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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Stein auf Stein für den Nachwuchs


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© Henning Koepke

Gerade wurde ein neues Haus für Kinder in Berg am Laim eingeweiht

Allein seit 2011 sind 281 Millionen Euro in den Bau von Kindertagesstätten geflossen

Der dreijährige Oskar sitzt in der Leseecke und studiert das Wimmelbuch. Als Valentin sich quer über das große Kartonbuch beugt, wandern Oskars Augen einfach auf die andere Seite und schauen da weiter. Die beiden fühlen sich wohl in der kuschligen Ecke, über die ein Baldachin mit bunten Fähnchen hängt. Die Leseecke ist Teil des neuen Hauses für Kinder in der Hermann-Weinhauser-Straße in Berg am Laim.

4,5 Millionen Euro investierte die Stadt in den zweigeschossigen, u-förmigen Neubau, den der Träger „Denk mit!“ gerade eingeweiht hat. Das Gebäude steht im neuen Quartier auf dem Gelände eines ehemaligen Bahnbetriebswerks. Oskar, Valentin und 97 weitere Kinder tummeln sich hier in zwei Krippen-, zwei Kindergarten- und einer Hortgruppe.

100.000er-Marke geknackt

Neben dem Haus für Kinder in Berg am Laim hat die Stadt im letzten Jahr weitere Krippen, Kindergärten und Horte für rund 2.400 Betreuungsplätze gebaut. Damit knackte München Anfang November die Marke von 100.000 Plätzen für Kinder im Kita- und Grundschulalter.

Inzwischen beläuft sich die Zahl auf aktuell 100.383 Plätze. Die Stadt steckt viel Geld in den Ausbau der Kindertagesbetreuung. Allein seit 2011 hat der Stadtrat 281 Millionen Euro bewilligt. Weitere zweistellige Millionenbeträge fließen in Bauvorhaben von freien und gemeinnützigen Trägern.  

Bedarf zu 100 Prozent decken

Und weiter geht‘s: Gebaut werden derzeit etwa eine Krippe in der Grafinger Straße für 72 Plätze und ein Haus für Kinder am Roggensteiner Weg mit zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen für 74 Plätze. Für 2018 sind insgesamt 1.269 neue Betreuungsplätze in Planung.

„Wir bauen weiter, bis der Bedarf zu 100 Prozent gedeckt ist“, sagt Beatrix Zurek, Leiterin des Referats für Bildung und Sport. Dann gibt es für alle Eltern die Betreuungsangebote, die sie brauchen, damit auch ihre Kleinen genauso gut aufgehoben sind wie Oskar und Valentin.

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© Tamás Magyar

Gesucht: Betreuung für die Münchner Kindl

Stadt fördert verschiedenen Betreuungsformate und sucht Erzieherinnen und Erzieher

Als Heike Benk 2013 für ihren sechsjährigen Sohn Elias keinen Hortplatz bekam, ergriff sie kurzerhand selbst die Initiative. Auf einer Infoveranstaltung der Schule verteilte sie Zettel, um Mitstreiter zu finden. Im gleichen Jahr gründete Benk gemeinsam mit sieben weiteren Eltern eine Mittagsbetreuung.

Von Eltern für Eltern

Seit März letzten Jahres ist Benks Eltern-Kind-Initiative ein Hort und betreut 26 Kinder. Die Stadt unterstützte die Eltern finanziell bei der Sanierung der neuen Räume in der Oberländerstraße. Jetzt fördert sie den Hort mit je 80 Prozent der Personal- und Raumkosten. „Wir haben eine Betreuung für unsere Kinder und die Stadt ist froh, dass wir die Initiative gegründet haben“, sagt Benk. Eine Win-Win-Situation.

Der Hort ist eine der aktuell 228 Eltern-Kind-Initiativen in München. 210 davon bekommen Gelder durch das hierfür vorgesehene Fördermodell der Stadt, das ausschlaggebend für viele Eltern war, diesen Schritt zu gehen.

Betreuung fast wie zuhause

Ein familiäres und kostengünstiges Betreuungsformat ermöglicht außerdem die Kindertagespflege in Familien. Die Tagesmütter und -väter kümmern sich um bis zu fünf Kinder im eigenen Haushalt. Bei der Großtagespflege betreuen zwei Erwachsene bis zu zehn Kinder. Wer eine Tagesbetreuung übernehmen möchte, erfährt alles über die Voraussetzungen auf regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen des Stadtjugendamts. Die nächste für Tagespflege findet am 12. April und für Großtagespflege am 10. April statt.

Erzieherin bei der Stadt

„Ich arbeite einfach wahnsinnig gerne mit Kindern zusammen“, sagt Felicitas Haselbeck. Die Erzieherin wirkt seit zehn Jahren in der städtischen KITA Corneliusstraße und ist inzwischen stellvertretende Leiterin.
Die Stadt konzipierte 2013 eine neue Kampagne, um das dringend benötigte Personal für die städtischen KITAs anzuwerben. Auch Haselbeck hat mitgemacht, weil sie von der Stadt als gute Arbeitgeberin überzeugt ist und gerne in München lebt.
Außerdem lockt die Stadt mit einer verkürzten Ausbildung zur Erzieherin. So bietet sie etwa (Fach-)Abiturienten eine nur dreijährige Lehrzeit an (OptiPrax).
Beim nächsten Schnupperwochenende am 20. und 21. April erfahren Interessierte alles über die Ausbildungs- und Stellenangebote der Stadt.

 

Wer eine Eltern-Kind-Initiative gründen oder eine Tagespflege übernehmen will oder wer als Erzieher bei der Stadt arbeiten möchte, findet alle Infos unter muenchen.de/kita.

 

"Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 3. April 2018.