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Leben in Freiham


Vier Menschen sitzen im Biergarten am Tisch unter einem Baum  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Gemütlichkeit im Biergarten
© LHM

Ein inklusiver Stadtteil für rund 25.000 Menschen

Kompakt, grün, urban: Nach diesem Leitbild soll nördlich der Bodenseestraße auf 190 Hektar ein neuer Stadtteil für rund 25.000 Menschen entstehen. Gebaut wird bis zum Jahr 2040 in mehreren Abschnitten - nach den Grundsätzen der Inklusion.

Münchens neues Viertel mit Wohnungen, Geschäften, öffentlichen Plätzen und Grünflächen, einem Schulcampus, einem Sportpark und einem großzügigen Landschaftspark liegt zwischen Neuaubing, der Autobahn A 99 West und den S-Bahn-Trassen nach Geltendorf sowie Herrsching.

Der Wohnstandort Freiham Nord unterteilt sich in zwei Realisierungsabschnitte: Der erste Realisierungsabschnitt wird seit 2016 baulich umgesetzt. Hier werden auf 85 Hektar Fläche 4.400 Wohneinheiten für 11.000 Einwohnerinnen und Einwohner entstehen. Für den zweiten, 57 Hektar großen Realisierungsabschnitt läuft seit Sommer 2017 ein internationaler Wettbewerb. Hier sind 5.000 bis 6.000 Wohneinheiten geplant.

Für den ersten Realisierungsabschnitt hatte das Referat für Stadtplanung und Bauordnung auf der Grundlage eines städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs eine Rahmenplanung entwickelt.

Die Idee des Weiterbauens

Der Rahmenplan basiert auf der Idee des Weiterbauens: Der künftige Stadtteil Freiham Nord wird im Osten über ein Grünband mit der Siedlungskante Neuaubings verknüpft, die durch Wohnblöcke aus den 1960er und 1970er Jahren geprägt ist. Am westlichen Rand entsteht ein etwa 55 Hektar großer Landschaftspark mit vielfältigen Erholungsangeboten, von dem aus mit Fuß- und Radwegen durchzogene Grünfinger in die alten und neuen Wohngebiete führen. Im Norden grenzt das Gebiet an das dörflich geprägte Aubing. Das städtebauliche Konzept des Weiterbauens verkörpert Verbindung und Trennung der alteingesessenen und neuen Bewohnerinnen und Bewohner gleichermaßen.

Wohnquartiere

In dem neuen Viertel reicht das Spektrum vom Geschosswohnungsbau über gemischte Wohnformen bis hin zu verdichteten Einfamilienhäusern. Die Wohnquartiere befinden sich östlich und westlich der Haupterschließungsachse Freihamer Allee. Östlich der "Aubinger Allee" sind kleine, trapezförmige Quartiere geplant, die sich in ein Grundgerüst von Alleen, Grünzügen, Wegen und Plätzen einfügen. Die Nachbarschaften werden um öffentlich zugängliche Innenhöfe gruppiert. Vielfältige Einzelgebäude ermöglichen verschiedene Bauherrenmodelle. Westlich der "Aubinger Allee" und damit nördlich des Schulcampus' ist aufgelockerter Geschosswohnungsbau mit großen Innenhöfen geplant. Ein kleiner Park gliedert und verbindet das Gebiet mit den angrenzenden Grünflächen. Insgesamt dominieren moderate Gebäudehöhen mit zwei bis fünf Geschossen. Der neu entstehende Wohnraum wird nach den Grundsätzen der Sozialgerechten Bodennutzung verteilt. Die Wohnungen sind dabei zu 50 Prozent frei finanziert, zu 30 Prozent sozial gefördert und werden zu 20 Prozent nach dem „München Modell“ vergeben.

Weitere Informationen

Stadtteil- und Quartierszentrum

In direkter Nachbarschaft zur S-Bahn-Haltestelle Freiham entsteht ein neues Stadtteilzentrum: Um einen zentralen Stadtplatz gruppieren sich drei Hochhäuser, die das neue Entree des Quartiers markieren. Am Platz, der nach Norden in eine Fußgängerzone mündet, finden sich alle Funktionen mit innerstädtischem Charakter - großzügiger Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen sowie Büroflächen bilden das wirtschaftliche Rückgrat. Hinzu kommen ein Hotel und eine Außenstelle der Münchner Volkshochschule. Differenzierte Wohnangebote, insbesondere auch betreutes und studentisches Wohnen, sorgen für einen breiten demografischen Querschnitt. Gestärkt wird das Stadtteilzentrum durch eine Trambahn-Endstation und Bushaltestellen. Ein Quartierszentrum mit Läden für den täglichen Bedarf, einem Bürgerhaus, einem Alten- und Servicezentrum sowie einem Pflegeheim bildet die Mitte des nördlichen Wohngebiets.

Bildungscampus

Zwischen dem Stadtteilzentrum und dem Landschaftspark entsteht an der Bodenseestraße in unmittelbarer Nähe zum neuen S-Bahn-Halt Freiham ein Bildungscampus. Auf dem rechteckigen Areal finden eine fünfzügige Grundschule, eine fünfzügige Realschule, ein sechszügiges Gymnasium sowie ein sonderpädagogisches Förder- und Kompetenzzentrum für 19 Klassen mit Doppelsporthalle Platz. Zentral gelegen ist eine großzügige, öffentliche, grüne Mitte vorgesehen. Durch eine großzügige Unterführung ist der Bildungscampus mit dem benachbarten Sportpark barrierefrei verbunden. Der Sportpark wird für den Schul- wie auch den Breitensport errichtet. Neben Freisportanlagen und Sporthallen sind ein Schulschwimmbad, eine Kletter- und Boulderanlage sowie ein Vereinsheim mit Gaststätte geplant. Am 2. Oktober 2013 hat der Stadtrat das Nutzerbedarfs- und Raumprogramm für den Bildungscampus beschlossen. Der Realisierungswettbewerb wurde am 24. Oktober 2014 entschieden. Mehr Informationen gibt es beim Baureferat.

Weitere Einrichtungen

Im gesamten Gebiet sind 13 Kindertagesstätten, zwei weitere Grundschulen, ein Kinder- und Familienzentrum, ein kulturelles Bürgerzentrum, eine Außenstelle der Münchener Volkshochschule, zwei religiöse Stätten, eine Altenpflegeeinrichtung, ein Jugendtreff sowie Einzelhandels- und Dienstleistungsflächen, Gastronomie, Büro- und Gewerbeflächen und mehrere Nachbarschaftstreffs geplant.

Straßen und Wege

Hauptachse des neuen Quartiers stellt die „Aubinger Allee“ dar, die über einen Bügel an die Bodenseestraße angebunden ist und bis zum Ortskern von Aubing führt. Östlich davon verläuft eine zentrale Fuß- und Radachse. Bestehende Straßen wie die Wiesentfelser oder Pretzfelder Straße werden in das neue Straßennetz eingebunden. Unterschiedliche Baumarten geben jeder Straße ihren unverwechselbaren Charakter („Leitbaumkonzept“).

Verkehr

Freiham soll eine Stadt der kurzen Wege werden, die es ermöglicht, alles bequem zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen. Durch ein differenziert ausgearbeitetes Nahmobilitätskonzept wird Freiham neben der S-Bahn-Haltestelle auch mit einer Straßenbahn und Bussen angebunden. Ergänzt wird das System durch zukunftsweisende Angebote wie Car- und Bikesharing, eine Bike-and-Ride-Anlage und eine Solartankstelle.

Grünflächen

Es sind verschiedenste öffentliche Grün- und Freiflächen geplant. Das Gerüst bilden die ost-west-gerichteten „Grünfinger“, das „Freiham-Neuaubinger-Grünband" sowie der großzügige Landschaftspark. Hinzu kommen private Grünflächen in Form von Höfen, Dachgärten, Terrassen und Vorgärten.

Was bisher geschah

Strukturkonzept Freiham Nord

Der Planungsprozess für die Wohnbebauung in Freiham Nord hat 2006 mit einem Planungsworkshop begonnen: Sieben Büros erstellten nachhaltige Strukturkonzepte mit einer durchschnittlichen Dichte von 1,0 bis 1,1 GFZ. Neben den Themen Wohnen und Freiraumplanung setzten sie sich auch mit der notwendigen Infrastruktur, dem Verkehr und der teilweise schwierigen Lärmsituation auseinander. Sieger wurde die Münchner Planungsgemeinschaft eevas/terra.nova.

Städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb

Zur Vertiefung des Strukturkonzepts lobte der Stadtrat im Frühjahr 2011 für den ersten Realisierungsabschnitt einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb aus. Dabei galt es, identitätsstiftende Elemente aus der Umgebung zu integrieren und den Stadtrand neu zu schaffen. Das Planungsgebiet wurde in zwei Bereiche geteilt. Ein internationales Gremium aus Fach- und Sachpreisrichtern wählte im September 2011 unter dem Vorsitz von Professor Dr. Thomas Jocher aus 24 Büros die Preisträger aus. Auf Grundlage der zwei Siegerentwürfe entwickelte das Referat für Stadtplanung und Bauordnung den Rahmenplan als Basis für die Bauleitplanung und weitere Wettbewerbe. Dabei wurde der Umgriff so erweitert, dass im Norden eine zweite Grundschule entsteht und der Aubinger Friedhof erweitert werden kann.

Teil A: Stadtteil-, Schul- und Sportzentrum

Dieser Bearbeitungsbereich entlang der Bodenseestraße umfasst ein Stadtteil-, Schul- und Sportzentrum sowie einen Teil der Wohnbebauung. Der erste Preis ging an das Berliner Architekturbüro Ortner & Ortner mit der Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH (BSM) und dem Landschaftsbüro Topotek 1.
Leitidee des Siegerentwurfs ist die Gliederung des Baufelds in drei Quartiere mit unverwechselbarem Charakter: das Kerngebiet nördlich der Bodenseestraße, der Schulcampus mit angegliedertem Sportpark im Westen und ein Wohnband im Norden. Im Kerngebiet gruppiert sich ein von Hochhäusern umschlossenes Zentrum um einen quadratischen Stadtplatz, der sich zur Bodenseestraße öffnet und belebte Ränder verspricht. Die im Campus vertretenen Schulen öffnen sich zu einer grünen Mitte. Das Wohnband im Norden besteht aus offenen Gevierten und stellt die Verbindung zum zweiten Teilgebiet B dar.
Auf den zweiten Platz kam das Hamburger Büro Spengler – Wiescholek mit terra.nova Landschaftsarchitektur, München, auf den dritten Platz das Büro Morpho-Logic mit t17 Landschaftsarchitekten, beide München.

Teil B: Wohnen und Quartierszentrum

Dieser Bearbeitungsbereich mit dem Schwerpunkt Wohnen einschließlich eines Quartierszentrums grenzt westlich an den derzeitigen Siedlungsrand der Landeshauptstadt München an. Der erste Preis ging an das Büro West 8, urban design & landscape architecture, Rotterdam.
Unter dem Titel „Fenster zum Hof“ schaffen die Planerinnen und Planer ein Grundgerüst von Alleen, Grünzügen, Wegen und Plätzen, in dem sich kleine, trapezförmige Wohnquartiere spannen. Die Quartiere werden durch Ringstraßen und übergeordnete Fußwege erschlossen. Die Nachbarschaften werden um öffentliche Innenhöfe gruppiert. Landschaftlich prägend sind zwei Grünzüge in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung, die hainartig bepflanzt werden. Auf zwei Plätzen im Zentrum konzentrieren sich Geschäfte und Infrastruktureinrichtungen. Hauptachse ist die Verlängerung der Wiesentfelser Straße.
Mit dem zweiten Preis wurde der Darmstadter Architekt Florian Krieger mit Lohrberg Stadtlandschaftsarchitektur, Stuttgart, ausgezeichnet, mit dem dritten Preis Steidle Architekten mit Mahl-Gebhard-Konzepte, beide München.

Wettbewerb für den ersten Realisierungsabschnitt: Ansichten

Die beiden Bearbeitungsbereiche im Wettbewerb Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Die beiden Bearbeitungsbereiche im Wettbewerb

Das Preisträgerkonzept für den Bearbeitungsteil A Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Das Preisträgerkonzept für den Bearbeitungsteil A

Grafik: Ortner & Ortner mit BSM und Topotek 1

Das Preisträgerkonzept für den Bearbeitungsteil B Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Das Preisträgerkonzept für den Bearbeitungsteil B

Grafik: Büro West 8, Rotterdam

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

Blumenstraße 28b
80331 München