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Tag der offenen Wohnprojekte am 13. September


    Holzbau, energetisches Bauen und Auto-reduziertes Wohnen sind die Ziele der Baugemeinschaft Team3. Erst kürzlich wurden ihre Stadthäuser und Atriumhäuser im Prinz Eugen Park bezogen.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    © Lukas Vallentin, ArchitekturWerkstatt Vallentin

    Miteinander planen, bauen und wohnen

    24 Wohnprojekte hautnah erleben und mit den Bewohnern ins Gespräch kommen

    56 Bauherren in einer Gemeinschaft, verteilt auf vier Häuser von vier Architekten, ein Gemeinschaftsraum für das ganze Viertel, zwei Gästeapartments und eine große Tiefgarage nur für Fahrräder – geht das alles?

    Am kommenden Sonntag, 13. September, können Interessierte einen Blick hinter die Kulissen von gemeinschaftlichen Bau- und Wohnprojekten wie das der Baugemeinschaft Schwabing hoch 4 werfen. Am „Tag der offenen Wohnprojekte“ berichten von 10 bis 18 Uhr Architekten, Bauherren oder Bewohnerinnen und Bewohner über den Prozess der Gruppengründung, den Projektverlauf bis zur Fertigstellung und das Zusammenleben. Insgesamt 24 Wohnprojekte zum Beispiel am Ackermannbogen, im Prinz Eugen Park oder in der Messestadt Riem öffnen hierfür ihre Türen.

    Die im Auftrag der Stadt arbeitende mitbauzentrale münchen koordiniert diesen Tag. Alle Informationen zu den Wohnprojekten und dem Programm sind unter mitbauzentrale-muenchen.de zu finden. Gemeinschaftsorientierte Wohnprojekte leisten seit vielen Jahren in der Stadt einen wichtigen Beitrag für bezahlbaren, nachhaltigen und innovativen Wohnraum. Deshalb hat die Stadt in den vergangenen Jahren die Förderung von Baugenossenschaften und Baugemeinschaften laufend ausgebaut und verbessert.

    Seit 2012 haben Baugenossenschaften und Baugemeinschaften rund 2.790 Wohnungen in 75 Projekten geschaffen. Derzeit befinden sich weitere zwölf Projekte in Planung oder stehen kurz vor dem Baubeginn. So entstehen gerade rund 710 gemeinschaftlich konzipierte Wohnungen.

    Kaffeekränzchen im Gemeinschaftsraum – in Neuhausen entstand die bereits fünfte „sorgende Hausgemeinschaft“ des Fördervereins „Nachbarschaftlich leben für Frauen im Alter”.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    © Cäcilie Halbleib

    Zusammen ist man weniger allein

    In selbstgewählter Nachbarschaft gemeinschaftlich leben – das geht auch zur Miete

    Sich gegenseitig im Alltag unterstützen und soziale Kontakte pflegen und dennoch in den eigenen vier Wänden leben – um in selbstgewählter Nachbarschaft zu wohnen, muss nicht zwingend gemeinsam gebaut werden. Diese Wohnform kann auch zur Miete umgesetzt werden, und zwar in sogenannten „sorgenden Hausgemeinschaften“.

    Wer das erforderliche Kapital für eine Eigentums- oder Genossenschaftswohnung nicht aufbringen kann, für den bieten Mietgruppen eine gute Alternative. Häufig sind es besonders Engagierte, die weitere Interessierte um sich sammeln und einen Verein gründen. In der Regel sind es Ältere, die sich finden, aber auch Alleinerziehende oder junge Familien profitieren von der nachbarschaftlichen Wohnform.

    Um diese zu realisieren, braucht es einen Investor oder ein Wohnungsunternehmen als Kooperationspartner. Auch sie gewinnen durch die Mietgruppen. Denn die „sorgende Hausgemeinschaft“ bildet eine stabile Bewohnergruppe, die sich mit ihrem Wohnumfeld identifiziert und daher sorgsam damit umgeht. Außerdem übernimmt die Gruppe eine integrierende und aktivierende Rolle für die anderen Mitbewohnerinnen und -bewohner. Die Fluktuation bleibt so gering.

    Die Stadt hat auf diese Entwicklung reagiert und achtet bei der Vergabe von Grundstücken in städtischen Entwicklungsgebieten darauf, diese Wohnform zu berücksichtigen. Außerdem leistet die im Auftrag der Stadt arbeitende mitbauzentrale münchen Unterstützung durch Informationsangebote, Beratung und Vernetzung zwischen den Interessierten. Sie steht im engen Austausch mit den zuständigen Stellen im Sozialreferat und dem Wohnungsamt, um die Vermittlung von Gruppen an ein städtisches oder privates Wohnungsunternehmen zu koordinieren. Das Sozialreferat leistet bei Bedarf finanzielle Unterstützung für die Gruppenfindung und -bildung durch Moderationsangebote.

    Mittlerweile sind in München sieben Projekte verwirklicht worden. Sowohl die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewofag wie auch private Vermieter und Wohnungsunternehmen sind Kooperationspartner der Mietergruppen geworden.

    So früh wie möglich beraten lassen

    Wer Corona-bedingt seine Miete nicht zahlen kann, findet Hilfe bei der Stadt

    Aufgrund der Corona-Pandemie sind viele Menschen in Kurzarbeit oder sogar arbeitslos. Das Sozialreferat geht davon aus, dass viele Münchnerinnen und Münchner aus diesem Grund schon ausstehende Mieten haben oder bald ihre Miete nicht mehr bezahlen können.

    Die Stadt appelliert an alle, die sich in dieser Situation befinden, sich so früh wie möglich beraten zu lassen. Zunächst sollte mit der Vermieterin oder dem Vermieter Kontakt aufgenommen werden. Möglicherweise lässt sich hier eine Ratenzahlung vereinbaren oder eine andere Lösung finden.

    Sollte eine Einigung nicht möglich sein und damit der Verlust der Wohnung im Raum stehen, können sich Betroffene direkt an die Fachstelle zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit (FaSt) in den Sozialbürgerhäusern wenden. Dort beraten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassend über die Möglichkeiten, einen drohenden Wohnungsverlust abzuwenden, und vermitteln an die zuständigen Stellen.

    Wenn das Einkommen nicht mehr ausreicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten und um die Miete zu bezahlen, sollten Betroffene prüfen lassen, ob sie Anspruch auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) oder dem Wohngeldgesetz (WoGG) haben und diese gegebenenfalls beantragen. Wohngeld kann zentral in der Wohngeldstelle im Amt für Wohnen und Migration in der Franziskanerstraße beantragt werden.

    Informationen zu den Beratungs- und Unterstützungsleistungen gibt es auch unter muenchen.de/corona oder über das Servicetelefon der Stadt unter 233-96833.

    Oberbürgermeister Dieter Reiter und Sozialreferentin Dorothee Schiwy hatten an den Bund appelliert, die zu Beginn der Krise erlassene Aussetzung des Kündigungsrechts über den 30. Juni hinaus zu verlängern. Gleichzeitig wäre es wichtig gewesen, auch die Frist, bis zu der Corona-bedingte Mietschulden zurückbezahlt werden können, bis zum Jahresende 2022 zu verlängern. „Leider ist dies nicht umgesetzt worden,“ so Schiwy.

    Daher reicht für eine fristlose Kündigung jetzt wieder ein Mietrückstand von zwei Monatsmieten. Und Mietschulden müssen bereits bis Ende Juni 2022 zurückgezahlt werden.