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Mehr Platz für mehr Radlfahrer


    Oberbürgermeister Dieter Reiter hat in der Elisenstraße die erste von insgesamt sechs Pop-up-Bike-Lanes in München eröffnet.   Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    © Michael Nagy

    Pop-up-Bike-Lanes: Stadt schafft sechs neue temporäre Radwege

    Pilotprojekt soll helfen, das erhöhte Fahrrad-Verkehrsaufkommen zu bewältigen

    Oberbürgermeister Dieter Reiter hat letzten Montag auf der Elisenstraße den ersten von insgesamt sechs temporären Radwegen in München eröffnet. Entlang dem Alten Botanischen Garten, zwischen Lenbachplatz und Dachauer Straße, wurde in beiden Fahrtrichtungen eine Autospur in einen deutlich gelb markierten Radfahrstreifen umgewandelt. Die Farbe gelb signalisiert die zeitliche Begrenzung. „Mit diesen Pop-up-Bike-Lanes reagiert die Stadt auf die veränderten Rahmenbedingungen in der Pandemie-Zeit,“ erklärte OB Reiter. Denn der Radverkehr hat aufgrund der Corona

    Krise in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Viele Menschen meiden den öffentlichen Nahverkehr und steigen aufs Fahrrad um. Das lässt sich auch in Zahlen ablesen. Die sechs Zählstellen für Radler haben im April um etwa 20 Prozent mehr Radlerinnen und Radler registriert als im Vorjahr – trotz Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen. Die zusätzlichen Radfahrstreifen sollen deshalb für die Radelnden in München schnellstmöglich mehr Platz schaffen. So sollen Mindestabstände besser eingehalten und Unfälle vermieden werden können.

    Die fünf weiteren Bike-Lanes setzte die Stadt in der Theresienstraße, der Gabelsbergerstraße, der Zweibrückenstraße sowie auf zwei Abschnitten der Rosenheimer Straße um. Sie sind alle bis Ende Oktober befristet. OB Reiter: „In den nächsten Monaten werden wir die veränderte Situation genau beobachten und auch die Rückmeldungen aus den Bezirksausschüssen und der Bürgerschaft einbeziehen.“ Dann wird entschieden, wie man zukünftig mit der dortigen Verkehrslage umgeht – auch im Zusammenspiel etwa mit Bushaltestellen oder Lade- und Liefermöglichkeiten.

    Massiver Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur

    Stadt setzt die Bürgerbegehren „Radentscheid“ und „Altstadt-Radlring“ um

    Ein massiver Ausbau der Rad-Infrastruktur sowie ein durchgängiger und sicherer Radlring rund um die Altstadt –  das sind die Forderungen der Bürgerbegehren „Radentscheid“und „Altstadt-Radlring“, die die Stadt im Juli 2019 in ihre Planungen zur Verkehrswende übernommen hat. In vier Zielen sind die Forderungen konkret formuliert: Verbesserung der Qualität der Radwege, Errichten eines durchgängigen und leistungsfähigen Rad-Vorrangnetzes, sichere Gestaltung von Kreuzungen und Einmündungen sowie Ausbau von Fahrradabstellanlagen.

    Die Stadt setzt die Forderungen in Maßnahmenbündeln mit jeweils zehn Streckenabschnitten weitestgehend bis 2025 um. Im Vordergrund stehen dabei die Kriterien verbesserte Sicherheit, wichtige Lückenschlüsse, Radverkehrsstärken sowie Schnelligkeit der Umsetzung. Vor der Umgestaltung werden verschiedene Varianten entworfen und mit Anwohnenden, Gewerbetreibenden und Bezirksaus schüssen diskutiert. Dann entscheidet der Stadtrat darüber.

    Das erste Bündel hat der Stadtrat im Dezember beschlossen. So plant die Stadt neue, breitere oder besser markierte Radwege etwa in der Schwanthalerstraße zwischen Sonnen- und Paul-Heyse-Straße, in der Pfeuferstraße zwischen Lindwurmstraße und Herzog-Ernst-Platz oder in der Domagkstraße. Im März folgte das zweite Bündel, das sich beispielsweise mit dem Stiglmaierplatz, der Martin-Luther-Straße oder der Ungererstraße befasst.

    Mit der Umsetzung des Altstadt-Radlrings geht es bereits im August los. In der Blumenstraße zwischen Sendlinger-Tor-Platz und Papa-Schmid-Straße legt das Baureferat beidseitig 2,80 Meter breite Radwege mit einem je 50 Zentimeter breiten Sicherheitstrennstreifen an. Außerdem wird der schmale Gehweg auf der Südseite der Blumenstraße verbreitert. Für den Autoverkehr wird es dann stadteinwärts nur noch eine Fahrspur geben und 17 Längsparkplätze fallen weg. Die Kosten für diesen ersten Teilabschnitt des Altstadt-Radlrings belaufen sich auf 5,5 Millionen Euro, weitere Abschnitte werden folgen.

    Abstellplätze im öffentlichen Raum gibt es derzeit knapp 39.000. Allein im letzten Jahr errichtete die Stadt 1.100 Abstellplätze an 40 Standorten. Für 2020 sind bereits über 1.100 neue Fahrradabstellplätze geplant. Mit der gerade geänderten Fahrradabstell-Satzung, die für Abstellplätze im privaten Raum gilt, verbessert die Stadt ebenfalls die Rahmenbedingungen für Radfahrende. Und mit innovativen Pilotversuchen wie dem Flex-Parken – morgens das Rad, abends das Auto – etwa an der Luisenstraße oder dem saisonalen Parken wie gerade am Rotkreuzplatz praktiziert, schöpft die Stadt weitere Möglichkeiten zum Parken aus. Alle Infos zu den genannten Maßnahmen wie auch zur Verkehrswende sind zu finden unter muenchen.de/verkehrsplanung.

    So sieht „München unterwegs“ aus: Das neue Portal der Stadt vereint alle Informationen zu allen Formen der Mobilität unter einem Dach.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

    Moderne Mobilität unter einem Dach

    „München unterwegs“: Neues Portal liefert gebündelt wichtige Informationen

    Es bewegt sich was in München. Die Verkehrswende ist eingeleitet. Verstärkt stehen nun umweltfreundliche Mobilitätsformen auf der Agenda der Stadt. Auch online hat sich diesbezüglich etwas getan. Ab sofort gibt es unter dem Titel „München unterwegs“ alles Wissenswerte zur Verkehrssicherheit und Mobilität in München auf einer einzigen Plattform – dem neuen Portal muenchenunterwegs.de.

    Die Webseite richtet sich an alle, die auf Münchens Straßen unterwegs sind. Hier finden Fußgänger, Fahrradfahrer, ÖPNV-Nutzer wie auch Autofahrer für sie relevante Informationen, um sich an einem sicheren, gleichberechtigten und respektvollen Miteinander im Straßenverkehr beteiligen zu können. Auch organisatorisch bündelt die Stadt das Thema unter einem Dach – mit der Gründung eines Mobilitätsreferats zum 1. Januar 2021. OB Dieter Reiter ist überzeugt: „Im Mobilitätsreferat bekommt dieses zentrale Thema den Stellenwert, den es verdient. Wir schaffen ein schlagkräftiges Referat, das Ideen für die planerischen, ökologischen, sozialen und technischen Herausforderungen aus einer Hand entwickeln und umsetzen kann.“