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Orte des Abschieds – Spiegel der Zeit


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© © Städtische Friedhöfe München

Die Städtischen Friedhöfe München bieten ungewöhnliche Führungen an

Friedhöfe erzählen Stadtgeschichte und laden zum Spazieren und Verweilen ein

Ein Spaziergang über einen Friedhof gleicht einem Streifzug durch die Vergangenheit und ermöglicht gleichzeitig, zur Ruhe zu kommen und die Vielfalt an Flora und Fauna zu genießen. In den 29 städtischen Friedhöfen findet sich eine einzigartige Verbindung von Stadtgeschichte, Kunst und Kultur mit Natur und Ökologie.
Die Friedhöfe beherbergen also nicht nur würdevolle Begräbnisplätze und dienen als Ort der Trauer und des Abschieds, sondern sind auch Freilichtmuseum, grüne Oase und Erholungsraum.

Die Städtischen Friedhöfe München geben einen Einblick in dieses besondere Quartett und laden von März bis Juni zu kostenlosen Führungen ein. Besonders beleuchtet werden dabei Persönlichkeiten wie etwa Georg von Hauberrisser, Frank Wedekind oder Liesl Karlstadt. Außerdem zeigen die Städtischen Friedhöfe München kunsthistorisch interessante Grabstätten und erläutern die typische Friedhofsarchitektur.
Zudem beantworten sie Fragen rund um das Thema Bestattung: „Was geschieht mit den Überresten, wenn ein Grab aufgelöst wird?“ oder „Wo kann ich ausgefallene Denkmalwünsche verwirklichen?“ sind nur wenige der häufig von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gestellten Fragen.

Auch die ökologische Bedeutung der Friedhöfe wird vermittelt, denn sie leisten auf einer Gesamtfläche von 420 Hektar einen wichtigen Beitrag für das Stadtklima. Außerdem bieten die Friedhöfe Lebensraum für zum Teil sehr seltene Tier- und Pflanzenarten. Allein in dem unter Denkmal- und Naturschutz stehenden Alten Südlichen Friedhof brüten von der Amsel bis zum Zilpzalp 24 Vogelarten und neben vielen Blumensorten wie dem Krokus oder der Schlüsselblume ist dort auch der Münchner Hahnenfuß, der Ranunculus monacensis, beheimatet.

Besonders sehenswert sind in diesem Frühjahr auch die für 2,7 Millionen Euro sanierten Kaskaden im Ostfriedhof. Am 18. Mai wird bei einer Eröffnungsfeier das erste Mal wieder Wasser über die neue Brunnenanlage plätschern. Trotz notwendiger Millionen-Investitionen wie dieser konnten übrigens die Friedhofsgebühren seit 2008 konstant gehalten werden.

Unter muenchen.de/friedhof sind alle Informationen zu den Führungen zu finden und in der Stadt-Information im Rathaus liegt ein Flyer aus.

Termine und Anmeldung

Alter Südlicher Friedhof
jeweils um 14 Uhr am
31. März, 28. April, 12. Mai, 9. Juni

Alter Nördlicher Friedhof
Freitag, 28. April, 13 Uhr

Friedhof Bogenhausen
jeweils um 14 Uhr am
21. April, 19. Mai, 23. Juni

Ostfriedhof
Mittwoch, 24. Mai, 15 Uhr

Krematorium am Ostfriedhof
jeweils um 15 Uhr am
28. April, 12. Mai, 26. Mai, 2. Juni, 23. Juni

Friedhof am Perlacher Forst
Freitag, 12. Mai, 14 Uhr

Waldfriedhof
Mittwoch, 26. April, 16 Uhr

Westfriedhof
Mittwoch, 17. Mai, 16 Uhr

Nordfriedhof
Freitag, 23. Juni, 14 Uhr

Anmeldung

per Telefon werktags von 9 bis 12 Uhr unter 231 99-325 und per E-Mail an sfm-oe.rgu@muenchen.de. Wer Interesse hat, sollte sich schnell einen Platz sichern, denn die Spaziergänge sind sehr beliebt und die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

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© © Städtische Friedhöfe München

Trend zur Feuerbestattung

Inzwischen gibt es zahlreiche Arten an Urnengrabstätten

Auch wenn die Sargbestattung in München nach wie vor eine wichtige Rolle spielt, sind inzwischen knapp 60 Prozent Urnenbestattungen. Im letzten Jahr etwa fanden 6.248 Urnen- und 4.581 Erdbestattungen auf den Münchner Friedhöfen statt.

Um dem steigenden Bedarf an Urnenplätzen nachzukommen, haben die Städtischen Friedhöfe München zahlreiche neue Grabanlagen geschaffen. Gerade fertiggestellt wurden etwa die Stelengärten im Neuen Südfriedhof und im Friedhof Haidhausen. Die Vergabe der Plätze wird ab Mitte des Jahres erfolgen.

Die erste Anlage dieser Art ist im Westfriedhof entstanden. Dort bieten die „Mosaikgärten“ Platz für über 1.600 Bestattungsplätze. Acht unterschiedliche Grabarten stehen zur Auswahl. Den Blick auf sich ziehen dabei zwei Wände mit Urnennischen, die mit Cortenstahl-Tafeln versehen sind. Auf der Rückseite befinden sich großflächige Glasmosaike nach dem Entwurf des Münchner Künstlers Christoph Brech. Außerdem zieren die umliegenden Grabfelder 31 von Steinmetzen individuell gestaltete Stelen aus bayrischem Naturstein. Zahlreiche Sitzgelegenheiten runden das Ensemble ab.

Alle städtischen Friedhöfe verfügen über Urnengrabstätten. Es gibt sie in Form von Erd-, Hecken-, Mauer- oder Anlagengräbern. Zudem ist eine „Bestattung unter Bäumen“ im Waldfriedhof möglich.

Wer mehr über eine Feuerbestattung erfahren möchte, ist bei den regelmäßig stattfindenden Führungen im Krematorium am Ostfriedhof gut aufgehoben (Termine siehe oben). Der technische Ablauf wie auch die einzelnen Schritte der Einäscherung können mitverfolgt werden. Zudem wird die Trauerhalle und der Urnenfriedhof besucht. Während des Rundgangs beantworten die Mitarbeiter der Städtischen Friedhöfe München außerdem alle Fragen rund um das Thema.

Bei Fragen zu Urnengrabstätten oder zum Erwerb einer Grabstätte sind die örtlichen Friedhofsverwaltungen die richtige Anlaufstelle. Unter
muenchen.de/friedhof sind alle Kontaktdaten zu finden.