und "ewige Stenz" Franz Münchinger alias Monaco Franze schlawinert sich durch das München der frühen 80er Jahre - unterstützt von seinem Freund Manni Kopfeck. Obwohl er dabei so mancher Dame schöne Augen macht, hat sein "Spatzl" stets eine Engelsgeduld mit ihm. Zumindest bis zu dem Tag, an dem er sie alleine auf die Bermudas auswandern lässt, weil er sein geliebtes München nicht verlassen kann.
  • Wer spielt mit? Helmut Fischer hat sich in seiner Paraderolle als Titelheld für alle Zeiten unsterblich gemacht. Ihm wurde vor dem Café Münchner Freiheit sogar ein Denkmal gesetzt. Doch auch Ruth Maria Kubitschek als "Spatzl", Erni Singerl als resolute Haushälterin, Karl Obermayr als Monacos bester Spezl Manni oder Christine Kaufmann als Assistentin Olga spielen einfach nur großartig.
  • Was macht die Serie so besonders? Erstens: Das Setting. München als entspannte, bodenständige Großstadt voller echter Originale. Zweitens: Die Zitate. "Geh Spatzl, schau wia I schau", "A bissl was geht immer" oder "Wie meinst Krise, Spatzl?" prangen nicht umsonst heute noch auf T-Shirts, Schaufenstern und Bierdeckeln - neben dem Konterfei Helmut Fischers.

4. Der Beischläfer: Ganz anders als Harry G

Der Beischläfer, Foto: The Amazing Film Company
Foto: The Amazing Film Company
  • Erstmals gesendet:  Seit 29. Mai 2020 (Amazon Prime)
     
  • Worum geht es? Charlie Menzinger ist Lebenskünstler und umtriebiger Autoschrauber, der auch schon mal die Oldtimer in seiner Werkstatt selbst beschädigt, um sie teuer reparieren zu können. Nach dem Unfalltod seiner Frau hat der Charlie den Glauben an die Gerechtigkeit verloren. Ausgerechnet er wird unfreiwillig zum Schöffen bestellt. Doch „der Beischläfer“, wie die ehrenamtlichen Richter abschätzig genannt werden, entpuppt sich im Justizgebäude als renitenter Laienrichter, für den Gerechtigkeit mehr zählt als Paragrafen und der auch die kühlen Urteile der gesetzestreuen Berufsrichterin Julia Kellermann gern revidiert. Dabei hilft ihm der Schwiegervater, der ihm ins Gewissen spricht, die verstorbene Marie, die ihm im Traum erscheint, sein chaotischer Spezl Xaver – und sein Menschenverstand. Und er verbindet ihn letztlich auch mit der aus Berlin zugereisten Richterin, die sich erst noch mit den Eigenheiten des Münchner Mietmarktes, vor allem aber der Einheimischen arrangieren muss...
     
  • Wer spielt mit? Harry G –  nicht. Sondern Markus Stoll, Comedian und in der Rolle des grantelnden Harry G, der sich die Isarpreißn vornimmt, über die Stadtgrenzen hinaus zur großen Nummer geworden. Im „Beischläfer“ gibt er sein Schauspieler-Debüt, als Charlie Menzinger ist er leiser als der Harry G aus den You-Tube-Videos, weniger beißend, münchnerischer. „Er ist facettenreicher und hat tiefere Momente als Harry G, der immer nur in die Kamera schimpft. Charlie ist einer, der mit den Ereignissen um sich rum klarkommen muss. Mehr der Markus Stoll halt.“ Sagt: Markus Stoll.
    Außerdem dabei: Lisa Bitter („Tatort“) als aus Berlin nach München gezogene Richterin Dr. Julia Kellermann, Helmfried von Lüttichau („Hubert und Staller“) als Charlies Schwiegervater Paul Seidl und Daniel Christensen („Leberkäsjunkie“) als Xaver Holzapfel. Der sorgte schon Ignaz Flötzinger in der „Eberhofer”-Kinoreihe für skurrile Momente; im „Beischläfer“ hat er als Charlies chaotischer Freund und scheiternder Selfmade-Unternehmer noch schrillere Szenen – vor allem, wenn er sich mit Heino Ferch, der sich selbst in einer Cowboy-Version spielt, um das Recht am aus bayerischem Bier destillierten Tequila prügelt.
     
  • Was macht die Serie so besonders? Sie wirkt wirklich münchnerisch, vor allem in ihren Zwischentönen. Und zeigt – nicht im linearen Vorabend-TV, sondern auf einer internationalen Streaming-Plattform – wie diese Stadt auch ist. Klar, sie spielt mit den Klischees: die Wohnungssuche, Makler und Spekulanten werden ebenso überzeichnet wie die Missverständnisse zwischen echten Münchnern und Zuagrostn – etwa wenn die Richterin aus Berlin bei ihrer Suche nach einer Münchner Bleibe verzückt argumentiert, in Neuperlach stecke „schon im Wort die neue Perle und das Lachen“. Oder wenn sie über den Charlie sagt: „Das ist so ein richtiger Monaco Frank.” 
    Mehr als an den (kurzen) Sequenzen vom Gärtnerplatz und Stachus erfreuen sich die Münchner an eher selten gezeigten Ecken, vor allem in der Au, wo sich die Menzinger-Werkstatt versteckt und im Schwiegerpapa das Herz des alten Münchners schlägt.  Dazu der Soundtrack von „Dreiviertelblut” – und dass es in dieser Stadt aufregend und gemütlich ist,  es schlitzohrig zu- und am Ende doch gerecht ausgeht: „Der Beischläfer“ ist eine Hommage an die Münchner. Und enthält allenfalls leichte Spuren von Harry G.

 

5. Münchner Geschichten: Der Tscharlie in Helmut Dietls erster Serie

Szenenfoto aus der Serie "Münchner Gschichten", Foto: BR/Intertel Television GmbH/Intertel Television GmbH
Foto: BR/Intertel Television GmbH/Intertel Television GmbH Der "Tscharlie" (mitte) in der berühmten Cowboy-Szene aus den "Münchner Geschichten"
  • Erstmals gesendet: 1974
  • Worum geht es? Die Serie erzählt lose zusammenhängende Episoden aus dem Leben des ewigen Vorstadt-Strizzis und Berufsjugendlichen Karl "Tscharlie" Häusler, der immer noch bei seiner Oma Anna im Lehel wohnt. Mit seinen Kumpels Gustl und Achmed ist er stets auf der Suche nach der "Riesensach". Erfolg hat er dabei zwar selten, aber immer eine Gaudi.
  • Wer spielt mit? Günther Maria Halmer war wie geschaffen für die Rolle des lässig-rebellischen "Tscharlie". An seiner Seite: die "Grande Dame" Therese Giehse, die junge Michaela May und weitere Helmut-Dietl-Lieblinge wie Karl Obermayr, Gustl Bayrhammer und Towje Kleiner.
  • Was macht die Serie so besonders? Helmut Dietls erste Serie ist eine lustige, liebevolle und manchmal auch melancholische Hommage an das Altmünchner Kleinbürgertum, das in den 1970ern schon zum Untergang verurteilt war. Mit den drei Cowboys, die nach einem Faschingsball müde durchs Siegestor reiten, hat Dietl eine bis heute berühmte München-Darstellung im TV geschaffen.

Und was kann man heute noch im Lehel machen? Unsere Tipps verraten es

6. Irgendwie und sowieso: Der junge Otti Fischer probt den Aufstand

Szenenfoto aus der Serie "Irgendwie und Sowieso", Foto: BR/Tellux-Film GmbH/Günther Reisp
Foto: BR/Tellux-Film GmbH/Günther Reisp Ottfried Fischer und Michaela May in "Irgendwie und Sowieso"
  • Erstmals gesendet: 1986
  • Worum geht es? Um das berüchtigte Jahr 1968, das wie kein zweites für Aufbegehren und Aufbruch stand. Aber wie war das in der oberbayerischen Provinz östlich von München? Jungbauer Alfons Kerschbaumer alias Sir Quickly rüttelt mit seinen Spezln Sepp und Effendi die verstockte Dorfgemeinschaft auf.
  • Wer spielt mit? Die Besetzung ist legendär! Ottfried Fischer. Elmar Wepper. Michaela May. Bruno Jonas. Hannelore Elsner. Wolfgang Fierek. Alle in jungen Jahren und mit jeder Menge Spielfreude.
  • Was macht die Serie so besonders? Sie spielt zwar nicht direkt in München, sondern im Umland, genauer gesagt im Landkreis Ebersberg - trotzdem hat Franz Xaver Bogners "Irgendwie und sowieso" einen München-Bezug. Denn verrückte Vögel wie den Sir Quickly gab es in der wilden Hippiezeit auch in unserer Stadt mehr als genug. Ein weiterer Pluspunkt: Wohl keine zweite Serie hat einen so lässigen Soundtrack.

7. München 7: Franz Xaver Bogners Polizeiwache

Szenenfoto aus der Serie "München 7", Foto: ARD/Guenther Reisp
Foto: ARD/Guenther Reisp
  • Erstmals gesendet: 2004
  • Worum geht es? Um den Polizisten- (nicht Polizei-)Alltag auf der fiktiven Wache München 7. Im Mittelpunkt steht der "Sheriff vom Marienplatz" Xaver Bartl, der zusammen mit seinem neuen Kollegen Felix Kandler für Recht und Ordnung sorgt - am liebsten auf dem Viktualienmarkt, wo seine Jugendliebe Elfi ein Standl betreibt.
  • Wer spielt mit? Ein "Who is who" der lokalen Kleinkunst- und Schauspielriege! Andreas Giebel mimt den Xaver Bartl, Christine Neubauer die Elfi, und auch Monika Gruber ist als Standlfrau mit dabei. "Mama Bavaria" Luise Kinseher spielt Bartls resolute Vorgesetzte Thekla Eichenseer, und in weiteren Rollen erlebt Ihr Eisi Gulp, Sepp Schauer, Sebastian Bezzel und Kabarett-Grantler Harry G. Um nur eine Auswahl zu nennen.
  • Was macht die Serie so besonders? "München 7" ist ganz sicher nichts für Krimi-Fans. Aber das hatte Regisseur Franz Xaver Bogner auch gar nicht im Sinn. Hier stehen Ur-Münchner mit ihren liebenswürdigen Marotten im Mittelpunkt. Manchmal geht's ans Herz, meistens sind die Erlebnisse von Xaver & Co. aber ziemlich unterhaltsam. Ganz so wie München eben...

8. Münchner "Tatort": Hier ermitteln Franz Leitmayr und Ivo Batic

Szene aus "Tatort - Unklare Lage", Foto: BR/X Filme Creative Pool GmbJ/Hagen Keller
Foto: BR/X Filme Creative Pool GmbJ/Hagen Keller Miroslav Nemec (M.) und Udo Wachtveitl (r.) in ihren Rollen als Ivo Batic und Franz Leitmayr
  • Erstmals ausgestrahlt: 1972 (mit aktuellem Ermittlerteam: 1991)
  • Worum geht es? Mord, Entführung, Drogenhandel - die Münchner "Tatort"-Ermittler lösen auch die schwierigsten Fälle. Noch dazu sind Ivo Batic und Franz Leitmayr auch privat gute Kumpels, die sich auch mal richtig streiten, sich aber am Ende immer in die Augen schauen können. Fast wia im richtigen Leben, sozusagen.
  • Wer spielt mit? Unglaublich, aber wahr: Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl ermitteln seit 1991 (!) Seite an Seite. Prominente Vorgänger als Münchner "Tatort"-Komissare waren unter anderem Helmut Fischer und Gustl Bayrhammer.
  • Was macht die Serie so besonders? Sonntagabend, 20:15 Uhr im Ersten - der "Tatort" ist seit Jahrzehnten Kult und wird wohl bis in alle Ewigkeiten die Nummer eins der TV-Krimis bleiben. Kritiker zählen die Münchner Folgen seit langer Zeit zu den besten der Serie - nicht zuletzt, weil immer wieder hochkarätige Regisseure wie Dominik Graf oder Krimi-Schwergewichte wie Friedrich Ani als Drehbuchschreiber dabei sind.

Unser Special zum Münchner "Tatort" mit Public Viewing

9. Die Hausmeisterin: Alteingessenes mit Veronika Fitz

Szene aus der Serie "Die Hausmeisterin", Foto: BR/Tatiana Film GmbH & Co. Audio KG
Foto: BR/Tatiana Film GmbH & Co. Audio KG
  • Erstmals gesendet: 1987
  • Worum geht es? Martha Haslbeck ist eine resolute Münchnerin mit dem Herz am richtigen Fleck. Als Hausmeisterin in einem Altbau in der Haidhauser Balanstraße kümmert sie sich nicht nur um die Hausgemeinschaft, sondern auch um ihren Ex-Gatten - obwohl der mit seinem "Ilse-Hasi" längst eine Neue hat.
  • Wer spielt mit? Veronika Fitz macht sich als Hausmeisterin Martha unsterblich. Aber auch Helmut Fischer als Ex-Gatte Josef und Ilse Neubauer haben dazu beigetragen, dass die Serie schnell Kult wurde.
  • Was macht die Serie so besonders? Der Altmünchner Charme der Hauptfiguren - wenn Ihr jemandem zeigen wollt, wie "typische alteingesessene Münchner" ticken, dann schaut diese Serie.

Dass sich Haidhausen auch heute noch lohnt, zeigt unser Viertel-Guide

10. München Mord: Drehbuch von Friedrich Ani

Szenenfoto aus der Serie "München Mord", Foto: ZDF / Hendrik Heiden
Foto: ZDF / Hendrik Heiden Das Ermittlerteam von "München Mord", gespielt von Marcus Mittermeier, Bernadette Heerwagen und Alexander Held (v.l.)
  • Erstmals gesendet: 2014
  • Worum geht es? Natürlich um Mord - aber bei der gefeierten ZDF-Serie sollte man keine klassischen "Whodunit"-Krimis erwarten. "München Mord" verbindet Kriminalfälle mit aktuellen Gesellschaftsthemen und würzt das Ganze mit einer feinen Mischung aus Melancholie und Humor. Das Ermittler-Trio ist auf die eine oder andere Weise im Leben und Beruf gescheitert - und harmoniert aus genau diesem Grund prächtig.
  • Wer spielt mit? Mit dem gebürtigen Münchner Alexander Held spielt einer der besten deutschen Charakterdarsteller den Hauptkommissar Ludwig Schaller. Unterstützt wird er von Bernadette Heerwagen und Marcus Mittermeier - und BR-Moderator Christoph Süß ("quer") ist als Chef der Mordkommission auch dabei.
  • Was macht die Serie so besonders? An vielen Drehbüchern ist Krimi-Großmeister Friedrich Ani beteiligt - und dessen Bücher sind ja nun wirklich keine Krimis von der Stange. Das merkt man auch "München Mord" an. Gentrifizierung, Sexindustrie, Dekadenz: Die Themen haben es in sich - und die Serie macht süchtig.

11. Der ganz normale Wahnsinn: Vom frühen Helmut Dietl

Szenenfoto aus der Serie "Der ganz normale Wahnsinn", Foto: balance-film/BR
Foto: balance-film/BR von links: Towje Kleiner, Monika Schwarz und Helmut Fischer in "Der ganz normale Wahnsinn"
  • Erstmals gesendet: 1979
  • Worum geht es? Journalist Maximilian Glanz, frisch geschieden, plant sein monumentales Buch-Epos "Woran es liegt, dass der Einzelne sich nicht wohl fühlt, obwohl es uns allen so gut geht". Doch kommt ihm beim Schreiben sein Privatleben dazwischen - denn das ist ein Scherbenhaufen. Am Scheidungstag trifft er die attraktive Gloria, die ebenfalls soeben eine Scheidung hinter sich hat. Zwölf Folgen lang entdecken die beiden nun, dass sie miteinander nicht so wirklich können - aber ohne einander erst recht nicht. Und dann sind da auch noch ihre besten Freunde: Playboy Lino versucht, Maximilian von den Vorzügen eines ungebundenen Lebens zu überzeugen - während Aline ihrer Gloria stets predigt, dass Frauen alles zum Leben brauchen, aber ganz bestimmt keinen Mann.
  • Wer spielt mit? Towje Kleiner wurde damals nicht umsonst als "bayerischer Woody Allen" bezeichnet - er spielt den Neurotiker Maximilian brilliant. Auch Monika Schwarz ist als ebenso stolze wie verwirrte Gloria eine Wucht.  Interessant ist auch der von Helmut Fischer gespielte "Stenz" Lino - aus dieser Rolle sollte sich bald der legendäre Monaco Franze entwickeln. Last but not least: Barbara Valentin als Feministin Aline.
  • Was macht die Serie so besonders? Sie mag nicht ganz den legendären Ruf von Helmut Dietls späteren Serien haben, doch mit "Der ganz normale Wahnsinn" zeigte der Regisseur, dass er wie kein Zweiter die menschlichen Schwächen seiner Protagonisten in beste Unterhaltung ummünzen konnte. Auch fängt die Serie das Münchner Lebensgefühl Ende der 1970er meisterhaft ein - eine Stadt an der Schwelle zur heutigen Moderne, durch die aber immer noch ein Altmünchner Wind weht. Schräge Vögel, liebenswerte Grantler, kultige Kneipen, attraktive Damen und dazwischen Münchner Sehenswürdigkeiten: die Mischung macht's!

Mehr zum Thema, weitere Freizeittipps

X

CORONAVIRUS: DIE AUSWIRKUNGEN AUF MÜNCHEN

Alle Infos
Top