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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Auf dem Weg zur müllfreien Stadt


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    © Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM)

    Abfälle vermeiden oder wiederverwerten statt wegwerfen

    München soll Mitglied im Zero Waste Cities Netzwerk werden

    Ex und hopp ist out – Abfall am besten zu vermeiden oder zumindest wiederzuverwerten ist das Gebot der Stunde. Denn so kann jeder und jede wertvolle Ressourcen sparen und einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

    München hat sich deshalb auf den Weg zur Zero Waste City gemacht. Im Rahmen seines Münchner Zukunftsdialogs hatte Oberbürgermeister Dieter Reiter bereits 2019 gemeinsam mit Experten die Möglichkeiten eines „Münchner Müllminderungspfades“ ausgelotet und die Stadtverwaltung beauftragt, gemeinsam mit den Eigenbetrieben und städtischen Gesellschaften ein Gesamtkonzept zu entwickeln. OB Reiter: „Wir brauchen eine gesamtstädtische Strategie, wie wir Müll, vor allem den nicht recyclebaren Müll, in der Stadt und in der Stadtverwaltung vermeiden können, wie man gemeinsam mit der Lebensmittelbranche und Einzelhändlern an der Reduzierung von Verpackungsmüll arbeiten und die Verbraucher zu mehr Achtsamkeit bringen kann.“

    Im Sommer konnten dem Stadtrat nun erste Ergebnisse vorgestellt werden: München wird zur Zero Waste City und will sich am Netzwerk Zero Waste Europe beteiligen. Hierzu wird ein Zero-Waste-Konzept entwickelt, das auch die Etablierung eines städtischen Qualitätslabels für besonders ressourcenschonend und nachhaltig arbeitende Betriebe beinhaltet.

    Gleichzeitig wird eine Circular Economy Strategie entwickelt, deren Ziel es ist, dass Ressourcen nicht am Ende im Abfall landen, sondern so lange wie möglich im Kreislauf bleiben, so dass am besten gar kein Abfall mehr entsteht – weg von der Wegwerfgesellschaft hin zur Kreislaufwirtschaft.

    Dabei ist ein ambitionierter Zeitplan angesetzt: Umfassende Konzepte, wie ein München ohne Müll funktionieren kann, sollen dem Stadtrat spätestens Ende 2021 vorgelegt werden.

    Klar ist schon jetzt: Nur gemeinsam, als Stadtgesellschaft, wird das Ziel erreicht werden können. Neben dem Vorantreiben der Abfallvermeidung durch die Stadtverwaltung selbst wird die Strategie hin zu einer Zero Waste City auch die Abfallreduzierung im Alltag durch ein verantwortungsbewusstes Einkaufsverhalten und die Optimierung von Produktion und Prozessen in der Wirtschaft hin zu Abfallvermeidung beinhalten müssen.

    Praktizierte Kreislaufwirtschaft: Auf der Baustelle in der Bayernkaserne wird aus Bauschutt Recycling-Beton hergestellt und direkt verbaut.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    © Franz Westner

    Wiederverwertung von Baustoffen vor Ort

    München ist Partnerin im EU-Projekt URGE – Circular Building Cities

    Anstelle der ehemaligen Bayernkaserne im Münchner Norden entstehen in den nächsten zehn Jahren neue Wohnungen für bis zu 15.000 Menschen. Das Besondere an dem Bauvorhaben: 600.0000 Tonnen Baumaterial, das aus dem Abbruch entsteht, wird direkt vor Ort wiederaufbereitet und verwendet. Ziel ist es, das Areal unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit neu zu bebauen und dabei die Belastungen für die Umwelt ebenso wie den Verbrauch von Energie und Ressourcen so gering wie möglich zu halten.

    Als Partnerin im EU-Projekt URGE – Circular Building Cities testet die Stadt dabei innovative Lösungen, um den immensen Rohstoffverbrauch im Bausektor durch das Recycling von Baustoffen zu senken. So werden nach dem sortenreinen Rückbau die Materialien in der Brecheranlage getrennt und in der Siebanlage feinsortiert. Diese Ausgangsstoffe werden dann in der Mischanlage zu Schuttmaterial, Substraten oder zu Recyclingbeton verarbeitet. Somit sparen die Maßnahmen auch etwa 93.000 LKW-Fahrten ein, die sonst zum Transport von Schutt und neuen Rohstoffen nötig wären.

    Unterstützt wird München dabei durch EU-Fördermittel und URBACT, das europäische Programm für nachhaltige Stadtentwicklung. Mit acht kommunalen Partnern bildet München ein Netzwerk, um die Kreislaufwirtschaft im Bausektor in ganz Europa voranzubringen und somit eine der rohstoffintensivsten Branchen nachhaltiger zu machen.

    Die Betreiberfirma Remondis ist im Westen der Stadt für die Wertstoffcontainer  zuständig.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    © Susanne Jürgensen

    Wertstoffinseln erweitern Service

    Mehr Kapazität, mehr Leerung, mehr Kommunikation und mehr Sauberkeit

    Mehr Kapazität, mehr Leerung, mehr Kommunikation und mehr Sauberkeit bei den Wertstoffinseln: Das hat die Stadt mit den Dualen Systemen für die nächsten drei Jahre ausgehandelt. In München sind die beiden Betreiberfirmen Remondis und Wittmann für die Wertstoffinseln zuständig und damit verantwortlich für die Umsetzung.

    So werden künftig zwei Drittel der Behälter mindestens dreimal wöchentlich geleert. Auch entstehen mehr Kapazitäten, indem Metall-, Kunststoff- und Verbundverpackungen – die wieder gut auseinandersortiert werden können – in einem Container gesammelt werden. Außerdem geben Aufkleber mit QR-Codes Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich zu informieren oder zum Beispiel Verunreinigungen direkt zu melden.

    Der Stadtrat hat zudem den Abfallwirtschaftsbetrieb München beauftragt, die Abstimmungsvereinbarung mit den Dualen Systemen aufgrund des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes zu überarbeiten. Dazu sollen die Vor- und Nachteile von Depotcontainersystem (Bringsystem) versus Gelbe Tonne oder Sack am Haus (Holsystem) ebenso untersucht werden wie die Möglichkeit, barrierefreie Zugänge zu Wertstoffcontainern zu schaffen und zu finanzieren. Auch die Weiterentwicklung der Sortiertechnologie sowie die Marktentwicklung für Sekundärmaterial soll geprüft und bewertet werden.

     

    "Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Diese Beiträge sind vom 17. November 2020.