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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Internationaler Tag für ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben


    Ganz in Orange erstrahlt die Allianz Arena am 25. November ab 17 Uhr zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Ebenso wie über 20 weitere Gebäude in München – vom Gasteig bis zum Umadum-Riesenrad im Werksviertel.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    © Allianz Arena/Bernd Ducke

    Gewalt an Frauen hat viele Gesichter

    Ein Internationaler Tag für ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben - Vortrag im Livestream und orange Illuminationen in der ganzen Stadt

    Gewalt an Frauen hat viele Gesichter: erniedrigen, demütigen, beleidigen, missachten, benutzen, kontrollieren, einsperren, belästigen, missbrauchen, vergewaltigen, schlagen, ermorden. Die jährlich stattfindenden Aktionswochen gegen Gewalt an Frauen, Mädchen, Jungen und nonbinären Menschen neigen sich mit einer zentralen Veranstaltung dem Ende zu.

    Am Donnerstag, 25. November, laden das Aktionsbündnis 2021, die Gleichstellungsstelle für Frauen der Stadt, die Katholische Stiftungshochschule und der Verein Frauen helfen Frauen zu einem Online-Vortrag zum Thema Schutz von Frauen vor Gewalt in Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban ein. Um 19 Uhr begrüßt unter anderem Bürgermeisterin Katrin Habenschaden die live zugeschalteten Gäste. Ab 19:30 Uhr befassen sich die Vorträge von Carolina Kamratzki, Projektreferentin von medica mondiale, und Dr. med. Areso Formuli und Mahbuba Maqsoodi vom Afghanischen Frauen in München e.V. mit der Frage Wie kann Frauenrechtsarbeit in Afghanistan weitergeführt werden? Im gemeinsamen Gespräch mit den Expert*innen soll ausgelotet werden, welche Unterstützungsmöglichkeiten bestehen und welche Forderungen an politische Entscheider*innen zu stellen sind.

    Nach Anmeldung an die E-Mail gst@muenchen.de wird der Link zum Livestream zugesendet.

    Am selben Abend werden im Zeichen des Protests gegen Gewalt an Frauen von 17 bis 23 Uhr mehr als 20 Gebäude in der Stadt orange illuminiert. Sie unterstützen damit die gemeinsame Aktion der vier lokalen ZONTA Clubs zum Thema Gewalt gegen Frauen ZONTA Says NO.

    Orange leuchten unter anderem der Gasteig, das Künstlerhaus und das Literaturhaus, die Kammerspiele, das NS-Dokumentationszentrum, das Residenztheater, das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, St. Lukas, die Kindertageseinrichtungen des Neue Wege e.V., die Hotels Deutsche Eiche und The Westin Grand Hotel sowie im Werksviertel das Umadum-Riesenrad.

    Häusliche Gewalt an Frauen und Kindern

    Die städtische Gleichstellungsstelle informiert, sensibilisiert und unterstützt

    Gewalt in der Familie gilt inzwischen als die weitest verbreitete Form der Gewalt, die ein Mensch in seinem Leben erfahren oder beobachten kann. Jede vierte Frau in Deutschland erlebt Gewalt durch den aktuellen oder den früheren Partner. 58 Prozent der Frauen in Deutschland erleiden sexuelle Belästigung. Beim Polizeipräsidium München wurden im Jahr 2020 3.016 Fälle Häusliche Gewalt und 1.457 Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung erfasst.

    Dennoch wird diese Form der Gewalt sowohl von Opfern als auch von Tätern und Mitwisser*innen nach außen hin häufig tabuisiert. Die städtische Gleichstellungsstelle für Frauen ermutigt daher Betroffene, Nachbar*innen, Bekannte und Verwandte dazu, hinzusehen und aktiv zu werden: „Wenn Sie selbst Gewalt erleben, wenn Sie Gewalt beobachten oder vermuten: Holen Sie Hilfe!“

    Die Gleichstellungsstelle hat dazu eine Liste mit Kontaktdaten vorwiegend Münchner Einrichtungen zusammengestellt, die zum Teil rund um die Uhr Hilfe bieten (siehe Kasten). Sie ist auch unter muenchen.de/gst eingestellt. Dort ist ebenfalls das Handbuch Frauen in München mit weiteren Unterstützungsangeboten zu finden.

    Hinsehen. Zuhören. Hilfe holen

    Frauen und Kinder erleben Gewalt vor allem im sozialen Nahraum, in ihrem Zuhause. Hier gibt es Hilfe und Unterstützung:

    Hilfe rund um die Uhr

    Polizei   110

    Notruf   112

    Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen

    08000 116 016

    www.hilfetelefon.de

    Frauenhilfe München

    (089) 35 48 30

    www.frauenhilfe-muenchen.de

    Information und Beratung

    Beratungsstelle Frauennotruf München

    (089) 76 37 37

    www.frauennotruf-muenchen.de

    Münchner Kommissariat für Opferschutz

    (089) 29 10 44 44

    Münchner Informationszentrum für Männer

    (089) 543 95 56

    www.maennerzentrum.de

    Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche

    116 111

    für Eltern und Erziehende

    0800 111 0550

    www.nummergegenkummer.de

    www.staerker-als-gewalt.de

    www.bayern-gegen-gewalt.de

    www.kein-kind-alleine-lassen.de

    Neue Schutzplätze für Frauen

    Der Stadtrat hat im Herbst das Angebot von zwei weiteren Frauenhäusern beschlossen

    In München wurden bereits im Jahr 1977 die ersten Plätze in Frauenhäusern zur Verfügung gestellt, um Frauen und ihre Kinder vor Partnerschaftsgewalt zu schützen. Von anfangs einigen wenigen Plätzen wurde der Bestand im Lauf der Zeit ausgebaut bis auf den heutigen Stand von 78 Plätzen.

    Die Frauenhäuser sind in der Regel voll ausgelastet. Neben dem steten Anwachsen der Stadtbevölkerung kommt noch hinzu, dass eine ausreichende Fluktuation und damit die Aufnahme weiterer Frauen schwierig ist. Denn der angespannte Wohnungsmarkt erschwert die Weitervermittlung der Frauenhausbewohnerinnen in eigenen Wohnraum und verlängert somit in vielen Fällen unnötig den Aufenthalt im Frauenhaus.

    Im Herbst hat der Stadtrat daher beschlossen, das Platzangebot für Frauen, die vor häuslicher Gewalt geschützt werden müssen, zu erweitern. Zwei Frauenhäuser mit einer Kapazität von insgesamt 36 bis maximal 48 Plätzen sollen das vorhandene Angebot erweitern.

    Die Plätze sind vorrangig für Frauen bestimmt, die von Partnerschaftsgewalt betroffen und gleichzeitig psychisch krank und/oder suchtkrank sind. „Für diese spezielle Zielgruppe ist unser vorhandenes Angebot nicht ausgestattet, so dass die Betroffenen bisher nicht aufgenommen werden können, obwohl sie natürlich im selben Maße Schutz und Hilfe zur Überwindung ihrer gewaltgeprägten Lebenssituation benötigen“, so Bürgermeisterin Verena Dietl. „Mit dem Ausbau unseres Angebots schließen wir nun diese Schutzlücke.“

    München verfügt über ein breites und sehr differenziertes Hilfenetz für Frauen in Notsituationen. Ein Teil davon sind die Frauenhäuser. Sie stehen ausschließlich von Partnerschaftsgewalt betroffenen volljährigen Frauen und deren Kindern offen und bieten ihnen Unterkunft und Unterstützung, um eine gewaltgeprägte Situation in einem hierfür notwendigen und besonders geschützten Rahmen zu überwinden.

     

    „Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 23. November 2021.