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Nachbarschaft gemeinsam gestalten


Führung im Domagk Park  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© mitbauzentrale münchen

Genossenschaften leisten innovative Beiträge zur Quartiersentwicklung

Beim 12. Wohnprojekttag am 12. und 13. Juli dreht sich alles um gemeinschaftliches Bauen

Genossenschaften und Baugemeinschaften schaffen und erhalten nicht nur bezahlbaren Wohnraum in München, sie tragen auf ganz unterschiedliche Art und Weise auch zu lebendigen, innovativen und sozial durchmischten Quartieren und funktionierenden Nachbarschaften bei.

Und darum geht es auch beim 12. Wohnprojekttag mit dem Titel „Das QUARTIER gestalten WIR – Wohnprojekte als Partner in der Quartiers- und Nachbarschaftsentwicklung“ am 12. und 13. Juli im Gasteig.

Bei freiem Eintritt präsentieren sich am Samstag, 13. Juli, ab 12 Uhr Genossenschafts- und Mietprojekte, Baugemeinschaften und Initiativen aus München und Bayern. Ab 14.30 Uhr stehen Tipps und Infos zu Herausforderungen und Strategien im Projektalltag, zur Finanzierung oder zu rechtlichen Fragen auf dem Programm. Dort berät auch die mitbauzentrale münchen, die den Wohnprojekttag gemeinsam mit der Münchner Volkshochschule und der WohnWerkstatt Urbanes Wohnen e.V. veranstaltet.

Und wer sich einen lebendigen Eindruck vor Ort verschaffen möchte, kann am Vormittag an einer der fünf Führungen zu Wohnprojekten teilnehmen – zum Beispiel am Domagk Park oder in Freiham, wo ein inklusiver Stadtteil mit bis zu 8.000 Wohnungen entstehen soll.

Bereits am Freitag, 12. Juli, stellen im Rahmen einer Fachtagung Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung Beispiele ganzheitlicher Quartiersentwicklung vor.

Die Teilnahme an der Fachtagung kostet 30 Euro und die Führungen am Samstag acht Euro. Anmelden kann man sich unter mvhs.de. Mehr Informationen zum Programm des Projekttages gibt es online unter mitbauzentrale-muenchen.de.

Gut beraten in der mitbauzentrale

Wer ein gemeinschaftsorientiertes Wohnprojekt gründen oder sich einer Initiative anschließen möchte, ist bei der mitbauzentrale münchen richtig. Das Team berät kostenlos zu allen Fragen rund um gemeinschaftliches Bauen.

Unterstützt werden dabei insbesondere auch auf dem Wohnungsmarkt benachteiligte Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderungen sowie ältere Menschen.

Persönliche Beratung erhält man in der Schwindstraße 1 dienstags von 10 bis 14 Uhr und mittwochs von 15 bis 19 Uhr. Regelmäßig organisiert die mitbauzentrale münchen zudem kostenlose Themenabende.

Ab Herbst wird das Beratungsangebot der mitbauzentrale münchen auch auf die Landkreise im Umland und deren Kommunen ausgeweitet.

Alle Informationen zur mitbauzentrale und zum Thema gemeinschaftliches Bauen gibt es unter mitbauzentrale-muenchen.de.

OB Dieter Reiter und GEWOFAG-Chef Klaus-Michael Dengler beim Mieterfest in Sendling am 6. Juni 2019.   Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© GEWOFAG

So schafft die Stadt bezahlbaren Wohnraum

Vergabe vergünstigter Grundstücke, SoBoN, Förderprogramme und Neubau-Offensive

Mit „Wohnen in München“ hat die Stadt Deutschlands größtes kommunales Wohnungs-Handlungsprogramm aufgelegt, für das sie allein im Zeitraum 2017 bis 2021 rund 870 Millionen Euro bereit stellt.

Schwerpunkt ist die Schaffung von bezahlbaren Wohnungen. In der aktuellen Fortschreibung wurde die Zielzahl für geförderte und preisgedämpfte Wohnungen, die jährlich neu entstehen sollen, auf 2.000 erhöht.

Dazu hat die Stadt – neben der Einkommensorientierten Förderung (EOF) von Bund, Land und Kommune – mit dem „Münchner Wohnungsbau“ und den verschiedenen Varianten des „München Modells“ eigene Förderprogramme für untere und mittlere Einkommen aufgelegt.

Bei der Vergabe von Baugrund geht die Stadt bei ihren eigenen Flächen mit gutem Beispiel voran: Die Hälfte davon vergibt sie nämlich sozial gebunden, so dass dort geförderte Wohnungen entstehen können.

Aber auch die andere Hälfte der städtischen Wohnbauflächen wird nicht im preistreibenden Bieterwettbewerb an den Meistbietenden vergeben, sondern vergünstigt an den Bieter mit dem überzeugendsten Konzept für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum – im Rahmen des Konzeptionellen Mietwohnungsbaus. Die Vergabe ist dabei an Bedingungen geknüpft: Die Höhe der Miete ist gedeckelt, die Wohnungen dürfen 60 Jahre lang nicht in Einzeleigentum aufgeteilt werden und auch Kündigungen wegen Eigenbedarf sind ausgeschlossen.

Auf Flächen privater Grundstückseigentümer schreibt die Stadt im Rahmen der Sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN) vor, dass 30 Prozent des neu geschaffenen Wohnbaurechts für den Bau geförderter Wohnungen und zusätzliche zehn Prozent für den Bau preisgedämpfter Wohnungen zur Verfügung stehen müssen. Außerdem müssen sich Bauträger und Investoren dabei auch an den Kosten für die Infrastruktur des neu entstehenden Wohnquartiers beteiligen – etwa für Straßen und Grünflächen oder den Bau von Kindertageseinrichtungen und Schulen.

Besonders fördert die Stadt Genossenschaften und Baugemeinschaften, denn sie entlasten den Wohnungsmarkt, bauen innovativ und tragen zur Quartiersentwicklung bei. 20 bis 40 Prozent der städtischen Flächen sind deshalb für gemeinschaftliches Bauen reserviert und Grundstücksausschreibungen werden speziell an ihre Bedürfnisse angepasst.
Oberbürgermeister Dieter Reiter möchte die Genossenschaften aber noch zusätzlich stärken: „Ich will Häuser, die die Stadt über ihr Vorkaufsrecht in Erhaltungssatzungsgebieten erwirbt, künftig nicht nur an unsere Wohnungsgesellschaften, sondern auch an Genossenschaften übergeben.“ Der Stadtrat soll sich nun damit befassen.

Ein wichtiger Garant für bezahlbare Mieten sind auch die beiden städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG und GEWOFAG. Sie haben aktuell zusammen mehr als 61.000 Wohnungen im Bestand. Und der Bestand wächst weiter, denn beide Gesellschaften haben ehrgeizige Neubauprogramme aufgelegt. Im Schnitt sollen so pro Jahr 1.250 städtische Wohnungen neu entstehen. Die Stadt unterstützt die Bau-Offensive ihrer Wohnungsgesellschaften mit einem 250-Millionen-Euro-Paket und einer zusätzlichen Bareinlage von aktuell 15 Millionen Euro pro Jahr.