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Historie und Chronologie


Freiham - der neue Stadtteil im Münchner Westen

Es ist die letzte große zusammenhängende Fläche innerhalb der Münchner Stadtgrenzen: In Freiham, am westlichen Stadtrand gelegen und zwölf Kilometer vom Zentrum entfernt, soll auf 350 Hektar ein neues Quartier entstehen, in dem rund 25.000 Menschen leben und 7.500 arbeiten werden. Auch ausreichend Raum für Erholung ist vorgesehen.

Seit einigen Jahren nimmt der Stadtteil Freiham baulich Gestalt an. Ziel ist eine nachhaltige Stadtentwicklung, die den ökonomischen, ökologischen und sozialen Anforderungen gleichermaßen gerecht wird.

Leben im Norden, arbeiten im Süden

Das 250 Fußballfelder große Gebiet teilt sich in zwei Bereiche: Der Gewerbestandort südlich der Bodenseestraße wird seit 2005 realisiert. Für den Wohnstandort im Norden, zu dem auch ein großzügiger Landschaftspark und ein Schulcampus gehören, war 2016 Baubeginn. Ein Stadtteilzentrum an der neuen S-Bahn-Haltestelle soll das Gewerbe im Süden und das Wohnen im Norden miteinander verbinden.

Das Gut Freiham als Namensgeber

Namensgeber für den neuen Stadtteil ist das nahe gelegene Gut Freiham. Die Anlage, die mit ihrem Schloss, einer Hofmarkkirche aus dem 17. Jahrhundert und prächtigen Alleen den Landschaftsraum prägt, steht unter Ensemble-, einzelne Gebäude auch unter Denkmalschutz. Mit seiner Schlosswirtschaft und dem Biergarten ist das Gut Freiham ein beliebtes Ausflugsziel. Die neuen Planungen halten respektvollen Abstand dazu.

Bürgerbeteiligung zur Gestaltung des Bildungscampus Freiham

Um den Bildungscampus Freiham optimal an die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger anzupassen, organisierte das Referat für Bildung und Sport zwei Bürgerbeteiligungsveranstaltungen – eine für Schülerinnen und Schüler und eine für Erwachsene. Die Ergebnisse flossen in die Ausschreibung zum Architektenwettbewerb ein.

Beteiligungswerkstätten für Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche konnten ihre Ideen und Wünsche vom 19. bis 22. Februar 2013 einbringen. Organisiert und geleitet wurden die Werkstätten vom Verein Kultur & Spielraum e.V.. Es nahmen 150 Schülerinnen und Schüler von der dritten bis zur zehnten Klasse teil. Zusammen mit Architektinnen, Fotografen, Pädagoginnen und Künstlern entwickelten sie Vorschläge zur Ausgestaltung des Bildungscampus und dessen Vernetzung mit dem Stadtteil. Sie machten sich für verschiedene Treffmöglichkeiten wie schulübergreifende Pausenhofinseln auf dem Schulgelände stark. Aber auch Ruheräume sowie unterschiedliche Bewegungsmöglichkeiten zählten zu den wichtigsten Themen. Der Bildungscampus solle wie ein zweites Zuhause sein, das aber nicht an Schule erinnere.

Zukunftskonferenz für Erwachsene

Am 22. und 23. Februar 2013 fand die Zukunftskonferenz für Erwachsene in der Mittelschule an der Wiesentfelser Straße statt. Hierzu waren 130 Personen eingeladen, die stellvertretend für eine Gruppe mit Bezug zum Bildungscampus stehen. Unter anderem nahmen an der zweitägigen Konferenz Lehrkräfte, Anwohnerinnen und Anwohner, Elternvertretungen und Sportverbände teil. Aus ihrem Wissens- und Erfahrungsschatz wurden innovative Empfehlungen abgeleitet.

Die Ergebnisse waren sehr vielfältig. Neben großzügigen und flexiblen Raumkonzepten stand auch der Wunsch nach einem bezahlbaren und qualitativ hochwertigen Essensangebot im Vordergrund. Auch die Vernetzung war ein wichtiger Punkt: Eine zentrale Mitte innerhalb des Schulkomplexes solle als großer Versammlungsort von allen Schülerinnen und Schülern genutzt werden können.

Folgekonferenz

Im Mai 2015 fand die Aktionswerkstatt für Kinder und Jugendliche in der Pasinger Fabrik statt. Hier entstand der Projektfilm „Wir haben nachgefragt …!“, der die Entwicklung und die Umsetzung der Ergebnisse der Zukunftskonferenz zeigt. Dieser wurde am 9. Juli 2015 auf der Folgekonferenz zum Beteiligungsprozess Bildungscampus Freiham in der Mittelschule an der Wiesentfelser Straße gezeigt.

Was bisher geschah

Freiham-Nord: Satzungsbeschluss für 4.000 Wohnungen

Für den ersten Realisierungsabschnitt Freiham-Nord hat der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung am 7. Oktober 2015 den Satzungsbeschluss gefasst. Damit steht dem Bau der ersten 4.000 Wohnungen für etwa 10.000 Menschen nichts mehr im Wege. Mehr Informationen finden Sie im Satzungsbeschluss und in dieser Pressemitteilung (PDF, 60 KB).

Auszeichnung für Markendesign Freiham

Der deutsche Rat für Formgebung hat das Markendesign für Münchens größtes Stadtentwicklungsprojekt bei den Iconic Awards 2014 im Bereich "Communication" ausgezeichnet. Die Iconic Awards sind der erste internationale Architektur- und Designwettbewerb, der die beiden Disziplinen in ihrem Zusammenspiel berücksichtigt. Mit dieser Auszeichnung ist München Freiham auch für den German Design Award 2015 nominiert.

Freiham ist das derzeit größte Siedlungsentwicklungsprojekt der Landeshauptstadt München. Dessen Entstehung wird durch ein attraktives und zukunftsorientiertes Markendesign unterstützt. Damit kann München Freiham bereits visualisiert werden, bevor Straßen gebaut werden und die ersten Häuser stehen. Das Design macht neugierig auf diesen neuen Stadtteil und vermittelt die Hauptbotschaft der Marke: Freiham verbindet.

Neuer Flächennutzungsplan

Für das Gebiet Freiham-Nord wird der Flächennutzungsplan geändert. Das hat der Stadtrat am 30. Juli 2014 beschlossen. Der neue Flächennutzungsplan stellt die Flächen für den Wohnungsbau, Kerngebiete für zentrale Einrichtungen und Gemeinbedarfsflächen für soziale Infrastruktur auf Basis des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs differenziert dar.

Neue Fuß- und Radunterführung

Der Bauausschuss des Stadtrats hat dem Baureferat am 22. Juli 2014 den Auftrag erteilt, mit dem Bau für die Fuß- und Radunterführung unter der S-Bahnstrecke an der Freihamer Allee zu starten.

Fachkongress

München weiterbauen - Freiham 2014: Unter diesem Motto stand der Fachkongress zur Stadtplanung am 11. Juli 2014.

Rahmenplanung und Zeitplan beschlossen

Die Vollversammlung des Stadtrats hat am 18. Dezember 2013 die Rahmenplanung samt Zeitplan für den ersten Realisierungsabschnitt Freiham Nord beschlossen. Die Rahmenplanung ist Basis für den künftigen Bebauungsplan mit Grünordnung 2068. Sie basiert auf dem Ergebnis des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs von 2011 und ist zugleich Grundlage für die Entwicklung eines Zwischennutzungskonzeptes: Bestehende Äcker und Wiesen sollen möglichst lange in der landwirtschaftlichen Nutzung gehalten werden und Zwischennutzungen wie Krautgärten oder naturnahe Spielflächen ermöglichen. Zur Qualitätssicherung der Planung wird eine Beratergruppe eingerichtet; Teilbereiche werden definiert, in denen Wettbewerbe zwingend sind. Durch die Verpflichtung der Landeshauptstadt, bei der Schaffung von Baurecht auf eigenen Flächen die Hälfte aller Wohnungen preisgünstig für niedrige und mittlere Einkommensgruppen anzubieten, kann ein wichtiger Beitrag für bezahlbaren Wohnraum geleistet werden, der in München dringend benötigt wird.

Neuer S-Bahn-Halt

Am 14. September 2013 hat die neue S-Bahn-Station Freiham ihren Betrieb aufgenommen. Sie liegt auf der Linie S8 und ist die 150. Station im Münchner S-Bahn-Netz. Informationen zum Fahrplan und zur Lage des Bahnhofs finden sich hier.

Zukunftswerkstatt mit vielen Ideen

Bei einer Zukunftswerkstatt am 8. Juli 2013 machten sich rund 50 Vertreterinnen und Vertreter der Kulturszene, von Bildungs- und Jugendeinrichtungen, aus der Planung, der Wohnungswirtschaft, der Landwirtschaft, Politik und Stadtverwaltung Gedanken darüber, welche Zwischennutzungen und Übergangsprojekte in Freiham möglich sind, ehe dort tatsächlich gebaut wird. Unter anderem wurden ein wandernder Freiluft-Supermarkt mit lokalen Produkten und die "Haus-Baum-Schule", bei der Bewohnerinnen und Bewohner ihr Umfeld mit einem eigenen Baum mitgestalten können, genannt. Aus den Vorschlägen wurde ein „Konzept für urbane Initialräume“ erstellt, das in die weiteren Planungs- und Entwicklungsprozesse eingearbeitet wird.

Historie

Die Idee für Münchens größtes Stadtentwicklungsgebiet ist bereits 50 Jahre alt: 1963 wurden die Freihamer Felder als Siedlungserweiterungsfläche in den Stadtentwicklungsplan aufgenommen. Als eine von drei „Entlastungsstädten“ sollte Freiham den damaligen Mangel an Wohnraum lindern helfen.

Doch dann bekamen Entwicklungsgebiete im Münchner Südosten den Vorzug. Seit 1967 entstand mit Neuperlach die größte westdeutsche Stadterweiterung seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Freiham wurde zurückgestellt und erst Anfang der 1990er Jahre wieder aufgegriffen. Aus einem städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb ging die Planungsgemeinschaft Petzold/Hans-Jakob als Sieger hervor – ihr Konzept einer „grünen Mitte“, um die sich einzelne Wohngebiete gruppieren, wurde 1989 im Flächennutzungsplan verankert.
Als kurze Zeit später innerhalb des Stadtgebiets zahlreiche Kasernen- und Bahnflächen sowie das Gelände des damaligen Flughafens Riem frei wurden, änderten sich die Prioritäten bei der Stadtentwicklung erneut. Der neue Grundsatz lautete „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“, die Freihamer Flächen wurden für später reserviert.

Die Ideen für einen Wohnstandort in Freiham wurden parallel zur Planung des Gewerbestandorts Freiham Süd ab dem Jahr 2004 wieder aufgegriffen. Seit 2007 wird die Umsetzung der Planung vorangetrieben.

Chronologie

1960: Entlastungsstadt Freiham
1963: Gründung des Zweckverbands, Grundstücksaufkauf
1983: Erster städtebaulich-landschaftsplanerischer Wettbewerb
1990: Änderung des Flächennutzungsplans
2004: Beschluss des Bebauungsplans für den Gewerbestandort Freiham-Süd
2007: Planungsworkshop für das Strukturkonzept Freiham-Nord
2013: Eröffnung des S-Bahn-Halts
2013: Beschluss des Rahmenplans
2015: Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan 2068 (1. Realisierungsabschnitt, Freiham-Nord)

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

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