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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Positive Zwischenbilanz im Wohnungsbau trotz Corona


    Die GWG München baut in Freiham Nord insgesamt 900 Wohnungen.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    © GWG München

    Bau von preiswerten Wohnungen

    Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften sind Garant für bezahlbare Mieten

    Der angespannte Wohnungsmarkt in München verlangt insbesondere in Corona-Zeiten vielen Münchner*innen einiges ab. Umso erfreulicher zeigt sich die Zwischenbilanz im Wohnungsbau: Bis Ende September 2020 wurden in München 6.766 neue Wohnungen gebaut und damit 27 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

    In den ersten drei Quartalen des letzten Jahres konnte die Stadt zudem Baugenehmigungen für insgesamt 7.608 Wohnungen erteilen. Auch damit wurden die Zahlen vom Vorjahr übertroffen. Und auch die neu eingegangenen Anträge für Baugenehmigungen liegen quantitativ über dem Vorjahresniveau.

    Ein Garant für langfristig sichere Mieten sind die beiden städtischen Wohnungsbaugesellschaften GEWOFAG und GWG München. Im Gegensatz zu anderen deutschen Städten und Ländern hat die Stadt ihre Wohnungsunternehmen nicht verkauft und verfügt damit über ein wichtiges Regulativ am Münchner Wohnungsmarkt.

    Mit einem Wohnungsbestand von über 66.500 Wohnungen, davon knapp 28.000 gefördert, stellen sie Wohnraum mit einer durchschnittlichen Miete von 7,56 respektive 7,49 Euro zur Verfügung. Zudem hat der Stadtrat 2019 beschlossen, dass für diesen Bestand bis Juli 2024 keine Mieten erhöht werden.

    Bis Ende September 2020 konnte die GEWOFAG 564 Wohnungen fertigstellen, gerade gebaut werden 1.783 Wohnungen – etwa in Riem, in Freiham oder am Reinmarplatz. Das derzeit größte Bauvorhaben der GEWOFAG befindet sich im Prinz-Eugen-Park. Dort errichtet sie fast 700 der rund 1.800 neu entstehenden Wohnungen.

    Bei der GWG München entstanden 2020 347 Wohnungen etwa in der Karwendelstraße, in Freiham oder am Harthof und derzeit ist sie dabei, 1.161 weitere zu bauen. So ist etwa diesen Dezember die Fertigstellung von 49 Wohneinheiten in der Schäftlarnstraße und weiterer 140 Einheiten am Harthof für das Frühjahr 2022 geplant.

    Mit einer weiteren Vergabe städtischer Grundstücke an die kommunalen Wohnungsunternehmen hat die Stadt gerade wieder die Voraussetzungen für mehr geförderten Wohnraum geschaffen. So werden etwa in der Parkstadt Schwabing und in Feldmoching-Hasenbergl im Baugebiet an der Hochmuttinger Straße 270 neue, bezahlbare Wohnungen entstehen.

    Mitarbeiterwohnungen – die Stadtwerke München verfügen etwa an der Dantestraße über 56 Wohnungen für das eigene Personal.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    © Stadtwerke München

    Wohnraum für die eigene Belegschaft

    Städtische Unternehmen weiten den Bau von Mitarbeiterwohnungen aus

    Den eigenen Mitarbeiter*innen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, ist ein zunehmend wichtiger Beitrag für den angespannten Wohnungsmarkt in München. Die Stadt und ihre Unternehmen gehen hier mit gutem Beispiel voran.

    Die Stadtwerke München (SWM), die Stadtsparkasse München, die Münchenstift und die München Klinik – sie alle bauen Wohnungen, die für ihre Belegschaft vorgesehen sind, oder mieten Wohnungen und Unterkünfte für ihre Mitarbeiter*innen an.

    So erweitern beispielsweise die SWM gerade ihren eigenen Bestand von 650 Wohnungen mit dem Bau von weiteren 337 Wohneinheiten. Die Münchenstift bringt derzeit rund 400 Mitarbeitende unter und plant ein Apartementhaus durch Überbauung eines Parkplatzes an der Rümannstraße zu errichten.

    In enger Abstimmung mit Oberbürgermeister Dieter Reiter vermietet das Wohnungsunternehmen GEWOFAG ein gerade fertiggestelltes Wohngebäude ausschließlich an Mitarbeiter*innen der München Klinik. „Genau solche pragmatischen Lösungen bringen uns weiter. 19 Wohnungen können nur ein Anfang sein, aber es ist ein richtiges Zeichen in einer schwierigen Zeit,“ so der OB.

    Die Stadt vergibt von ihren Belegungsrechten rund die Hälfte an städtische Mitarbeiter*innen. Außerdem baut sie das Azubi-Wohnen weiter aus. Neben dem Apartmentgebäuden etwa an der Bad-Schachener-Straße oder am Innsbrucker Ring sind zwei weitere Wohnheime in Riem und Neuperlach in Planung. Azubis der Stadt wie auch von Münchner Betrieben können in den in der Regel möblierten Apartments während ihrer Ausbildung wohnen.

    Der OB appelliert weiter an Münchner Unternehmen, in Zeiten von wachsendem Wohnungs- und Fachkräftemangel die Themen Wohnen und Arbeiten noch viel stärker zusammenzudenken und für bezahlbaren Wohnraum für ihre Belegschaft zu sorgen.

    Mieterschutz in Erhaltungssatzungsgebieten

    Vorkaufsrecht: Belegungs- und Mietpreisbindungen gerichtlich bestätigt

    Neben dem Neubau von bezahlbaren Wohnungen, setzt die Stadt alle Mittel dafür ein, preiswerten Wohnraum zu erhalten. Ein Instrument sind die Erhaltungssatzungen, die gewachsene Bevölkerungsstrukturen bewahren und Gentrifizierung vermeiden sollen. In München gibt es insgesamt 28 Erhaltungssatzungsgebiete, die rund 300.000 Einwohner*innen in 171.000 Wohnungen schützen.

    Bestimmte bauliche Vorhaben und Nutzungsänderungen sowie die Umwandlung von Haus- in Wohnungseigentum stehen in Erhaltungsatzungsgebieten unter einem zusätzlichen Genehmigungsvorbehalt. Außerdem hat die Stadt in diesen Gebieten ein Vorkaufsrecht. Der Käufer kann das Vorkaufsrecht abwenden, aber nur, wenn er sich verpflichtet, das Anwesen entsprechend den Zielen und Zwecken der Erhaltungssatzung zu nutzen.

    Erstmals hat nun ein klageabweisendes Urteil des Verwaltungsgerichts vom 22. Dezember die verschärften städtischen Regelungen bestätigt. Das Gericht erklärte unter anderem, dass Käufer*innen das Vorkaufsrecht in Erhaltungssatzungsgebieten grundsätzlich nur abwenden können, wenn sie sich zu Belegungsbindungen bei der Mieterauswahl und Mietpreisbindungen verpflichten. Dies seien die Mittel, die in hervorragender Weise geeignet seien, den Milieuschutz zu gewährleisten. Eine Abwendungserklärung, die diese beiden Punkte nicht abdecke, sei nicht geeignet und müsste folglich von der Stadt auch nicht akzeptiert werden.

    Außerdem sei auch bei Neuvermietungen eine niedrigere Eingangsmiete als die vorhergehende Miete geeignet, um die Verdrängung der angestammten Bevölkerung zu verhindern.

     

    "Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Diese Beiträge sind vom 12. Januar 2021.