Aktuelle Corona-Infos der Stadt unter www.muenchen.de/corona
zum Seitenanfang
Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Dem Corona-Virus auf der Spur


OB Reiter besucht die Corona-Ermittlerteams des Gesundheitsamts (Foto: M. Nagy / Presseamt)  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Frühzeitige Quarantänemaßnahmen sollen Infektionsketten durchbrechen

Ermittlerteams des Gesundheitsamts arbeiten sieben Tage die Woche im Schichtbetrieb

Es ist zum Teil echte Detektivarbeit: Im städtischen Referat für Gesundheit und Umwelt arbeiten derzeit 325 städtische Beschäftigte Tag für Tag daran, mit dem Coronavirus infizierte Münchnerinnen und Münchner schnellstmöglich nach einem positiven Testergebnis unter Quarantäne zu stellen und ihre Kontaktpersonen zu ermitteln. Denn eine schnelle Separierung von Infizierten und deren Kontaktpersonen ist entscheidend, um Infektionsketten möglichst frühzeitig zu durchbrechen und so die Ausbreitung des Virus einzudämmen.
Zusätzlich zu seinen eigenen 250 Mitarbeitern, die diese Corona-Ermittlungen durchführen, hat das Referat für Gesundheit und Umwelt deshalb 75 weitere Beschäftigte aus anderen Bereichen der Stadtverwaltung für diese Aufgabe rekrutiert. Sie sind sieben Tage die Woche – auch an den Wochenenden – im Schichtbetrieb von 8 bis 20 Uhr im Einsatz, um positiv auf das Coronavirus getestete Personen so rasch als möglich zu kontaktieren und deren Kontaktpersonen zu ermitteln. Rund 5.200 Erkrankte und knapp 14.000 Kontaktpersonen haben sie bisher kontaktiert, aufgeklärt und beraten. Damit das noch schneller geht als bislang, soll das Team weiter aufgestockt werden. Ziel ist es, je 20.000 Einwohner ein fünfköpfiges „Contact-Tracing-Team“ zur Ermittlung von Kontaktpersonen Infizierter zur Verfügung zu haben. Das wären rund 390 Corona-Ermittler für die Stadt München.
Gesundheitsreferentin Stefanie Jacobs betont: „Unsere  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten jeden Tag auf Höchsttouren daran, die uns gemeldeten positiv getesteten Personen so schnell wie möglich zu kontaktieren.“ Weil zum Teil aber Kontaktdaten zu den übermittelten Testergebnissen fehlten, mussten diese oft erst mühevoll recherchiert werden. „Mittlerweile hat sich dies deutlich verbessert und wir erreichen die Menschen viel schneller“, so Jacobs.
Die städtischen Corona-Ermittler arbeiten derzeit in drei Abteilungen: Ein Team kontaktiert die mit dem Coronavirus Infizierten, um ihnen ihr Testergebnis mitzuteilen, sie unter Quarantäne zu stellen, ihren Gesundheitszustand zu erfragen und das weitere Vorgehen mit ihnen abzustimmen. Infizierte können bei Symptomen rund um die Uhr einen
vom Referat für Gesundheit und Umwelt organisierten medizinischen Dienst kontaktieren.
Ein zweites Team sucht den Kontakt zu engen Kontaktpersonen der Infizierten. Diese müssen sich ebenfalls sofort in häusliche Quarantäne begeben, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Ein drittes Team schließlich kümmert sich ausschließlich um Personal, Bewohner und Patienten in Kliniken, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen sowie Mitarbeiter systemrelevanter Infrastrukturen. Im Fall einer Corona-Infektion in diesen besonders kritischen Bereichen stellen die Spezialteams sicher, dass besonders schnell gehandelt wird. Das kann bedeuten, dass – wie im Fall der Helios Klinik München West – aneinem Tag rund 1.200 Personen  getestet werden müssen.
Oberbürgermeister Dieter Reiter hat die Corona-Ermittlerteams des Referats für Gesundheit und Umwelt vergangene Woche besucht und ihnen dafür gedankt, „dass Sie in dieser schwierigen Zeit so engagiert und motiviert dazu beitragen, dass wir gemeinsam die Münchner Co-
ViD-19 Erkrankten und deren enge Kontaktpersonenso professionell begleiten und unterstützen können.“ Gleichzeitig appellierte er an alle Münchnerinnen und Münchner, die Ausgangsbeschränkungen und Verhaltensregeln auch weiterhin zu beachten, um das Virus einzudämmen.