Das Monopol-Kino in München

Monopol Kino München

Das Monopol in Schwabing wurde 2014 als das beste Programmkino Bayerns ausgezeichnet. Warum ein Besuch sich lohnt.

Arthouse- und Independentfilme ganz ohne Werbung und Popcorn — anspruchsvolle Unterhaltung in angenehmem Ambiente, das ist das Konzept des Monopol Kinos in Schwabing.

Die Geschichte des Monopol

Als im Sommer 2011 die Abrissbagger in der Feilitzschstraße anrücken, verlieren nicht nur die Fans der legendären Schwabinger Sieben ihre Heimat, sondern auch eines der besten Pro-grammkinos der Stadt. Doch beide Institutionen trotzen der Abrissbirne: Die Kultkneipe zieht ein-fach ein paar Häuser weiter, das Monopol-Kino findet in der Schleißheimer Straße unweit des Nordbads ein neues Zuhause, in den Räumen der ehemaligen Gaststätte „Zum Erwin“ und der dazugehörigen Kegelbahn. Wo früher Stammtischgespräche geführt und alle Neune abgeräumt wurden, befinden sich heute drei hochmoderne Kinosäle und eine stilvolle, gemütliche Kinobar.

Arthouse, Independent, Original mit Untertitel — und kein Popcorn!

Eingerahmt zwischen einem Discounter und einem Schnellimbiss und umgeben von Wohn- und Geschäftshäusern liegt die neue Adresse des Monopol-Kinos nicht gerade im kulturellen Epizent-rum Münchens. Doch der Weg hierher lohnt sich für alle, die anspruchsvolle Unterhaltung in ei-nem angenehmen Ambiente zu schätzen wissen – garantiert werbe-, popcorn- und nachosfrei. Denn darauf legen die beiden Betreiber Christian Pfeil und Markus Eisele mindestens genau so viel Wert wie auf das erlesene Programm, für das das Kino übrigens kürzlich mit dem Spitzen-preis des FilmFernsehFonds Bayern (FFF) als bestes bayerisches Kino ausgezeichnet wurde.
Popcorn stinke, mache unglaublich viel Arbeit und sei überall, haben die beiden einmal in einem Interview gesagt. In den Kinosesseln, die aus dem 2011 geschlossenen Filmcasino übernommen wurden, habe man in den Ritzen noch Popcornreste gefunden.

Doku-Sneak-Previews, Love Seats und Kurzfilme

Am schönsten ist es im Monopol-Kino, wenn ein Film in der Kinobar gezeigt wird. In dem kleinen Saal mit den roten Sesseln und der dezenten Musik im Hintergrund fühlt man sich tatsächlich mehr wie in einer Lounge-Bar als im Kino. Man kann seine Beine wunderbar ausstrecken auf dem Hocker und wenn man einen der „Love Chairs“ für sich alleine hat, ist es fast so gemütlich wie zu Hause auf der Couch. An der kleinen Bar in dem Saal kann man sich vor oder nach dem Film noch gemütlich bei einem Glas Wein mit anderen Cineasten austauschen. Beispielsweise über die Doku-Sneak-Previews, die hier jeden Mittwoch im Rahmen der „Mitt-DOKs Delikatessen“ gezeigt werden und häufig von einem Publikums- beziehungsweise Regiegespräch begleitet werden. Zu-weilen sind die Dokumentationen ganz schon schräg, das Publikum darf entscheiden, ob sie ins Programm aufgenommen werden sollen.
Auch Liebhaber von Filmen im Original und von Kurzfilmen kommen im Monopol-Kino auf ihre Kosten. Dienstags ist immer„OmU-Tag“, am ersten Donnerstag im Monat werden im Rahmen der KURZfilmBAR ausgewählte Kurzfilme gezeigt. Auch kleine Filmfestivals finden hier regelmäßig statt.

Text: Alexandra Lattek

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