Top
Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Zum Auftakt ein „Fest der Demokratie“


  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München

Über 330 Ausstellungen, Lesungen und Events zum Thema „Was ist Demokratie?“

Von November bis Mai 2019 läuft das Programm zu 100 Jahre Revolution und Rätezeit

Noch zwei Tage vor der Hauptstadt Berlin schlug München den Weg zur Demokratie ein. Am 7. November 1918 fand eine Friedenskundgebung auf der Theresienwiese statt. Kurt Eisner führte die Revolution in München an und rief noch in derselben Nacht den Freistaat Bayern aus.

An dieses historische Ereignis vor 100 Jahren und der folgenden Rätezeit erinnert nun das Programm „1918 | 2018 – Was ist Demokratie?“. Von November bis Mai 2019 gestalten 170 Partner über 330 Beiträge von Ausstellungen über Lesungen und Vorträgen bis zu Film-, Theater- und Musikevents.

Veranstalter sind städtische Einrichtungen, wie die Monacensia, das Stadtarchiv München oder die Münchner Volkshochschule, lokale Geschichtsinitiativen, Bezirksausschüsse, Stadtteilkulturzentren, Kirchengemeinden und viele mehr.

Mit der Auftaktveranstaltung „Fest der Demokratie“ laden Bezirksausschüsse und das Kulturreferat am Mittwoch, 7. November, ins Herzkasperl-Festzelt auf die Theresienwiese ein – und das bei freiem Eintritt. Die Demokratie wird ab 14 Uhr mit einem Kinder- und Jugend- und ab 17 Uhr mit einem Abendprogramm gefeiert. Bei einem „Date mit der Revolution“ lädt Christian Springer dazu ein, mit Persönlichkeiten aus Münchens Stadtgesellschaft, wie etwa Doris Dörrie, über die Demokratie nachzudenken. Im Anschluss eröffnet OB Dieter Reiter offiziell das Fest, gefolgt von Hans Well & den Wellbappn. Um 20 Uhr spürt die RevolutionsRevue der Stimmung vor 100 Jahren nach und ab 21 Uhr bringt die Bigband Dachau das Tanzbein zum Schwingen.

Das gesamte Programm ist unter muenchen.de/wasistdemokratie wie auch in einem Programmheft, das im Infopoint Schlösser & Museen in München, Alter Hof 1, ausliegt, zu finden.

  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Werner Bauer

„Majestät, schaugn‘S daß hoamkumma“

Städtische Einrichtungen bieten vielfältige Beiträge zum Revolutionsprogramm 1918 | 2018

Über 330 Beiträge haben 170 Veranstalter für das Programm „1918 | 2018 – Was ist Demokratie?“ zusammengestellt. Mit dabei sind auch städtische Einrichtungen, die von November bis Mai 2019 verschiedenste Themen rund um das Motto „Was ist Demokratie?“ behandeln.

So widmet sich etwa das Stadtarchiv München in der Vortragsreihe „München zwischen Oktober 1918 und Juli 1919“ der Geburtsstunde des Freistaats. Bis Juli 2019 finden monatlich Vorträge statt. „Majestät, schaugn‘S daß hoamkumma“ lautet der Titel am 8. November.

Auch das NS-Dokumentationszentrum befasst sich mit dem historischen Ereignis und startet am 15. November mit dem Vortrag „Ressentiment und Trauma. Die Novemberrevolution und die Juden“. Am 6. November lädt es zudem gemeinsam mit dem Kreisjugendring in die „Revolutionskneipe“ Vereinsheim Schwabing ein.

Die Münchner Volkshochschule wartet mit vielen Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Lesungen auf. Dabei geht es etwa neben Kurt Eisner um die Revolutionärin Sonja Lerch, um Literaten wie Erich Mühsam und Ernst Toller, um zeitgenössische Presseberichte und Tagebücher, um den Aufstieg des Nationalsozialismus, die Rolle des Antikommunismus aber auch um Österreich-Ungarn oder die USA.

Eine Ausstellung mit Plakaten aus der damaligen Zeit ist ab 13. November in der Stadtbibliothek Hasenbergl zu sehen. Außerdem schnürt die Stadtbibliothek München mit der Lesung „Kajetan und die Sache Koslowski“ von Robert Hültner sowie verschiedenen Vorträgen etwa zu Toni Pfülf und Anita Augspurg sowie zu Oskar Maria Graf ein vielfältiges literarisches Paket.

In der Ausstellung „Dichtung und Revolution“ befasst sich die Monacensia mit der Novemberrevolution. Ab 9. November nimmt sie mit Kurt Eisner, Gustav Landauer, Erich Mühsam und Ernst Toller diejenigen Schriftsteller in den Blick, die zu wichtigen politischen Akteuren wurden. Dazu gibt es Lesungen, Podiumsdiskussionen, Filme und Führungen.

Und im Valentin-Karlstadt-Musäum sind ab 8. November in einer Sonderausstellung Zeichnungen von Heinrich Kley zu sehen, die um den 7. November 1918 entstanden sind. Außerdem lädt es am 10. Februar 2019 zu einer musikalisch szenischen Reise ein.

3. Münchner Frauenkonferenz - 100 Jahre Frauenwahlrecht  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

„Demokratie der Zukunft – nur mit uns!“

Am 30. November veranstaltet die Gleichstellungsstelle die 3. Münchner Frauenkonferenz

Auch für Frauen war die Revolution vor 100 Jahren ein bedeutsames Ereignis, denn in Folge trat das Reichswahlgesetz in Kraft, mit dem die Frauen in Deutschland endlich das aktive und passive Wahlrecht erhielten. Die Gleichstellungsstelle für Frauen knüpft an dieses historische Ereignis an. In der 3. Münchner Frauenkonferenz geht es um die politische Vertretung durch Frauen und den Umgang mit frauenpolitischen Themen. Unter dem Motto „100 Jahre Frauenwahlrecht. Demokratie der Zukunft – nur mit uns!“ findet die Konferenz am Freitag, 30. November, von 9.30 bis 18 Uhr im Alten Rathaussaal, Marienplatz 15, statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Am Vormittag hält die Historikerin Dr. Kerstin Wolff einen Vortrag, der sich mit dem Kampf um das Frauenwahlrecht aus historischer Sicht und seiner Bedeutung für die Zukunft befasst. Danach präsentiert das Schäuble-Institut die Studie „Wählen und Gestalten – Motivationen und Einstellungen Münchner Frauen zu politischer Mitwirkung und Wahlen“. Dazwischen agiert Brigitte Hobmeier als Rosa Kempf.

Nachmittags können die Teilnehmerinnen in einem der fünf Diskussionsforen aktiv werden und anschließend einer Podiumsdiskussion mit Politikerinnen und Aktivistinnen aus der Münchner Frauenbewegung beiwohnen.

Das Programm ist unter muenchen.de/gst zu finden, dort ist auch eine Anmeldung noch bis 15. November möglich. Flyer liegen in der Stadtinformation im Rathaus aus.

 

"Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 30. Oktober 2018.