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Weniger Kohlendioxid ist mehr Klimaschutz


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© Michael Nagy

Die städtischen Referate und Eigenbetriebe gehen mit gutem Beispiel voran

Zentral sind die Sanierung von Gebäuden und die Umstellung des städtischen Fuhrparks

Am 24. März gehen in München die Lichter aus – allerdings nur von 20.30 bis 21.30 Uhr und auch nur jene, die absichtlich ausgeschaltet wurden. Etwa die abendliche Anstrahlung von Frauenkirche oder Rathaus. Denn es ist „Earth Hour“ – eine vom World Wide Fund For Nature initiierte weltweite Aktion, die ein Zeichen für den Klimaschutz setzen soll.

Die Stadt beteiligt sich nicht nur an dieser Klimaschutzaktion und schaltet für eine Stunde die Lichter an bekannten Bauwerken aus. Sie arbeitet vielmehr mit zahlreichen Initiativen, Projekten und Programmen seit vielen Jahren kontinuierlich daran, die Treibhausgas-Emissionen in München zu senken.
Ziel ist es, im Jahr 2050 eine klimaneutrale Stadt zu sein, das heißt nur noch 0,3 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Einwohner im Jahr auszustoßen. Dabei geht die Stadt mit gutem Beispiel voran. Die Maßnahmen, die sie hierfür ergreift, reichen von der Modernisierung und dem Bau energieeffizienter Schulen, Verwaltungs-  und Wohngebäude über den Austausch der Straßenbeleuchtung  bis zum Einsatz von E-Fahrzeugen aber auch von E-Fahrrädern für Dienstfahrten (LHMobil).

Das größte Potential bei der Einsparung von CO2 liegt bei der energetischen Sanierung von Gebäuden. So wurden seit 2013 rund 113 Millionen Euro in die Sanierung von Gebäudehüllen, Heizungs- oder Beleuchtungssystemen investiert wie etwa an der Mittelschule Albert-Schweizer-Straße oder im Gartenbaustützpunkt in der Sachsenstraße. Mit dem Neubau des Gymnasiums Trudering startete die Stadt zudem ein Modellprojekt für zertifizierte Passivhausbauweise. Auch die städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG und GEWOFAG achten bei Neubauten und Sanierungen besonders auf Energieeffizienz.

Derzeit sind außerdem 145 stadteigene Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 4,6 Megawatt installiert. Sie sind zum Beispiel auf den Dächern des Beruflichen Schulzentrums an der Nordhaide oder des Wertstoffhofs plus in der Mühlangerstraße angebracht oder auch in Lärmschutzwände integriert wie auf der Würmbrücke der Nordumgehung Pasing.

Beim städtischen Fuhrpark setzt die Stadt ein weiteres Zeichen zur Verbesserung der Luftqualität. Bis 2020 sollen alle dieselbetriebenen Fahrzeuge bis 2,5 Tonnen Gesamtmasse durch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ersetzt werden. Zum Einsatz kommen mit wenigen Ausnahmen rein elektrisch betriebene Autos. Zudem sollen bis 2023 mindestens 250 Benziner ausgetauscht sein.

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© Vattenfall/Jan Oelker

Klimaschutz – ein zentrales Ziel der Stadt

Elektromobilität, Ausbau des öffentlichen Nah- und Radverkehrs, Erneuerbare Energien

Bereits 2010 wurde das erste Klimaschutzprogramm in München auf den Weg gebracht. Damit bündelte die Stadt die Vielzahl an bereits laufenden Projekten und Programmen der Referate und Beteiligungsgesellschaften. In acht Handlungsfeldern sind Maßnahmen definiert, die sich etwa mit Wohnungsbau, Verkehr oder Energiemanagement, aber auch mit der Bewußtseinsbildung befassen.

Im Herbst diesen Jahres wird dem Stadtrat das vierte Integrierte Handlungsprogramm Klimaschutz in München (IHKM) zur Entscheidung vorgelegt. Mit dem ambitionierten Ziel, bis 2050 eine klimaneutrale Stadt zu sein, passen die Experten die Maßnahmen an neue Entwicklungen an.
Seit 2015 unterstützt die Stadt mit dem Integrierten Handlungsprogramm zur Förderung der Elektromobilität (IHFEM) zudem Gewerbe wie Privatpersonen finanziell dabei, auf E-Fahrzeuge umzusteigen.

Außerdem treibt die Stadt den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs voran. In den nächsten Jahrzehnten sollen hier rund 5,5 Milliarden Euro investiert werden. Zudem baut die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) jährlich ihr Angebot aus, etwa mit neuen Querverbindungen oder Taktverdichtung. Und für die Busflotte beschafft die MVG gerade 40 E-Fahrzeuge, im ersten Schritt vier Gelenk- und vier einfache Busse.

Ebenso wird das Mietradsystem MVG Rad weiter aufgestockt – neben dem Ausbau der Radinfrastruktur ein wichtiger Bestandteil, um den Radverkehr zu fördern.

Einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten die Stadtwerke München (SWM) – sie verfolgen konsequent ihr Ziel weiter, bis 2025 so viel Ökostrom selbst zu produzieren, wie ganz München benötigt. Und bis 2040 soll außerdem die Fernwärme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen werden.

Den eigenen CO2-Fußabdruck verkleinern

Die Stadt unterstützt mit finanzieller Förderung, Vergünstigungen und Beratung

Wer selbst einen Beitrag dazu leisten möchte, dass München 2050 klimaneutral ist, bekommt mit verschiedenen Förderprogrammen, Vergünstigungen und Beratungsangeboten Unterstützung von der Stadt:

Maßnahmen beim energetischen Bauen und Sanieren von Gebäuden etwa werden mit dem Förderprogramm Energieeinsparung (FES) unterstützt. Alle relevanten Infos dazu unter muenchen.de/fes.

Münchner Betriebe erhalten mit ÖKOPROFIT Hilfestellung dabei, umweltfreundlich zu wirtschaften und damit auch Betriebskosten zu senken. Infos zum Programm, das gerade sein 20jähriges Jubiläum feiert, gibt es unter muenchen.de/oekoprofit.

Eine kostenlose Energieberatung bietet das Referat für Arbeit und Wirtschaft Münchner Unternehmen. Wenn sie außerdem innovative Ansätze zum Klimaschutz haben, können sie auch an dem Programm „Modellprojekte zum Klimaschutz in Unternehmen“ teilnehmen. Zusätzlich finden jährlich Informationsveranstaltungen zum Thema Energieeffizienz statt, Infos hierzu unter muenchen.de/energie-effizienz.

Kundinnen und Kunden der Stadtwerke München (SWM) bekommen eine Energieberatung in der SWM-Zentrale in Moosach. Alle Infos zu diesem Beratungsangebot und Tipps zum Energiesparen sind zu finden unter swm.de/energiesparen.


Mit dem Förderprogramm Elektromobilität und dem E-Taxi Förderprogramm gibt es finanzielle Förderung für Gewerbetreibende und zum Teil auch  für Privatpersonen beim Umstieg auf E-Fahrzeuge (E-Autos, Pedelecs, Lastenpedelecs, E-Roller), bei der Ladeinfrastruktur und bei der Beratung. Mehr dazu unter muenchen.de/emobil.


Auch mit dem Mobilitätsmanagement-Programm „München – Gscheid Mobil“ hilft die Stadt beim Umstieg auf Elektromobilität. Es bietet etwa das Mobilitäts-Paket Go!Family für werdende Eltern sowie Eltern mit Babys an, das Betriebliche Mobilitätsmanagement oder auch den Mobilitäts-Ordner für Neubürger. Mehr Infos unter muenchen.de, Stichwort „Gscheid Mobil“.

 

"Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 20. März 2018.