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2. Runde für „München wird inklusiv“


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© Foto: Kristin Knüpfer © LHM

Jeder kann mitmachen und Ideen für den 2. Aktionsplan einbringen

Das Leben in der Isarmetropole für Menschen mit Behinderungen weiter verbessern

Trotz Behinderung überall dabei sein können – in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Freizeit – das ist die zentrale Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Damit dieses Leitbild in München erfolgreich umgesetzt wird, verabschiedete der Stadtrat im Jahr 2013 den 1. Aktionsplan mit 47 konkreten Maßnahmen und richtete das Koordinierungsbüro zur Umsetzung der UN-BRK ein.

Bei den einzelnen Maßnahmen handelt es sich beispielsweise um eine barrierefreie Ausstellungstechnik in Museen, um Zuschüsse für inklusive Sportangebote oder um eine praxisorientierte Fortbildung, in der die Beschäftigten des Referats für Stadtplanung und Bauordnung für die Bedürfnisse von betroffenen Menschen und die Wahrnehmung von Barrieren sensibilisiert werden sollen.  

Auch wenn München seit Jahren als eine der behindertenfreundlichsten Städte Deutschlands gilt, gibt es noch viele Möglichkeiten der Verbesserung. Ab sofort sind daher alle  Münchnerinnen und Münchner mit und ohne Behinderungen dazu aufgerufen, ihre Ideen beizusteuern. Geeignete Vorschläge sollen in den künftigen 2. Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK einfließen.

Eine Arbeitsgruppe prüft dafür alle eingegangenen Vorschläge auf ihre Eignung als Maßnahme für den Aktionsplan. Im Gremium vertreten sind Menschen mit Behinderungen, Mitglieder des Behindertenbeirats sowie Fachleute innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung.

„Dass sich die Bürgerinnen und Bürger nicht scheuen, ihre Anliegen zum Thema Behinderung und Inklusion einzubringen und klar machen, wo sie der Schuh drückt“, wünscht sich Oswald Utz, ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter der Landeshauptstadt München.

Der Einsendeschluss für Ideen ist der 15. August 2017. Das Formular für die Vorschläge und alle Informationen zur Mitmach-Aktion gibt es unter muenchen-wird-inklusiv.de/aktionsplan oder beim Koordinierungsbüro zur Umsetzung der UN-BRK in der Burgstraße 4. Fragen zur Aktion können an aktionsplan.soz@muenchen.de gerichtet werden.

Menschen mit Behinderungen spontan helfen

Fortbildungsreihe „Giesing wird inklusiv(er) und jeder kann dabei mithelfen“ gestartet

Sie würden Menschen mit Behinderungen gerne entspannt Hilfe leisten, wissen aber nicht wie? Für jeden, der im Alltag behilflich sein will, gibt es jetzt eine Fortbildungsreihe der Münchner Volkshochschule (MVHS) in Zusammenarbeit mit dem Modellprojekt „Giesing wird inklusiv(er)“.

Die Teilnehmer lernen die verschiedenen Behinderungsarten kennen und erfahren die unterschiedlichen Bedürfnisse der Betroffenen. Das Besondere ist: Die Referentinnen und Referenten, die die Grundlagen und Tipps vermitteln, haben diese Beeinträchtigung jeweils selbst. Nächsten Dienstag etwa läuft der Kurs „Nicht mehr alle Sinne beisammen?“, in dem es um Sinneseinschränkungen geht und wie man damit lebt.

Die kostenlose Veranstaltungsreihe „Giesing wird inklusiv(er) und jeder kann dabei mithelfen“ findet noch bis 11. Juli jeweils dienstags von 15.30 bis 17.30 Uhr im Stadtbereichszentrum Ost der MVHS in der Severinstraße 6 statt. Jeder Termin kann auch einzeln besucht werden.

Anmeldungen sind, auch kurzfristig, an allen Anmeldestellen der MVHS möglich. Der Flyer zu den Veranstaltungen ist unter anderem in der Stadt-Information im Rathaus und im Stadtbereichszentrum Ost zu finden. Informationen zum Modellprojekt gibt es unter muenchen-wird-inklusiv.de/giesing-wird-inklusiver.

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© © Baureferat München

Selbstbestimmte Teilhabe in allen Bereichen

Im neu entstehenden Stadtteil Freiham wird Inklusion groß geschrieben

Wie muss ein neu entstehender Stadtteil gestaltet werden, damit er inklusiv nutzbar wird? Diese Frage wird für Freiham, das am westlichen Stadtrand Münchens bereits Gestalt annimmt, umfassend behandelt.
So fand im Rahmen einer 2014 vom Stadtrat in Auftrag gegebenen Fachuntersuchung ein intensiver Austausch zwischen den städtischen Dienststellen, dem Behindertenbeirat sowie Expertinnen und Experten statt. Auch die interessierte Öffentlichkeit wurde miteinbezogen.

Die Ergebnisse sind in der Fachpublikation „Freiham – ein inklusiver Stadtteil“ zusammengefasst. Sie enthält – auch in Bezug zum 1. Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention – konkrete Empfehlungen  für  Themenbereiche von Wohnen und  Freizeit bis Bildung und Arbeit.
Dabei geht es nicht nur um bauliche Aspekte. Die Broschüre soll allen Akteuren rund um Freiham ebenso wie Bewohnerinnen und Bewohnern Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, die zu einem inklusiven Stadtteil beitragen.

Eine Vorreiterrolle für weitere Schulprojekte wird der inklusive Bildungscampus einnehmen, der zum Schuljahr 2019/2020 an der Bodenseestraße fertig gestellt sein soll. Er besteht aus einer Grund- und einer Realschule, einem Gymnasium und einem Sonderpädagogischen Förderzentrum. Die Stadt baut diese Einrichtungen entsprechend dem Münchner Lernhausmodell, das um den Aspekt der Inklusion erweitert wird.

So sind zum Beispiel alle Schulhäuser für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer nutzbar und sehbehinderte Menschen können sich an einem Leitsystem orientieren. Außerdem ist die zentral gelegene Mensa mit einem induktiven System ausgestattet, so dass Menschen mit Hörgeräten einen störgeräuschfreien Empfang bei Veranstaltungen haben. Neben flexiblen Raumkonzepten werden pro Lernhaus jeweils ein bis zwei zusätzliche Räume für individualisierte Förderung oder andere Bedarfe umgesetzt.

Mit diesen und vielen weiteren Maßnahmen versucht die Stadt den Weg zu einem Stadtteil zu ebnen, der von den dort lebenden Menschen inklusiv gestaltet werden kann.

Unter muenchen.de/freiham sind alle Informationen zu finden.