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Neu: Das Rathaus als Bienen-Kantine


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© Michael Nagy

Städtische Grünflächen dienen als Nahrungsquellen für die heimische Insektenwelt

Der städtische Gartenbau kümmert sich stadtweit um Lebensraum für Insekten

Am Marienplatz sollen sich Bienen in Zukunft besonders wohl fühlen: Oberbürgermeister Dieter Reiter hat die Stadtgärtner beauftragt, die Pflanzenkästen am Rathaus mit bienenfreundlichen Blumen zu bestücken: „Ich bin überrascht von der Farbenpracht und Vielfalt, die unsere Gärtner in kurzer Zeit umgesetzt haben. Das ist wirklich gelungen!“

Die Geranien, die bisher die neugotische Fassade geschmückt haben, hat der städtische Gartenbau nun durch bienenfreundliche Pflanzensorten wie etwa Buntnesseln, Löwenmäulchen oder Zweizahn ersetzt. Auch die Blütenpracht, die die Stadtgärtner jetzt als Sommerflor in der Fußgängerzone und auf Münchens Plätzen pflanzen, ist zum allergrößten Teil bienenfreundlich.

Über „Zuspruch“ werden sich die insgesamt 155.000 Pflanzen nicht beklagen können. Denn die Artenvielfalt in München ist für eine Großstadt sehr hoch: Aktuell weisen die Daten etwa einen Bestand von über 200 Arten an Wildbienen, 64 Tagfalter- und mindestens 32 Heuschreckenarten auf.
Um den Artenschutz jedoch zu intensivieren, setzt die Stadt an vielen Stellen an. Dafür hat der Stadtrat Ende letzten Jahres eine Biodiversitätsstrategie beschlossen. Dem städtischen Gartenbau fallen dabei zahlreiche Aufgaben zu.

So richten die Stadtgärtner die Auswahl von Pflanzen und Saatgütern bei der Neuanlage öffentlicher Parks und Grünanlagen sowie von Außenanlagen und Dachflächen städtischer Gebäude nach ökologischen Kriterien aus: Flächen in den Grünanlagen werden wo möglich in Langgras- und Blumenwiesen umgewandelt und die entlang von Gehölzesäumen wachsenden Wildkrautstreifen stehen gelassen. Bei Gehölzpflanzungen verwenden die Stadtgärtner überwiegend heimische Straucharten, die für Insekten als Nahrungsquelle und Lebensraum dienen. Auch Flachdächer werden nach Möglichkeit mit wertvollen Nährpflanzen für viele Insekten, wie etwa Mauerpfeffer oder Lauch, begrünt. Auch mit dem Belassen von Alt- und Totholz in Parks und Wäldern schafft die Stadt Lebensraum für Insekten.
Hinzu kommen ökologische Ausgleichsflächen und Vorrangflächen für den Naturschutz. Dafür werden bestehende naturferne Areale so aufgewertet, dass sie sich zu wertvollen Rückzugsräumen für die Natur weiterentwickeln können. Jüngstes Beispiel für den Erhalt einer ökologischen Vorrangfläche ist der naturnahe Park in Baumkirchen Mitte, ein Trockenstandort, der auf einer stillgelegten Gleisanlage entstanden ist.

In Folge dieser vielfältigen Maßnahmen dienen bereits jetzt schon rund 45 Prozent der städtischen Grünflächen fast ausschließlich als Habitate und Nahrungsquellen für die heimische Vogel- und Insektenwelt.

 

Selber insektenfreundlich pflanzen

„Natur auf dem Balkon“ – so heißt eine neue Broschüre, die der Landesbund für Vogelschutz (LBV) zusammen mit dem Referat für Gesundheit und Umwelt entworfen hat.
Sie soll helfen, München bienen- beziehungsweise insektenfreundlicher zu machen und enthält Pflanzvorschläge für verschiedene Standortbedingungen, gibt Tipps zum Überwintern der Balkongewächse und wie man Nützlinge zum Beispiel mit Nisthilfen anlocken kann. Um die Insekten richtig bestimmen zu können, gibt es auch bebilderte Steckbriefe häufiger Balkonbesucher.
Die Broschüre ist kostenfrei in der Stadtinformation im Rathaus und im LBV-Naturschutzzentrum, Klenzestraße 37, erhältlich.

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© Westendzirkus

Von Wissenschaft über Sport bis Kunst

Fünf Tage lang mitmachen und zuschauen: Zahlreiche Workshops, Aktionen und Bühnenshows sind auf dem Festival zum Kinder-Kultur-Sommer (KiKS) geboten. Ob Roboter programmieren, im 3D-Flieger Runden drehen, für eine kindergerechte Stadt Ideen schmieden oder auf der Bühne Mary Poppins sehen – das und vieles mehr können Kinder von fünf bis 15 Jahren vom 6. bis 10. Juni auf dem Gelände der Alten Messe auf der Theresienhöhe erleben.
Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der UN-Kinderrechtskonvention gibt es in diesem Jahr zudem zahlreiche Angebote zum Thema Kinderrechte. Und bei BIOerleben erfahren die Kinder und Jugendlichen mit allen Sinnen, was es mit Bio auf sich hat – etwa beim Kreieren neuer Kräuterdips in der Bio-Küche.
Auf dem Festival können Buben und Mädchen zentral an einem Ort einen kleinen Ausschnitt von dem erleben, was es im KiKS von Juni bis September zu entdecken gibt.

Eine Auswahl davon sind im KiKS-Reiseführer zu finden. Über 300 Angeboten listet das 122 Seiten starke Nachschlagewerk auf. Es ist in elf Themenschwerpunkte von Theater und Literatur über Sport und Zirkus sowie Umwelt und Architektur bis hin zu Wissenschaft und Politik oder Digitale Medien und Bildende Kunst gegliedert. Musik-, Tanz- und Theaterbegeisterte kommen ebenso auf ihre Kosten wie Naturforscher, Leseratten und Technikfreaks oder Handwerker und Sportskanonen.

Die Auswahl steht beispielhaft für die Vielzahl weiterer Programme der mehr als 200 Partner, die das ganze Jahr über angeboten werden. Schirmherr Oberbürgermeister Dieter Reiter dankt allen Organisatoren und Unterstützern für ihr Engagement und ermuntert die Kinder: „Ab in den Kinder-Kultur-Sommer 2019 und viel Spaß dabei!“

Alle Infos zu Festival und Reiseführer sind unter kiks-muenchen.de zu finden. Den Reiseführer gibt es beim Festival und unter anderem in allen Stadtbibliotheken und Sozialbürgerhäusern.

 

"Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 4. Juni 2019.