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Freiham


Ein inklusiver Stadtteil für alle

Freiham wird ein Stadtteil für alle! Jeder Mensch, unabhängig von Geschlecht, Alter, Bildung, mit oder ohne Behinderung, soll hier barrierefrei wohnen, leben und arbeiten können. Inklusion wird deshalb ganz groß geschrieben und fließt schon von Beginn an in die Planungen ein - damit alle gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Der Stadtrat hat Ende 2013 beschlossen, dass Freiham ein Vorreiter in Sachen Teilhabe wird. Im zweiten Realisierungsabschnitt Freiham Nord sollen die Ziele der Inklusion konkret umgesetzt werden. Es ist ein inklusiv gestalteter Sportpark und Bildungscampus geplant.

Inklusion statt Integration

Inklusion bedeutet, dass Menschen mit Behinderung gleichwertig behandelt und gleichberechtigt in die Gesellschaft aufgenommen werden. Anders als bei der Integration geht Inklusion von einer Wechselwirkung zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und Barrieren aus, die ihre Mitmenschen durch ihre Einstellung aufbauen oder die durch die Umwelt geschaffen werden. Diese Barrieren behindern eine gleichberechtigte Teilnahme an der Gesellschaft. Sie dürfen gar nicht erst entstehen oder müssen abgebaut werden!

Da der Stadtteil Freiham ganz neu entsteht, kann Inklusion hier bereits im Planungsprozess direkt umgesetzt werden. Zum Beispiel durch ein vielfältiges Wohnungsangebot mit gemeinschaftlichem Wohnen und barrierefreien Anlagen. Inklusion ist aber nicht nur Aufgabe der Landeshauptstadt München. Alle Akteure, auch Bauträger, Bürgerinnen und Bürger, müssen gemeinsam dazu beitragen, eine inklusive Gesellschaft zu schaffen und zu erhalten. Inklusion muss gelebt und erlebt werden!

Inklusion als Menschenrecht

Die Grundlage für Inklusion ist die UN-Behindertenrechtskonvention, die 2008 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Diese trat in Deutschland ein Jahr später in Kraft. Dieses Gesetz stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderung und fordert Inklusion. München möchte die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention auf kommunaler Ebene umzusetzen. Für die Bereiche Nachbarschaft, Quartier und Stadtteil hat die Landeshauptstadt mit den Vertreterinnen und Vertretern des Behindertenbeirats, sowie mit weiteren Akteuren wie Bauträgern, sozialen Einrichtungen, Fachplanerinnen und -planern die Handlungsschritte und Vorgehensweisen erarbeitet. Diese werden nun in Freiham umgesetzt - allerdings ist Inklusion ein langfristiger Prozess.

Acht Themenfelder der Inklusion

In Freiham wird die Idee der Inklusion schon bei der Planung angewandt. Ein inklusiver Stadtteil möchte Lebensräume schaffen, die sich der Vielfalt der Menschen widmet und in denen jeder eigenständig und selbstbestimmt leben kann. In acht Themenfeldern wurden die verschiedenen Lebensbereiche der Bewohnerinnen und Bewohner untersucht und Strategien und Handlungsansätze zum inklusiven Ausbau erarbeitet:

  • Urbanes Leben
  • Mobil sein
  • Wohnen
  • Gemeinschaft leben
  • Gesundheit und soziales Netz
  • Lebenslanges lernen
  • Arbeiten
  • Freizeit und Grünraum
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Exklusion

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Integration

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Inklusion

Die Themenbereiche

Urbanes Leben

Das städtische Leben ist von seinen Bewohnerinnen und Bewohnern geprägt, die hier leben, lernen, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen. Ziel einer inklusiven Stadtgesellschaft ist, jedem die Teilhabe zu ermöglichen und passende Nahversorgungs- und Dienstleistungsangebote bereitzustellen. Diese müssen den vielen Anforderungen der Bewohnerinnen und Bewohner gerecht werden und für alle erreichbar sein. Daneben wird dargestellt, in welcher Weise der Stadtraum als belebter Treffpunkt ausgebildet werden kann.

Mobil sein

Die Wege und Plätze müssen barrierefrei und sicher sein, damit Menschen mit Behinderungen, aber auch Ältere und Kinder sich selbständig im Stadtteil bewegen können. Oft entscheiden Details, ob diese gut nutzbar sind. Neben verfügbaren Flächen müssen viele Aspekte des öffentlichen Raums wie die Beleuchtung, das Orientierungssystem oder der öffentliche Nahverkehr auf die unterschiedlichen Belange des Einzelnen ausgerichtet werden.

Wohnen

Die Wohnung ist für die meisten Menschen der zentrale Lebensmittelpunkt, wo sie viel Zeit verbringen. Von hier aus organisieren sie ihren Alltag und nutzen sie als Ort der Erholung. Die barrierefreie Ausbildung der Wohnungen und des Wohnumfeldes sind eine wichtige Grundlage. Vielfältige Wohnformen bieten Menschen mit und ohne Behinderungen die Möglichkeit, den Alltag und das Miteinander entsprechend ihrer Wünsche zu gestalten.

Gemeinschaft leben

Ein gutes soziales Miteinander hängt vor allem davon ab, ob es gelingt, zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern eine nachbarschaftliche Atmosphäre zu schaffen. Begegnung zwischen Menschen ist ein wichtiger Nährboden für Inklusion und Teilhabe. Soziale und kulturelle Einrichtungen tragen dazu bei, das Miteinander der Bewohnerschaft und ihre Beteiligung am gesellschaftlichen Leben zu fördern. Sie müssen offen und zugänglich für Menschen mit und ohne Behinderungen sein.

Gesundheit und soziales Netz

Zu einem gesunden Leben gehört eine gesunde Umwelt ebenso wie die Möglichkeit, einen gesunden Lebensstil zu pflegen. In gleicher Weise müssen Maßnahmen der individuellen Gesundheitsvorsorge sowie medizinische und therapeutische Versorgungsangebote genutzt werden können. Es muss deshalb sichergestellt werden, dass Menschen mit Behinderungen Zugang zu allen Einrichtungen und Maßnahmen des Gesundheitswesens haben. 

Lebenslanges Lernen

Eine gute Ausbildung ist die Voraussetzung, um einen Platz im Berufsleben zu finden. Dabei ist es wichtig, dass jeder das Bildungsziel erreichen kann, das seinem Potential entspricht. Neben dem originären Bildungsauftrag können Bildungs- und Kultureinrichtungen Menschen verbinden, Strukturen vernetzen und somit einen wertvollen Beitrag zu einem inklusiven Stadtteil leisten.

Arbeiten

Der Beruf ist für die meisten Menschen eine wichtige Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Arbeit ermöglicht es unabhängig zu sein, den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten und Anerkennung und Selbstbestätigung zu erhalten. Die Einbindung von Menschen mit Behinderungen in die Arbeitswelt braucht die Bereitschaft der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, aber auch die barrierefreie Ausgestaltung der Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Freizeit und Grünraum

Eine Auswahl an vielfältigen und attraktiven Freizeitaktivitäten ist ein Kennzeichen für eine hohe Lebens- und Wohnqualität. Vor allem für Menschen mit einem eingeschränkten Mobilitätsradius sind Möglichkeiten zur Erholung im eigenen Stadtteil besonders wichtig. Sport jeglicher Art und Freizeitaktivitäten für alle ermöglichen Kontakte zwischen Leuten und stärken dadurch ihre Offenheit und Wertschätzung.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

Blumenstraße 28b
80331 München