Top
Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Ausbau-Offensive für den Nahverkehr


  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© SWM/MVG

Rund 5,5 Milliarden Euro für zukunftsweisende Infrastrukturvorhaben im ÖPNV

Grundsatzbeschlüsse für Neubau der U9 und Tram-Nordtangente sind gefasst

Eine „historisch einmalige Ausbau-Offensive“ hat Oberbürgermeister Dieter Reiter für den Öffentlichen Nahverkehr angekündigt. Für insgesamt rund 5,5 Milliarden Euro sollen knapp 40 Kilometer neue Strecken geschaffen und das Schienennetz um 20 Prozent ausgebaut werden.

Bereits im Januar fasste der Stadtrat dazu zwei wichtige Grundsatzbeschlüsse: Den einen zum Neubau der U9 sowie einen weiteren zur Tram-Nordtangente.
Die neue U9 soll von der Implerstraße über den Hauptbahnhof bis nach Schwabing zur Münchner Freiheit führen und so die stark frequentierten Innenstadtlinien U3/U6 entlasten. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wird nun die Ergebnisse aus der Machbarkeitsstudie planerisch weiter vertiefen. Die Ergebnisse sollen voraussichtlich Ende 2018 dem Stadtrat vorgestellt werden.
Auch die Tram-Nordtangente ist wichtig, um das radiale U-Bahn-Netz zu entlasten. Sie umfasst eine Strecke von rund 13 Kilometern vom Romanplatz in Neuhausen bis St. Emmeram in Bogenhausen. Neu gebaut werden muss lediglich der etwa zwei Kilometer lange Abschnitt zwischen Elisabethplatz und Tivolistraße. Etwa Mitte 2025 soll der Lückenschluss fertig sein.

Als nächstes kommt im Frühjahr der Trassierungsbeschluss für die Tram-Westtangente auf die Tagesordnung. Ziel ist es, die knapp neun Kilometer lange Neubaustrecke vom Romanplatz bis zum U-Bahnhof Aidenbachstraße bis 2026 zu realisieren. Außerdem wird die U5 zunächst bis nach Pasing verlängert, im Anschluss soll sie dann bis nach Freiham fortgeführt werden. Die U4 soll mindestens bis nach Englschalking verlängert und dort mit der S8 verknüpft werden. Und nach der Fertigstellung der neuen U9 kann mit einer neuen U26 im Münchner Norden die Querverbindung zwischen dem U2-Bahnhof Am Hart und dem heutigen U6-Bahnhof Kieferngarten erfolgen. Die Nord-Süd-Erschließung des Areals der ehemaligen Bayernkaserne wird die Tram 23 übernehmen, die dann von Schwabing Nord mindestens bis zur Heidemannstraße fährt.

  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© MVG/SWM

Taktverdichtungen bei U-Bahn, Bus und Tram

Querverbindungen und CityRing entlasten die Umsteigebahnhöfe in der Innenstadt

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) reagiert auf die steigende Nachfrage im Öffentlichen Nahverkehr und baut jedes Jahr ihr Angebot aus. Mit dem Fahrplanwechsel zum 10. Dezember 2017 realisierte die MVG bereits einige Neuerungen, weitere folgen im Laufe dieses Jahres. Insgesamt erhöht sich der Leistungsumfang um drei Prozent, profitieren werden die Fahrgäste auf rund 30 Linien.

So wurde etwa die Buslinie 153 von der bisherigen Endhaltestelle in der Lothstraße Richtung Neuhausen und Sendling verlängert und damit zu einer wichtigen Querverbindung ausgebaut. Auch wird teilweise ein 5- statt ein 10-Minuten-Takt angeboten. Eine Taktverdichtung konnte ebenfalls auf der U4 in den Schulferien und auf der U2 und U5 durch die Verlängerung der Hauptverkehrszeit umgesetzt werden. Eine bedeutende Verbesserung erfolgt zudem bei der U2, wenn sie ganztägig im 5-Minuten-Takt fährt. Das wird voraussichtlich ab Mitte des Jahres der Fall sein.

Sämtliche MetroBusse im Stadtgebiet fahren nun an allen Tagen bis etwa 22 Uhr einheitlich im 10-Minuten-Takt und damit zeitweise doppelt so oft wie bisher. Auf einzelnen Buslinien wird zudem zu verschiedenen Tageszeiten häufiger gefahren, etwa während des Schülerverkehrs oder zu den Hauptverkehrszeiten. Auch auf diversen Tramlinien konnte der MVG eine Taktverdichtung realisieren, wie etwa bei der Tram 15/25, die jetzt in bestimmten Abschnitten bis etwa 0 Uhr im 10- statt im 20-Minuten-Takt fährt.

Entlastung bringen auch neue Querverbindungen: Im Münchner Norden wird der neue ExpressBus X50 direkt zwischen Moosach Bahnhof und Alte Heide verkehren, und der StadtBus 150 bildet eine neue Nord-Ost-Tangente zwischen U2, U6 und U4.

Außerdem wird ein durchgehender Ringschluss realisiert, der ebenfalls die U-Bahn in der Innenstadt entlastet: Der Bus-CityRing fährt vom Hauptbahnhof nach Schwabing, dann über Bogenhausen und Giesing zurück zum Bahnhof.

Die gesamten Neuerungen sind auf www.mvg.de unter „Aktuelles“ zu finden.

  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Presseamt/Nagy

Sicher und schnell: Rückenwind für den Radverkehr

Stadtrat bringt neuen Grundsatzbeschluss zur Förderung des Radverkehrs auf den Weg

Den Verkehr auf Münchens Straßen trotz steigender Einwohnerzahlen umweltverträglich und leistungsfähig halten – dieser Herausforderung stellt sich der Grundsatzbeschluss zur Förderung des Radverkehrs.

Oberste Priorität hat dabei die Verkehrssicherheit und eine weitere Steigerung des Radverkehrsanteils. Dazu wurden jetzt konkrete Prüfaufträge für zahlreiche Radverkehrsprojekte beschlossen. Auch sind einige Maßnahmen enthalten, die neben den stets im laufenden Jahr in Auftrag gegebenen Einzelmaßnahmen direkt umgesetzt werden.

So starten zwei Verkehrsversuche in der Brienner Straße und in der Schwanthalerstraße, für die die Stadt Radfahrstreifen auf der Straße markiert. Dafür fallen einige Stellplätze weg. Nach einem Jahr wird dem Stadtrat über die Erfahrungen mit der Umverteilung des Straßenraums berichtet.

Detailliert angegangen werden schnellstmöglich auch zehn wichtige Lückenschlüsse im Radwegenetz – unter anderem in der Schwanthalerstraße zwischen Paul-Heyse-Straße und Sonnenstraße, in der Lindwurmstraße zwischen der Plinganser Straße und der Implerstraße oder in der Ludwigstraße zwischen Odeonsplatz und Siegestor.

Die Zahl der Fahrradstraßen in der Stadt soll von derzeit 60 bis 2025 auf mindestens 100 erhöht werden. Auch die Einbahnstraßen sollen weiter für den gegenläufigen Radverkehr geöffnet werden. Bislang ist dies in 370 der 700 Münchner Einbahnstraßen möglich. Außerdem sollen alle benutzungspflichtigen Radwege dahingehend überprüft werden, ob diese Pflicht aufgehoben werden kann. 138 der etwa 384 Straßen und Straßenabschnitte wurden bereits untersucht, in 91 Fällen dürfen Radlerinnen und Radler nun die Straße nutzen.

Ebenfalls neu ist der Auftrag an die Verwaltung, bei der Planung von Kreuzungen mehr Aufstellflächen für Radfahrer einzurichten und Zug um Zug eine vom Fußgängerverkehr getrennte Signalisierung für den Radverkehr umzusetzen. Alternative Routenführungen durch Nebenstraßen sollen zudem besser ausgeschildert werden.

Außerdem hat der Stadtrat die Untersuchung einer tangentialen Radschnellverbindung, die in einem Kreis um die Innenstadt führen soll, in Auftrag gegeben. Ebenso sollen fünf radiale Radschnellverbindungen, also von der Stadt ins Umland führende Wege, innerhalb der nächsten sechs Monate vertieft untersucht werden. Bis 2025 sollen bereits zwei der Radschnellverbindungen umgesetzt sein.

Alle Projekte finanziert die Stadt aus der Nahmobilitätspauschale, die jährlich 10 Millionen Euro bereit stellt.

 

"Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 13. Februar 2018.