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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

„Rot ist die Farbe unseres Protests“


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© Peter Schneider

Gemeinsam am Equal Pay Day auf dem Marienplatz Lohngleichheit fordern

Das Münchner Aktionsbündnis ruft am 18. März um 16 Uhr zum Mitmachen auf

Knapp drei Monate müssen Frauen länger als Männer arbeiten, um den gleichen Lohn zu bekommen – denn der durchschnittliche Entgeltunterschied beträgt bundesweit immer noch 21 Prozent, in Bayern sogar 24. Ursachen für die Lohnungerechtigkeit sind die Unterbrechung der Berufstätigkeit wegen Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen, die Wahl typischer und damit geringer bezahlter Frauenberufe und der kleinere Anteil von Frauen in Führungspositionen.

Um auf dieses Missverhältnis aufmerksam zu machen, findet in Deutschland seit 2008 der Equal Pay Day (EPD) statt, und zwar an dem Tag, bis zu dem Frauen rein rechnerisch unentgeltlich arbeiten. In diesem Jahr ist das der 18. März, an dem deutschlandweit zahlreiche Aktionen stattfinden.
In München fordert das EPD-Aktionsbündnis von 16 bis 17 Uhr auf dem Marienplatz mehr Lohngerechtigkeit ein und zum Mitmachen auf: „Kommt, seid dabei, macht mit! Bringt möglichst ein rotes Outfit mit, denn Rot ist die Farbe unseres Protests!“

Nicole Lassal, Leiterin der städtischen Gleichstellungsstelle für Frauen, begrüßt die Besucherinnen und Besucher. Die Quetschenweiber sorgen inklusive eines EPD-Songs für Performance und Musik, Überraschungspreise gibt es beim Gewinnrad und rote Geldbeutel liegen für das Geldbeutelwaschen im Fischbrunnen bereit. Petra Reiter, die Frau des Oberbürgermeisters, eröffnet den Münchner Brauch, um auch den Geldbeutel der Frauen symbolisch wieder aufzufüllen.

Weitere Veranstaltungen rund um den Equal Pay Day finden noch bis Ende April statt. Das gesamte Programm ist unter muenchen.de/equalpayday und in einem Flyer, der in der Stadtinformation im Rathaus ausliegt, zu bekommen.

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© Michael Nagy

Wenn es um die Belange von Frauen geht

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist ein zentrales Anliegen der Stadt

Gerade ist die Stadt einen weiteren Schritt gegangen, um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern voranzubringen: In allen Gremien, in denen Mitglieder des Stadtrats vertreten sind, sollen die Sitze künftig paritätisch besetzt werden. Mit der freiwilligen Selbstverpflichtung bekennt sich die Stadt zu einer gleichberechtigten Teilhabe von Frau und Mann an Entscheidungen.

Die „ausgewogene Mitwirkung von Frauen und Männern an  Entscheidungsprozessen“ ist auch eines der Prinzipien, die der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männer auf kommunaler Ebene zugrunde liegen. Die Charta formuliert gleichstellungspolitische Grundsätze für alle kommunalpolitischen Handlungsfelder, also etwa für das Bildungs- und Sozialwesen, die Verkehrsplanung oder die Stadtgestaltung.

Oberbürgermeister Dieter Reiter unterzeichnete 2016 die Charta und verpflichtet damit die Stadt, die Ziele durch Aktionspläne und Programme mit Leben zu füllen. So wird die Gleichstellungsstelle für Frauen dem Stadtrat im Juli einen Aktionsplan vorlegen, der rund 60 mit den jeweiligen Referaten abgestimmte Maßnahmen enthält. Zum Beispiel sollen beruflichen Stereotypen bereits in Kindertageseinrichtungen entgegen gewirkt werden, Praktika für Schülerinnen in den männerdominierten Arbeitsbereichen des Eigenbetriebs it@M angeboten werden oder die Sportentwicklungsplanung zielgruppen- und geschlechtergerechte Handlungsgrundlagen erhalten.

Der Aktionsplan schafft einen verbindlichen Rahmen für die Fortführung der bereits seit über 30 Jahren währenden Arbeit der Gleichstellungsstelle. Sie nahm auf Beschluss des Stadtrats ihre Arbeit 1985 auf, elf Jahre bevor ein Gleichstellungsgesetz in Bayern verabschiedet wurde. 1986 folgte dann die Stadtratskommission für Frauen.

Deutlich wird das Engagement der Stadt auch in den eigenen Leitsätzen für Betriebliche Gleichstellung. Für ihre Personalpolitik erhielt die Stadt 2017 zum siebten Mal in Folge das Prädikat „Total E-Quality“. Der Erfolg zeigt sich etwa in der steigenden Zahl an weiblichen Führungskräften, die derzeit bei 48,8 Prozent liegt.

Nicht zuletzt stellt die Berufliche Gleichstellung im Rahmen des  Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramms einen Schwerpunkt dar. So fördert die Stadt Projekte wie etwa power_m oder guide. Sie unterstützen Frauen beim Wiedereinstieg in den Beruf oder beim Schritt in die Selbstständigkeit.

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© Marion Vogel

Ausgezeichnetes Engagement von Frauen

Bewerbungen für die beiden städtischen Preise sind noch bis April respektive Juli möglich

Bereits seit 1994 gibt es ihn – den  Anita Augspurg Preis. Mit der Auszeichnung ehrt die Landeshauptstadt vorbildliche Beiträge zur Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in München. Im letzten Jahr hat der Stadtrat beschlossen, das Preisgeld auf 10.000 Euro zu verdoppeln.  

Aktuelle Preisträgerin ist die Einrichtung amanda, die seit 1978 Mädchen und junge Frauen berät und unterstützt. Am kommenden Donnerstag, 14. März, übergibt Bürgermeisterin Christine Strobl die Ehrung im Rahmen des städtischen Empfangs zum Internationalen Frauentag.

Für den Preis 2019 können sich ab sofort Einzelpersonen, Gruppen, Netzwerke oder Einrichtungen noch bis 12. Juli bewerben. Unter muenchen.de/frauengleichstellung sind alle Infos dazu zu finden.

Mit dem erstmals 2018 verliehenen Wirtschaftspreis LaMonachia würdigt die Stadt wirtschaftliche Leistung und Engagement von Frauen für den Wirtschaftsstandort München. Erfolgreiche Managerinnen, die in Führungspositionen arbeiten, sowie Unternehmerinnen, die seit mindestens drei Jahren erfolgreich am Markt sind, können sich bewerben. Es können auch Kandidatinnen vorgeschlagen werden. Die Bewerbungsfrist endet am 11. April. Alle Informationen sind zu finden unter muenchen.de/lamonachia.

 

"Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 12. März 2019.