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Mit Nachbarn ist gut Kirschen essen


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© Hannah Suttner

Nachbarschaftstreffs zeigen vom 2. bis 9. Mai, was sie zu bieten haben

3,2 Millionen Euro fließen jährlich in die Quartierbezogene Bewohnerarbeit

Marianne hat den „Stricken und More“-Treff ins Leben gerufen, Karla ist fast seit Anfang an dabei. Jetzt treffen sich die beiden Rentnerinnen zweimal im Monat mit weiteren Frauen, stricken, häkeln, nähen und tauschen Wissen sowie Tratsch aus dem Viertel aus. Möglich ist das im Nachbarschaftstreff Tatz, der seit 2015 in Sendling seine Türen geöffnet hat.

Hereinspaziert

Für die Woche der Münchner Nachbarschaftstreffs vom 2. bis 9. Mai stellen sich 33 dieser Einrichtungen mit einem besonderen Programm und Angeboten ihrer Ehrenamtlichen vor. Etwa mit einer Führung durch das Viertel, einer Aktion zum Verschönern der Nachbarschaft oder  mit Flohmarkt, Schafkopfen, Tanzen, Yoga und Vielem mehr.
Am 2. Mai informiert das Sozialreferat von 10 bis 13 Uhr mit einem Infostand am Marienplatz über die Nachbarschaftstreffs. Dort oder unter nachbarschaftstreff-muenchen.de gibt es auch das gesamte Programm.

Netzwerke spinnen

Die Stadt fördert die sogenannte Quartierbezogene Bewohnerarbeit mit 3,2 Millionen Euro jährlich. Das Sozialreferat finanziert mit dem Geld eine halbe Stelle für die Leitung der Treffs und bezuschusst die Miete oder Kosten für besondere Aktionen.
Die sozialpädagogische Fachkraft, die den Treff leitet, unterstützt die Bürgerinnen und Bürger dabei, ihre Ideen und Anliegen umzusetzen und sich zu vernetzen. So entstehen spanische Mutter-Kind-Treffen, Papa-Kind-Treffen, damit Mamas auch mal Pause haben,  Gartel-Gruppen oder Info-Abende.
Dass das Wissen von Marianne und Karla aus der Strick-Gruppe auch im Reparatur-Café gefragt ist oder die letzte Weihnachtsfeier im Tatz so gelungen war, zeigt dabei auch, wie das Netz weiter gesponnen wird.

Treffs bekommen Zuwachs

Derzeit gibt es stadtweit 39 Treffs. In diesem und im nächsten Jahr kommen weitere sieben dazu: Im Juli eröffnet ein neuer Treff in der Pöllatstraße in Giesing, im Oktober ein weiterer in der Josef-Felder-Straße in Pasing und ab 2019 die in den Neubaugebieten Paul-Gerhard-Allee, Prinz-Eugen-Kaserne, Am Südpark und in Freiham Nord sowie in der Georg-Reismüller-Straße auf dem Diamaltgelände. Mal sehen, welche Ideen von den Bewohnerinnen und Bewohnern dort eingebracht und umgesetzt werden.

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© Feierwerk e.V.

Mehr als zwei Fliegen mit einer Klappe

Sozialreferat plant weitere integrierte Einrichtungen wie die erfolgreiche Funkstation

Inzwischen kommen die Bewohner aus dem neuen Stadtquartier Domagkpark zahlreich in die Funkstation. Katrin Pischetsrieder, die Leiterin des seit einem Jahr bestehenden Begegnungsortes, ist zufrieden.
Das Haus ist eine der ersten sogenannten integrierten Einrichtungen und das bislang größte, was Fläche und Fülle des Angebots angeht.

Unter einem Dach gebündelt

Das Konzept ist schnell erklärt: Je nach Bedarf im Quartier werden verschiedene soziale Angebote für unterschiedliche Zielgruppen in einem Gebäude und unter einer Trägerschaft zusammengefasst. Bei der Funkstation ist es der Verein Feierwerk, der offene Kinder- und Jugendarbeit sowie Freizeit-, Bildungs- und Beratungsangebote für Familien unter einem Dach bündelt.
Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen nutzen die Angebote und bringen sich selbst ein. „Was uns sehr freut – die Leute wissen die Funkstation wirklich zu schätzen. ‚Es ist toll, dass es dieses schöne Haus gibt‘ hören wir oft.“ sagt Pischetsrieder.

Synergien entstehen

Die Stadt hat in den Neubau knapp fünf Millionen Euro investiert. Die Vorteile des neuen Konzepts überzeugen: Die knappen Flächen in München werden optimal genutzt. Die Bau- und Erschließungskosten minimieren sich im Vergleich zu Einzelbauten. Die Gebäude sind multifunktional konzipiert und bieten damit hohe Flexibilität in der Nutzung, wenn etwa neue Bedarfe im Quartier entstehen. Und die Räume sind gut ausgelastet.
Ein weiterer, besonders schöner Effekt ist die Synergie: Die Jugendlichen in der Funkstation etwa haben in ihrem Raum eine eigene Bar, an der sie inzwischen zu richtigen Experten im Mixen von alkoholfreien Cocktails geworden sind. Sie möchten ihre Kreationen gerne mal bei einer der zahlreichen Veranstaltungen im Haus anbieten. Außerdem tüfteln Pischetsrieder und ihre Kollegen gerade an der Idee, den Bedarf an Babysittern bei den Eltern mit dem nach mehr Taschengeld bei den Jugendlichen zu verknüpfen.

Weitere Einrichtungen in Bau

Die Investition in die Funkstation hat sich gelohnt, resümiert das Sozialreferat. Weitere integrierte Einrichtungen befinden sich auch bereits in der Umsetzung. So entsteht gerade in der Pöllatstraße in Giesing ein Neubau, der einen Nachbarschaftstreff, eine Mobile Tagesbetreuung für Kinder, einen ambulanten Pflegedienst und Beratungs-angebote für Familien beherbergen wird. Auch in die Neubaugebiete Paul-Gerhard-Allee und Prinz-Eugen-Kaserne kommen integrierte Häuser. Weitere sind in der konkreten Planung.

 

"Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 30. April 2018.