Von der Hackerbrücke zum Hofbräuhaus: Ein Streifzug in Bildern

Die Hackerbrücke vom ZOB aus, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher Die einsame Hackerbrücke vom ZOB aus gesehen

Die stille Stadt: ein abendlicher Foto-Spaziergang in Corona-Zeiten

(3.11.2020) Im Sommer hätte man fast vergessen können, dass Pandemie ist – doch jetzt im November beginnt die „stade Zeit“, wenn auch etwas früher als sonst. Und vor allem: stiller. Restaurants, Kneipen und Bars haben vorübergehend geschlossen, die Stadt ist im Herbstschlaf. Ein Streifzug in Bildern: von der Frauenkirche übers Hofbräuhaus und den Odeonsplatz bis zum Max-Joseph-Platz ohne Palmen.

Einsam wacht die Frauenkirche

Die Frauenkirche in München bei Nacht, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Dass die Beleuchtung an den rund 100 Baudenkmälern, die von der Stadt München nachts kunstvoll und ebenso ausgeklügelt wie energiesparend angestrahlt werden, um Punkt 23 Uhr ausgeht – hättet Ihr's gewusst? Wir auch nicht.

Es macht dieses Bild besonders – ist es doch nicht um zwei Uhr früh aufgenommen, sondern um kurz nach 21 Uhr abends. Bis August 2019 leuchtete die Frauenkirche übrigens noch bis 00:30 Uhr. Jetzt ist schon eine Stunde vor Mitternacht Schluss, natürlich nicht wegen Corona, sondern aus Energiespar- und Umweltschutzgründen. Mir san hier halt nicht in Las Vegas!

Das Platzl ohne Touristen – déjà-vu aus dem Frühjahr

Platzl mit Hofbräuhaus

In München steht ein Hofbräuhaus ... Das Gebäude der Stadt, das vermutlich bekannter ist als der Dom zu Unserer Lieben Frau aka die Frauenkirche. Dessen berühmtes, urbayrisches Lied von einem Preußen geschrieben wurde und das es nur gibt, weil im 16. Jahrhundert dem damals amtierenden Herzog das bayerische Bier nicht schmeckte, der Import aus dem Norden zu teuer wurde und er ein gescheites eigenes brauen lassen wollte.

Hier wird einem wieder mal ganz besonders bewusst, was anders ist während der Pandemie. Am ganzen Platzl ist nämlich tatsächlich kein Mensch. Und das schon bald nach Einbruch der Dunkelheit. Wie sich das anfühlt? Irgendwie traurig. Aber, psssst: Auch schön. Fast andächtig. Oder ist Euch der Alte Peter schon mal aufgefallen, den man von hier aus sieht?

Der einsame Reiter am Wittelsbacherplatz

Wittelsbacherplatz bei Nacht

Der Sommer in der Stadt bescherte Kurfürst Maximilian auf dem Wittelsbacherplatz ein wenig Abwechslung – auch wenn er sich sicher gewundert hat, Haushaltswaren, Dirndl, Glupperl und ein Kinderkarussell von oben zu betrachten. Jetzt ist er wieder einsam, da ja auch der Mittelaltermarkt in der Vorweihnachtszeit nicht stattfinden wird.

Etwas verloren prangt der Kurfürst auf seinem Sockel und deutet leicht planlos in die Ferne. Auch er scheint nicht zu wissen, wie genau es nun weitergeht, wann zu seinen Füßen wieder so richtig Leben ist, wohin die Reise geht. Was derweil bleibt, ist, seinen beeindruckenden Schatten zu bewundern, den er abends zuverlässig wirft. Aber, nicht vergessen: Nur bis Punkt 23 Uhr.

München ohne Touristen – die Maximilianstraße

Hotel Vier Jahreszeiten in der Maximilianstraße, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

München hat ja an vielen Orten Italien-Flair, nicht nur am Königsplatz mit den Propyläen, auch am Max-Joseph-Platz bei der Oper und hier in der Maximilianstraße.

Einsam liegt dort das Hotel Vier Jahreszeiten. Momentan ohne die internationalen Touristen, die hier gerne logieren, zumindest die, die sich's leisten können. Sie und die Theatergänger sind es, die abends Münchens Edel-Flaniermeile beleben.

 

Der Hofgarten: ein wahrlich romantischer Ort

Die Theatinerkirche vom Hofgarten aus gesehen, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Es brennt Licht im Hofgarten an einem frühen Abend im November. Doch nicht vom Tambosi oder einem anderen Lokal, denn die haben grad geschlossen. Das Licht scheint für die Boule-Spieler, deren Passion der Teil-Lockdown nichts anhaben kann. 

Ein paar Meter weiter wird's dunkel und einsam, kühl ist es um diese Jahreszeit eh schon. Romantisch oder ein wenig trostlos? Kommt drauf an, ob man mit der richtigen Begleitung unterwegs ist. Der Blick zur Theatinerkirche jedenfalls ist spektakulär und schön wie immer. 

Der Abendhimmel gibt alles über Schloss Nymphenburg

Sonnenuntergang am Nymphenburger Kanal, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Auch auf der Gerner Brücke, auf der das abendliche Versammeln und Biertrinken schon eine Weile nicht mehr erlaubt war, ist's ruhig geworden – die Absperrungen, die im Frühjahr dafür sorgen sollten, dass man sich hier nicht aufhält, sind weg, und die wenigen ortsansässigen Sonnenuntergang-Genießer halten immer einen Geländerpfosten Abstand, man hat sich mittlerweile daran gewöhnt. 

Das abendliche Schauspiel, könnte man meinen, soll über die trüben November-Aussichten hinwegtrösten und zeigen: Es gibt so viel Wunderbares, was man in dieser Stadt genießen kann. Auch jetzt.

In der Ludwigstraße: Die Außengastro wartet auf den Winter

Das geschlossene Café an der Uni, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Schon ein bisschen seltsam, dieser Anblick: Eingemottete Schirme und vielerorts Schanigärten mit Dächern und Regenschutz, die auf den Dezember warten. Klar, wir werden sie noch brauchen, diese Möglichkeiten, auch in der kalten Jahreszeit draußen zu sitzen, Platz und frische Luft zu haben. 

Jetzt heißt es erstmal: Gesund durch den November kommen, Geduld haben, daheim bleiben. Wer möchte, kann sein Lieblingsrestaurant ja unterstützen, indem er Essen to go dort abholt oder sich liefern lässt. Vor allem die kleineren Lokale bieten das an.

Der Max-Joseph-Platz ohne Palmen

Max-Joseph-Platz bei Nacht, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Im Sommer gab's hier Palmen mit Blick auf die Oper und die Residenz. Die sind jetzt wieder weg, aber es wäre eh ein bisschen frisch, um unter ihnen zu sitzen – und vielleicht gibt's das Karibikgefühl ja 2021 wieder. 

Was bleibt, ist der Blick auf die prächtige Häuserreihe gegenüber der Oper. Da die Lokale in der Residenzstraße gerade nicht geöffnet haben dürfen und auch der Theater- und Opernbetrieb vorübergehend still steht, ist es merklich ruhiger hier. Was der schönen Optik aber keinen Abbruch tut.

Fotos & Text: Anette Göttlicher
November 2020

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