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Rote Karte für ungleiche Bezahlung


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© privat

Unter dem Motto „Transparenz gewinnt“ fordern Frauen mehr Lohngerechtigkeit

Aktionen zum Equal Pay Day am 16. März auf dem Marienplatz

Damit Frauen auf das gleiche Gehalt kommen wie Männer, müssen sie rechnerisch 77 Tage länger arbeiten. Denn noch immer verdienen Frauen statistisch gesehen im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer. In Bayern beträgt der Lohnunterschied sogar 24 Prozent. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit auf dem viertletzten Platz von 28 Mitgliedsstaaten.

Auf dieses Missverhältnis machen Fraueninitiativen am kommenden Freitag, 16. März, mit dem Equal Pay Day aufmerksam. Das Datum markiert symbolisch den Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen. Denn bis zu diesem Tag müssten Frauen rein rechnerisch zusätzlich arbeiten, um das durchschnittliche Vorjahresgehalt von Männern zu erreichen.

Diese Ungleichheit prangern Frauenorganisationen mit dem Aktionstag am Freitag deutschlandweit an. In München will ein Aktionsbündnis, zu dem sich über 40 Partnerinnen und Partner zusammengeschlossen haben, dazu den Marienplatz von 15 bis 17 Uhr ganz in Rot tauchen. Wer die Aktion unterstützen will, sollte möglichst mit roter Jacke, Tasche, Hut oder Schal zum Marienplatz kommen. Begrüßt werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Nicole Lassal, der Leiterin der Gleichstellungsstelle für Frauen der Stadt München. Mit einem besonderen Münchner Brauch, dem Geldbeutelwaschen im Fischbrunnen, weisen die Teilnehmerinnen dann symbolisch auf die fehlenden Euros in den Geldbörsen der Frauen hin. Die Organisatorinnen verteilen dazu rote Geldbeutel als Symbol für die roten Zahlen in den Börsen der Frauen. Auch Petra Reiter, die Ehefrau von Oberbürgermeister Dieter Reiter, beteiligt sich an der Aktion. Für gehörigen Wirbel und die nötige Aufmerksamkeit sorgt außerdem die Samba-Trommelgruppe „Münchner Ruhestörung“.

Das Motto des Equal Pay Days lautet in diesem Jahr „Transparenz gewinnt“. Denn Anfang 2018 ist das sogenannte Lohntransparenzgesetz in Kraft getreten. Dessen Ziel ist es, vor allem Frauen dabei zu unterstützen, ihren Anspruch auf gleiches Entgelt bei gleichwertiger Arbeit besser durchzusetzen. Zentrales Instrument ist ein Auskunftsanspruch, der helfen soll, ungerechtfertigte Gehaltsunterschiede aufzudecken.

„Solche Erfolge werden uns aber nicht geschenkt – sie werden erkämpft“, betont Bürgermeisterin Christine Strobl, die auch dieses Jahr wieder die Schirmpatenschaft für den Aktionstag zum Equal Pay Day übernommen hat. Um mehr Geschlechtergerechtigkeit zu schaffen, seien strukturelle Maßnahmen nötig, betont sie. Denn beim Thema Lohngerechtigkeit werde die strukturelle Benachteiligung von Frauen in der Gesellschaft sichtbar. „Die traditionelle Aufgabenverteilung in der Familie, die Wahl von typischen, geringer bezahlten Frauenberufen, die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen und die Unterbrechung von Erwerbsbiographien wegen Kinderbetreuung oder Pflege verursachen den Hauptanteil des Lohnunterschieds“, so Strobl.

Über den Equal Pay Day hinaus gibt es bis 26. April noch zahlreiche weitere Veranstaltungen des Münchner EPD Aktionsbündnisses. Das gesamte Programm ist zu finden in einem Flyer, der in der Stadt-Information im Rathaus ausliegt, sowie unter muenchen.de/equal-pay-day.

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Mitmachen bei der #EPD2018-Challenge

Zum Equal Pay Day ruft das Münchner EPD Aktionsbündnis heuer erstmals auch zum Mitmachen in den sozialen Medien auf. Zum Aktionstag hat das Bündnis eine Instagram Challenge ins Leben gerufen: Bis Donnerstag, 15. März, sind alle Unterstützerinnen und Unterstützer dazu aufgerufen, unter dem Hashtag  #EPD2018 täglich ein Bild und einen kleinen Text zum Thema „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ aus ihrem Alltag zu posten – witzig, fordernd, aufrüttelnd, überraschend ... Täglich gibt es dazu noch einen aktuellen Hashtag des Tages. Heute ist das etwa #RoteTasche. Rote Taschen sind seit 1988 weltweit das Sinnbild für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen aufgrund des Lohnunterschieds. Hashtag des Tages am morgigen Mittwoch, 14. März, ist #dasistzumHeulen; am Donnerstag, 15. März, ist #Heldin gefragt. Neben dem aktuellen Hashtag des Tages sollten Teilnehmerinnen und Teilnehmer immer auch den Hashtag #EPD2018 verwenden, damit der Beitrag Teil der Challenge ist.

Als Gewinn für die Teilnahme an der #EPD2018-Challenge locken insgesamt fünf rote Handtaschen der Münchner Firma Roeckl. Sie werden beim Aktionstag auf dem Marienplatz am 16. März an die Gewinnerinnen ausgehändigt.

Alle Informationen gibt es auch auf Facebook unter  facebook.com/EqualPayDayMuenchen.

 

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Ein klares Zeichen für ein buntes München

Internationale Wochen gegen Rassismus bieten noch bis 26. März ein vielfältiges Programm

„München ist eine Stadt, die ihre Lebensqualität, Attraktivität und Stärke ganz maßgeblich der Vielfalt der hier lebenden Menschen verdankt. Ein weltoffenes, tolerantes und respektvolles Miteinander gehört in einer Weltstadt wie München, in der Menschen aus fast 200 verschiedenen Nationen leben, zum demokratischen Fundament“, betont Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Mit den Internationalen Wochen gegen Rassismus, koordiniert von der kommunalen Fachstelle für Demokratie, will die Stadt deshalb noch bis 26. März ein deutliches Zeichen setzen gegen Ausgrenzung, Hass und jede Form von Menschenfeindlichkeit. Unter dem Motto „100 Prozent Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus“ bieten Institutionen, Organisationen und Vereine aus der Münchner Stadtgesellschaft insgesamt mehr als 70 Veranstaltungen an. Das Spektrum reicht von Vorträgen, Lesungen und Podiumsdiskussionen über Ausstellungen, Theater- und Filmvorstellungen bis hin zu Aktionen im öffentlichen Raum.

Einen besonderen Schwerpunkt bildet im diesjährigen Programm die Auseinandersetzung mit den Nachwirkungen der Verfolgung und Diskriminierung von Sinti und Roma. Anlass ist der 75. Jahrestag der Deportation der Münchner Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Das komplette Programm der Internationalen Wochen gegen Rassismus gibt es unter muenchen.de/gegen-rassismus.

 

"Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 13. März 2018.