Münchner Bierkultur: Events, Tradition, Brauereien und Geschichte

Männer stoßen im Biergarten an, Foto: muenchen.de / Falk Heller
Foto: muenchen.de / Falk Heller

Bier in München: Oktoberfest, Biergärten und Starkbierfeste

München ist bekannt für sein Bier, die Brauereien, Biergärten und Bierfeste. Die hohe Kunst des Bierbrauens hat hier eine lange Tradition. Alle Infos und Events rund ums Bier:

Münchens Biergartenkultur: Bier und Brotzeit im Freien

, Foto: München Tourismus
Foto: München Tourismus

Was wäre München ohne seine Biergärten? Das ist ebenso schwer vorzustellen, wie Hamburg ohne den Fischmarkt oder Berlin ohne die Currywurst.

In gemütlicher Runde bei einer Maß Bier und einer leckeren Brotzeit beisammen zu sitzen, hat in der Landeshauptstadt eine lange Tradition.

Oktoberfestbier - ein ganz besonderes Bier zur Wiesn

Impressionen vom dritten Wiesnwochenende, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño
Foto: muenchen.de / Mónica Garduño

In den vergangenen Jahren rannen im Durchschnitt etwa 6 Millionen Maß die durstigen Kehlen der Oktoberfestbesucher hinab. Das untergärige, helle Festbier wird von den Brauereien speziell zur Wiesn gebraut und weist eine höhere Stammwürze und dadurch mit etwa 6 % einen höheren Alkoholgehalt als herkömmliches helles Bier auf. Nur sechs traditionsreiche Münchner Brauereien dürfen auf der Wiesn Bier ausschenken.

Starkbierzeit und Tradition der Starkbierfeste in München

Fastenzeit ist Starkbierzeit in München: Nach dem Ende der Faschingszeit beginnt in Bayern die Zeit des Starkbieres, die anno dazumal die Fastenzeit erträglicher machen sollte. Deshalb musste ein Bier her, das stärker war als alle anderen, stark und kalorienreich genug, um die Zeit der Enthaltsamkeit überbrücken zu können.

 Traditionell werden die Honoratioren beim Anstich des ersten Fasses "derbleckt" (auf die Schippe genommen). Wo in München das Starkbier ausgeschenkt wird, welche Geschichte dahinter steckt und was man noch über das süffige Bier mit Namen wie Maximator, Triumphator und Salvator wissen muss: Alles zum Starkbier im Special.

Schon bald nach der Starkbierzeit kommt die Maibock-Saison, mit der man standesgemäß den Frühling begrüßen kann.  

Weitere Events rund ums Bier: Frühlingsfest und Brauertag

  • Alle zwei Jahre findet der Münchner Brauertag statt. An diesem Tag wird das Münchner Reinheitsgebot gefeiert und die Nachwuchsbrauer auf eben dieses eingeschworen. Dann gibt es Freibier und Jungbrauer und Braumädel werden vom Oberbürgermeister freigesprochen. Organisiert wird die Veranstaltung vom Verein Münchener Brauereien e.V., der diese Tradition aufrecht erhält.
  • Anlässlich des Reinheitsgebotes von 1516 feiert ganz Bayern am 23.4. jedes Jahres den Tag des Bieres. Beim Bierbrunnen vor dem Brauerhaus wird Bier ausgeschenkt und auf das Reinheitsgebot angestoßen.
  • Einmal im Jahr findet das "Braukunst-Live! Festival" (Kundenseite) in München statt, bei dem die Besucher mit Kostproben verschiedenster Biersorten einen Eindruck von der enormen Vielfalt der heimischen und nationalen Biere bekommen.
  • Und auch beim Münchner Frühlingsfest können die Besucher sich in Festzelten und im Weißbiergarten das Münchner Bier schmecken lassen.

Bayerische Bierkönigin: Wahl und Aufgaben

Jedes Jahr wird in München eine neue Bayerische Bierkönigin gewählt. Der ausrichtende Bayerische Brauerbund e.V. lädt nach einigen Vorauswahlrunden meist zu einem finalen Galaabend. Hier dürfen sich die Kandidatinnen ein letztes Mal präsentieren, ehe die Entscheidung fällt. 

Die frischgebackene Bierkönigin darf dann ein Jahr lang gemeinsam mit dem Bayerischen Brauereibund "Bayerisches Bier" präsentieren und für den Gerstensaft werben.

Biere in München: Brauereien auf dem Stadtgebiet

Abfüllanlage im WERK2, Foto: Giesinger Bräu
Foto: Giesinger Bräu

Die handwerklichen Brauereien wurden im 19. Jahrhundert mehr und mehr durch große Industriebetriebe abgelöst. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es noch ca. 25 verschiedene Brauereien in und um München.

Seit dieser Zeit hat ihre Zahl jedoch stark abgenommen. Heute gibt es in München vor allem diese berühmten Biermarken: Augustiner, Hofbräu, Paulaner, Hacker-Pschorr, Löwenbräu, Spaten-Franziskaner, seit 2019 gehört auch Giesinger zu den Münchner Brauereien

Bier- und Oktoberfestmuseum: Die Geschichte des Bieres

Bier- und Oktoberfestmuseum München, Foto: Bier- und Oktoberfestmuseum
Foto: Bier- und Oktoberfestmuseum

Bierfans können in der Sterneckerstraße 2 im Tal, dort wo einst das Brauerviertel der Stadt lag, die Geschichte des Bieres und des Oktoberfestes im Bier- und Oktoberfestmuseum verfolgen.

Nicht nur Erinnerungsstücke von den Bierbaronen, wertvolle Bierkrüge oder technische Errungenschaften der Bierbraukunst sind zu sehen, sondern der Besucher erfährt auch allerlei Wissenswertes rund um den Gerstensaft.

Das Reinheitsgebot: Was darf ins Bier?

Starkbiermaßkrüge, Foto: Shutterstock
Foto: Shutterstock

Verschiedene Quellen aus dem Mittelalter berichten von zum Teil recht abenteuerlichen Zutaten im Prozess der Bierherstellung - die teilweise sogar lebensgefährlich waren.

Dem versuchte das Münchner Reinheitsgebot entgegenzuwirken, das Herzog Albrecht IV. – auch „der Weise“ genannt – am 30.11.1487 erließ. Darin heißt es, dass Bier „nu füran auch aus nichts anderem dann Hopfen, Gersten und Wasser gesotten werden“ darf. Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg, aus dem Albrecht IV. als Sieger hervorging, wurde im Jahr 1516 auf dem Landständetag in Ingolstadt von seinen Söhnen Herzog Wilhelm IV. und Ludwig X. das Bayerische Reinheitsgebot erlassen – basierend auf dem Münchner Reinheitsgebot.

Nach diesen Vorgaben wird das Bier noch bis heute gebraut. 1906 wurde das Reinheitsgebot mit dem deutschen Biersteuergesetz in nationales Recht übernommen. Heute sind die Zusatzstoffe des Bieres sogar im EU-Recht geregelt, wo das Bier als "traditionelles Lebensmittel" geschützt ist.

Öko-Bier: Zutaten in Bio-Qualität, naturbelassenes Brauverfahren

Das Reinheitsgebot ist bekannt, aber was macht zusätzlich dann ein richtiges Öko-Bier aus? Naturbelassener Biergenuss fängt mit dem ökologisch verträglichen Anbau der Zutaten Hopfen und Gerste an, wobei auf Kunstdünger und chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet wird. Dass naturbelassenes Bier nur in Mehrwegflaschen und nicht in Dosen oder gar Plastikflaschen abgefüllt wird, ist eine Selbstverständlichkeit.

Durch das naturbelassene Brauverfahren ist Öko-Bier nicht so lange haltbar wie gewöhnliches Bier. Allerdings ist das "flüssige Brot" als Lebensmittel ja auch eher zum Trinken und weniger zum Lagern gedacht. Ökologische Biere sind in München in vielen Bioläden erhältlich.

Geschichte des Bierbrauens

Schon bei den ältesten Kulturen aller Erdteile findet sich die Technik des Bierbrauens - erste schriftliche Zeugnisse dafür gibt es bereits um 3000 v. Chr. bei den Sumerern. Im süddeutschen Raum breitete sich der Hopfenanbau zur Bierherstellung allerdings erst im Mittelalter verstärkt aus - zuvor wurde in Bayern vor allem Wein angebaut.

 Im Mittelalter führten zunächst Klosterbrauereien einen geregelten Braubetrieb. Die älteste noch existierende Brauerei in München - Augustiner - geht auf ein solches Kloster zurück (Brauerei seit 1328). Ab dem 13./14. Jahrhundert schlossen sich dann auch kleinere handwerkliche Brauereien zu Zünften zusammen.

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