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Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften sind Garant für günstigen Wohnraum


Im neuen Prinz-Eugen-Park haben die GWG München und die GEWOFAG insgesamt 733 Wohnungen errichtet.   Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stefan Müller-Naumann

Bau von bezahlbaren Wohnungen

GWG München und GEWOFAG bauen in der Bayernkaserne rund 750 Wohnungen

Ein neues Stadtquartier mit rund 5.500 Wohnungen für bis zu 15.000 Menschen – das entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne in Freimann und dem östlich angrenzenden Gewerbegebiet an der Heidemannstraße.

Vier Baugrundstücke im 1. Bauabschnitt hat die Stadt gerade an die beiden städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG München und GEWOFAG vergeben. Sie errichten dort insgesamt 750 Wohnungen. Mit den Bauarbeiten soll bereits im kommenden Jahr begonnen werden.

In allen Gebäuden entsteht eine Mischung aus geförderten und preisgedämpften Mietwohnungen für breite Bevölkerungsschichten. Daneben errichten die städtischen Wohnungsbaugesellschaften drei Kindertagesstätten, ein Familienzentrum und einen interimsmäßigen Nachbarschaftstreff für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner des neuen Quartiers.

Die beiden städtischen Wohnungsbaugesellschaften bewirtschaften schon heute mehr als 66.000 Wohnungen – zu einer durchschnittlichen Miete von unter acht Euro pro Quadratmeter. Und sie bauen weiter: Die GWG will bis Ende 2024 über 3.600 Wohnungen neu errichten, die GEWOFAG plant in den nächsten zehn Jahren durchschnittlich 700 Wohneinheiten pro Jahr zu erstellen.

Photovoltaik auf allen Dächern

Bis zum Jahr 2030 soll der gesamte Wohngebäudebestand der städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG München und GEWOFAG mit Photovoltaik ausgerüstet sein.

Über ein entsprechendes Konzept hat der Stadtrat im Juli beraten. Demnach sollen auf den Dächern aller Neubauten Photovoltaik-Anlagen installiert und jährlich zehn Prozent der Bestandsgebäude nachgerüstet werden. Dabei werden Mieterinnen und Mieter vorzugsweise die Möglichkeit erhalten, Mieterstrom von ihrem Gebäude zu beziehen. Falls Mieterstrom nicht möglich ist, können künftig SWMSonnenbausteine erworben werden. Stadtbaurätin Professorin Elisabeth Merk ist überzeugt: „Es ist ein wichtiger Schritt, das Bewusstsein der Mieter zu schärfen und die Haushalte auch langfristig finanziell zu entlasten.“

Positive Halbjahresbilanz im Wohnungsbau

4.000 neue Wohnungen, 5.650 Baugenehmigungen und 1.800 Baurechtsschaffungen

Die Bilanz für den Wohnungsbau im ersten Halbjahr 2020 liegt nun vor. Sie kann sich sehen lassen: In den ersten sechs Monaten wurden rund 4.000 neue Wohnungen für die Münchnerinnen und Münchner gebaut. Bei den Baugenehmigungen wurde trotz der coronabedingten Einschränkungen sogar ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres erreicht. Über 5.650 neue Wohneinheiten wurden im laufenden Jahr bereits von der Lokalbaukommission genehmigt.

„In Anbetracht der schwierigen Bedingungen durch die Corona-Pandemie in den letzten Monaten sind diese Zahlen mehr als solide“, so Stadtbaurätin Professorin Elisabeth Merk. „Ich bin froh, dass wir unsere Arbeit mit dem starken Engagement aller Beteiligten aufrechterhalten haben und damit gerade jetzt einen wichtigen Beitrag für die Wohnungssituation unserer Bevölkerung leisten konnten.“

Darüber hinaus wurden im ersten Halbjahr durch Beschlüsse des Stadtrats über 1.800 neue Wohneinheiten in Bebauungsplangebieten auf den Weg gebracht – verbunden mit der Entwicklung neuer Grün- und Freiflächen, Verkehrskonzepte, neuer KitaStandorte und mit einem hohen Anteil an Wohnungen für mittlere und untere Einkommensgruppen. Dazu zählen die Entwicklung eines neuen Quartiers an der Truderinger Straße in Berg am Laim, die Erweiterung einer bestehenden Siedlung an der Appenzeller Straße in Fürstenried-West oder der Bau von Wohnungen am Arabellapark in Bogenhausen. Das dort geplante „Grüne Hochhaus“ zeichnet sich dabei durch seine neuartige vertikale Fassadenbegrünung aus.

Mit einem weiteren Beschluss hat der Stadtrat ein neues Modell für bezahlbaren Wohnraum geschaffen: Die Stadt vergibt in Freiham ein Grundstück zu Erbbaurechtskonditionen, die den Bau von Mietwohnungen mit einer Höchstmiete von acht Euro ermöglichen. Rund 70 preisgedämpfte Wohnungen sollen so in den nächsten Jahren geschaffen werden. „Mit diesem besonderen Wohnbauvorhaben zeigt die Stadt, dass es auch kurzfristig möglich ist, neue Wege in der kommunalen Wohnungsbaupolitik zu gehen“, so Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Zweckentfremdung schwergemacht  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Zweckentfremdung schwergemacht

Allein 2019 konnten 350 illegale Vermietungen beendet werden

Preiswerter Wohnraum in München ist knapp. Durch illegale Zweckentfremdungen wie etwa die gewerbsmäßige Vermietung von Wohnungen als Ferienwohnungen wird dem Mietwohnungsmarkt wertvoller Wohnraum dauerhaft entzogen. Daher ist der Kampf gegen Zweckentfremdung ein wichtiges Regulativ der wohnungspolitischen Maßnahmen der Stadt.

Im letzten Jahr konnte der Fachbereich Wohnraumerhalt des Sozialreferats 350 ehemals zweckentfremdete Wohneinheiten wieder dem Wohnungsmarkt zuführen. „Hätten wir diese 350 Wohnungen im geförderten Wohnungsbau realisieren müssen, hätte uns das als Landeshauptstadt rund 132 Millionen Euro gekostet“, so Sozialreferentin Dorothee Schiwy. „Das zeigt, wie wichtig es ist, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum vorzugehen.“

Seit 2018 unterstützen auch die Münchnerinnen und Münchner die Arbeit der Stadt: Auf raum-fuer-muenchen.de melden sie einfach und anonym Wohnungen, bei denen sie eine Zweckentfremdung vermuten. Der Erfolg der Online-Meldeplattform zeigte sich erneut im Jahr 2019: Durch die auf der Plattform abgegebenen Hinweise aus der Bevölkerung wurden im Fachbereich rund 700 zweckentfremdungsrechtliche Verwaltungsverfahren eingeleitet. Rund 200 dieser eingeleiteten Verfahren konnten bereits abgeschlossen werden.

Sozialreferentin Schiwy weiß die Mitarbeit der Bürgerschaft sehr zu schätzen: „Die Online-Meldeplattform ist für uns ein sehr wichtiges Instrument im Kampf gegen die Zweckentfremdung geworden. So bekommen wir alle Angaben, die wir benötigen und die Ortsermittlungen können meist wesentlich zielgerichteter erfolgen.“

Seit dem 1. Januar gilt für München zudem die verschärfte Zweckentfremdungssatzung. Eigentümer, die vermieteten Wohnraum abreißen oder gewerblich nutzen, müssen diesen auch wieder durch Mietwohnraum ersetzen und sich an der ortsüblichen Vergleichsmiete nach dem jeweils gültigen Mietspiegel für München orientieren. Zudem muss der Ersatzwohnraum im gleichen Stadtviertel gebaut werden.

Nötig wäre allerdings nach wie vor, dass der Freistaat die landesrechtlichen Regelungen zur Zweckentfremdung anpasst und etwa eine Registrierungs- wie auch Genehmigungspflicht für Fremdenbeherbung einführt.