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Bairisch-Kurs: Einkaufsratgeber für den Viktualienmarkt

Blumenmeer im Pasinger Viktualienmarkt, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

So geht "Eikaffa aufm Viktualienmarkt" auf bairisch

Nirgends ist das Einkaufen so herrlich wie auf dem Viktualienmarkt. Deshalb sollte man das als Münchner ganz regelmäßig zelebrieren. Wir machen Euch fit für: „Eikaffa aufm Viktualienmarkt, und zwar wos Gescheids“ = Einkaufen auf dem Viktualienmarkt und zwar Waren von guter Qualität.

Mit dem Standlbesitzer über Preise und Qualität sprechen

Stände auf dem Viktualienmarkt

Die große Auswahl und auch die hohe Qualität der Waren haben den Viktualienmarkt weltberühmt gemacht. Selbst exotische Gewürze oder Früchte kann man dort bekommen. Das merkt der Kunde dann natürlich auch manchmal an den Preisen. Diese können gerechtfertigt sein. Aber vielleicht nicht immer. Zumindest sind nicht alle Kunden überzeugt davon, dass man für eine Schale „Biarl“, so sagt man auf bairisch zu Beeren, schon mal 8 Euro hinblättern soll. Dann kann man folgende Szenen am „Standl“ mithören:

  • Kunde: „Des is ja ausgschamt, wos ihr do verlangts.“ = Die sind ja unverschämt, eure Preise.
  • Standlbesitzer: „Wenn ma wos Gscheids wui, dann muas ma a wos hilegn.“ = Wer gute Qualität möchte, der muss auch Geld ausgeben.
  • Kunde zu einem Standlbesitzer: „A geh Schmarrn, du bist a ausgschamts Ramme.“ = "Ach Blödsinn, du bist ein unverschämter Nasenpopel."
  • Kunde zu einer Markfrau: „A geh weida, du bist a blede Heen.“ = „Ach hör mir bloß auf, du bist eine blöde Henne.“ (Warnung: das ist sehr unhöflich und sollte nicht aktiv verwendet werden. Das ist rein passiver Wortschatz für Euch, damit ihr sofort wisst, dass ihr gerade beleidigt werdet.)
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"Mogndrazal" und "Lebakassemme"

Viktualienmarkt, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Auch wenn es auf dem Viktualienmarkt einmal hart zugehen kann, ist es in der allermeisten Fällen ein Ort des Genusses und der Freude. Wenn Ihr dort eh zum „Eikaffa“ unterwegs seid, dann empfiehlt es sich, an einem der vielen Stände innezuhalten und sich folgendes zu gönnen:

  • „a kloans Mogndrazal“ = ein kleiner Appetizer; etwas, das den Magen lieb neckt

In Bayern hat dieses „Mogndrazal“ folgende Besonderheit. Man kann es immer essen, auch wenn man keinen Hunger hat oder gerade auf Diät ist, denn ein „Mogndrazal“ hat per se keine Kalorien. Als „Mogndrazal“ geht übrigens so einiges durch, zum Beispiel:

  • a bo Biarl oder Nussn = ein paar Beeren oder Nüsse
  • a Lebakassemme = eine Leberkäsesemmel
  • a Rankn Brod oder Kuacha = eine ziemlich dicke Scheibe vom Brot oder Kuchen

Winterliche Schlankmacher auf dem Viktualienmarkt

Auf dem Viktualienmarkt wird man glücklich, aber nicht unbedingt schlank. Außer man kauft die typischen winterlichen Schlankmacher auf dem Viktualienmarkt, also „wos Gsunds für de koide Zeid“

  • „Erdebfe“ = Kartoffeln, die in Bayern als ‚Äpfel der Erde‘ umschrieben ewrden
  • „rode Rona“ = rote Beete, extrem gesund im Winter
  • „a Stampal Kreitaschnaps“ = ein kleines Gläschen Kräuterschnaps

Dann kommt Ihr auf jeden Fall gut durch den Münchner Winter.

Text: Judith Schacht

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