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Mobilitätskonzept für Freiham Nord


Zwei Radfahren*innen fahren mit MVG-Leihrädern auf der Freihamer Alllee  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Thomas Topf / LHM

Ein Leben ohne Auto ermöglichen

Wie kann eine zukunftsfähige Mobilität für das Siedlungsgebiet Freiham Nord aussehen? Der Stadtrat hat 22 konkrete Maßnahmen für eine stadt- und umweltverträgliche, innovative Mobilität beschlossen.

Auf der Grundlage des Beschlusses „Mobilitätsplan für München – Modellstadt München 2030“ hat der Stadtrat im Februar 2020 eine Vielzahl an Maßnahmen für Freiham beschlossen, die in ein integriertes Mobilitätskonzept münden. Damit soll Freiham zu einem Modellprojekt für einen autoreduzierten neuen Stadtteil mit einer hohen Lebens- und Aufenthaltsqualität werden.

Die geplante hohe bauliche Dichte bietet die Voraussetzung, einen Stadtteil der kurzen Wege zu schaffen, der es den Bewohner*innen ermöglicht, ihren Alltag ohne Auto zu bewerkstelligen. Ein Schwerpunkt wird auf attraktive und qualitätsvoll gestaltete Räume für den Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehr gelegt.

Freiham wird über zwei S-Bahnlinien, eine U-Bahnlinie sowie verschiedene Buslinien erschlossen und mit der Innenstadt sowie dem Umland verknüpft sein. Um die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs attraktiv zu gestalten, sind nahtlose intermodale Mobilitätsangebote von Tür zu Tür vorgesehen, wie etwa großzügige Fahrradabstellanlagen, Bike&Ride-Anlagen sowie Angebote der Shared Mobility.

Die Mobilitätsmaßnahmen für Freiham orientieren sich an fünf großen Schlüsselwerkzeugen der "Modellstadt 2030": "Räume neu aufteilen", "Räume effizient nutzen", "Öffentlicher Personennahverkehr mit erster und letzter Meile", "Nahmobilität und aktive Mobilität" sowie "Multimodal vernetzen und räumlich verknüpfen":

Räume neu aufteilen

Im neuen Stadtteil Freiham werden der Fuß-, Rad- und öffentliche Personennahverkehr stark in den Vordergrund gerückt. Im öffentlichen Raum soll es besonders viele Flächen für den Fuß- und Radverkehr, für den Aufenthalt und für Begrünung geben. Pkw-Parkplätze werden in reduziertem Umfang angeboten. Darüber hinaus sollen die Fahrradabstellanlagen im Quartier und in den Wohnhäusern besonders hohe Standards erfüllen. Im zweiten Realisierungsabschnitt sollen die privaten Autostellplätze möglichst in Quartiers- oder Sammelgaragen organisiert werden. Neben Pkw-Stellplätzen sollen dort auch Mobilitätsangebote wie Carsharing-Autos, Lastenräder und weitere Nutzungen Platz finden.

Räume effizient nutzen

Die Parkplätze auf der Straße werden bewirtschaftet. Das Parkraummanagement ist ein wichtiger Baustein, um den Parksuchverkehr zu minimieren, den Verkehrsfluss zu verbessern und die Qualität des öffentlichen Raums zu erhöhen. Durch die zeitliche oder kostenpflichtige Beschränkung des öffentlichen Parkraums kann gewährleistet werden, dass Parkplätze tatsächlich den vorgesehenen Zielgruppen zur Verfügung stehen. Während Anwohner*innen die Tiefgaragen effizient nutzen, fällt es Kund*innen sowie dem Lieferverkehr leichter, Stellplätze in Ladennähe zu finden.

Eine Seniorin fährt nach dem Einkauf auf dem Markt mit der Trambahn nach Hause und schaut aus dem Fenster.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Mit dem ÖPNV nach Freiham
© Dagmar Schwelle / LHM

Öffentlicher Personennahverkehr mit erster und letzter Meile

Das Gesamtkonzept der Münchner Verkehrsgesellschaft zur Erschließung Freihams basiert auf zwei Kernelementen: der Verlängerung der U5 von Pasing nach Freiham und einem dichten, ergänzenden Busnetz. Die zentrale Erschließung der beiden S-Bahn Haltestellen über die Aubinger Allee schafft eine quartiersübergreifende Vernetzung. Übergeordnete Stadt-Umland-Buslinien sollen Freiham mit der Stadtregion und dem Umland verknüpfen.

Um die erste und letzte Meile bequem zu bewältigen und auch in Zeiten schwächerer Verkehrsauslastung (zum Beispiel nachts) das öffentliche Verkehrsangebot effektiv zu verdichten, sollen verschiedene flexible Angebote (On Demand-Mobilität) wie der Ridesharing-Dienst IsarTiger und Sharing-Angebote eingesetzt werden. Das macht den öffentlichen Personenverkehr attraktiver.

Nahmobilität und aktive Mobilität

In Freiham soll das Leitkonzept der "Stadt der kurzen Wege" konsequent verwirklicht werden. Das heißt alltägliche Ziele wie der Weg zu Arbeit, Ausbildung, Schule, Kindergarten, zu Erholungsflächen und Freizeitangeboten sowie Versorgungswege können in kurzer Zeit erreicht werden, ohne dazu auf ein Auto angewiesen zu sein. Die wesentlichen Elemente einer Stadt der kurzen Wege sind eine kompakte Siedlungsstruktur, Nutzungsmischung, eine durchgängige Wegeführung für den Fuß- und Radverkehr sowie die attraktive Gestaltung der öffentlichen Räume, so dass diese zum Aufenthalt einladen.

Ein Interims-Supermarkt stellt sicher, dass die Nahversorgung auch für die ersten Bewohner*innen gut zu erreichen ist. Vielfältige Grünflächen mit einem Badesee ermöglichen die Erholung vor Ort. Das Fuß- und Radwegenetz Freihams wird an die umliegenden Netze angeschlossen, ein Radschnellweg in die Innenstadt wird geprüft.

Multimodal vernetzen und räumlich verknüpfen

Um Synergien zwischen den Mobilitätsangeboten zu schaffen, wird ein Gesamtkonzept erstellt. Dafür werden private und öffentliche Mobilitätsmaßnahmen aufeinander abgestimmt, miteinander verknüpft und nicht singulär, also auf die einzelnen Bauvorhaben bezogen, entwickelt.

Das Ineinandergreifen aller Angebote soll den Menschen in Freiham Sicherheit geben, auch ohne eigenes Auto zurecht zu kommen. Die Landeshauptstadt München prüft hierbei auch weiterführende Möglichkeiten, wie etwa ein öffentliches Lastenfahrrad-Sharingsystem. Die MVG-Radstationen sollen ebenfalls auf Freiham Nord ausgeweitet werden. Um der wachsenden Nachfrage nach E-Mobilität gerecht zu werden, soll eine flächendeckende Ladeinfrastruktur entstehen.

Ein digitaler Service bündelt die Angebote. Außerdem ist ein Mobilitätsmanagement geplant: Neben einer Direktmarketingstrategie wird eine Mobilitätszentrale in zentraler Lage direkt im Quartier eingerichtet, wo geschultes Personal über die Mobilitätsdienste informiert, deren Nutzung erläutert und die Menschen individuell berät.

Das Konzept basiert auf modernen Mobilitätsinfrastrukturen und -regelungen sowie auf einer intensiven Einbindung der Bevölkerung, um Freiham als Pilotprojekt für ein nachhaltiges und autoreduziertes Viertel realisieren zu können.