5 München-Tipps, die nicht in jedem Reiseführer stehen

Der Königsplatz am Abend, Foto: muenchen.de/Michael Hofmann
Foto: muenchen.de/Michael Hofmann

1. Das schönste nächtliche Freilichtmuseum

 

In Rom hängt man abends an der Piazza Bologna rum, in Berlin im Mauerpark und in München am Königsplatz. Warum? Weil die Stimmung und der Ausblick der Hammer sind. Die Treppenstufen der Glyptothek wärmen sich tagsüber von der Sonne auf und sind der ideale Platz für ein Gläschen Wein bei Sonnenuntergang. Und danach werden die klassizistischen Gebäude von Scheinwerfern angestrahlt - ein kostenloses Freilichtmuseum!

Gratis M-Wlan gibt's hier natürlich auch - aber Dating-Apps sind hier garnicht nötig, denn die Leute, die hier herkommen, lassen sich auch so gerne mal auf ein nettes Gespräch ein...

2. Münchens vielleicht urigstes Wirtshaus

Tattenbach, Foto: Tattenbach
Foto: Tattenbach

 "München ist ja sooo urig!" Nicht nur Komiker Harry G. macht sich gerne drüber lustig, wenn die "Zuagroasten" in Begeisterungsstürme über München ausbrechen. Wenn solche Sätze aber auf eine (!) Institution zutreffen - dann aufs Tattenbach im Lehel. Nicht umsonst steht das kultige Wirtshaus, das ehemals Burgstüberl hieß, unter Denkmalschutz. Hier wundert einen nichts mehr: dass Lederhosen von der Decke hängen, Moriskentänzer an der Wand grüßen oder die Kellner die Leibspeisen der Stammgäste auswendig wissen. Meistens ist es eh Schnitzel, denn das ist hier richtig gut.

Wenn Euch nach noch mehr "urigen" Wirtshäusern ist: der Alte Wirt in Obermenzing aus dem Jahr 1417 gilt als älteste Gaststätte Münchens. Zwar wurde hier und da mal renoviert, aber das Flair des ehemaligen Bauernguts spricht noch immer aus Kutschertisch, Jagdstube und Co.

3. Ehrliche Eisenbahnromantik

Bahngleise in Giesing, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Industrial Look - klingt irgendwie nach Hipster-Café. Unverkünstelt und trotzdem schön sind die Münchner Eisenbahnbrücken. Gleich beim Nockherberg gibt's Gleisromantik, wenn Ihr vom Steg aus runter auf die Züge schaut, die den Eisenbahn-Südring entlangrauschen. Nach ein bis zwei Bierchen soll der Anblick sogar noch bezaubernder sein...

4. Bunte Wände und Brücken

Streetart in München, Foto: Lukas Fleischmann
Foto: Lukas Fleischmann

 

München ist bunt. Auch auf den Straßen. In den 80ern war die Stadt sogar der Hotspot der beginnenden Street Art-Szene in Deutschland. Mit dem rätselhaften Wort "Heiduk" auf Häuserwänden und Loomits besprayter S-Bahn, der ersten „Wholetrain“ Europas, fing alles an. Aber genug Geschichte - wenn Ihr Graffiti und Street Art in München sehen wollt, kommt ins Schlachthofviertel! Die Außenwände an der Tumblingerstraße samt Ratten von "Blek le Rat" tragen die Handschrift der Subkultur.

Apropos Untergrund: Mit dem Radl entlang der Isarauen seht Ihr zwischen Friedensengel und Muffathalle im Schnelldurchlauf alles vom Münchner Kindl auf dem Surfbrett bis zum „Bayerischen Banditen“, dessen Markenzeichen ein blau-weißes Bandana ist. Mehr zur Urban Art in München

5. Abgefahrene Fassaden

Das Hotel Opera im Lehel, Foto: muenchen.de/Mark Read
Foto: muenchen.de/Mark Read

 

Fassaden-Hopping ist besser als Window-Shopping - Ihr lernt Münchens schönstes Gesicht kennen und werdet nirgends zum Kaufen verführt. Das Hotel Opéra (Foto) im Lehel wirkt durch seine imposante schwarz-weiße Fassade wie ein italienisches Stadtpalais, im Übrigen ist das Haus wie Venedig auf Wasser gebaut. Wenn Euch mal nach etwas Dekadenz ist, trinkt einen Cappuccino im Renaissance-Innenhof – das Eisbach-Rauschen gibt's gratis dazu.

Aber der Preis für das Viertel mit den meisten beeindruckenden Fassaden geht an Schwabing – der Jugendstil blüht hier immer noch. Exotische Unikate findet Ihr etwa mit pharaonischen Masken in der Römerstraße 11. Nicht nur für bibelfeste Christen ein Hingucker: in der Ainmillerstraße 22 lächeln Euch Adam und Eva höchpersönlich an. Und nebenbei lernt Ihr dabei auch noch eines der ältesten erhaltenen Jugendstilhäuser der Stadt kennen...

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