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Stadt will Einzelhandel stärker schützen


Pressemitteilung vom 03.05.2018

(3.5.2018) Die Stadt München will die kleinen Ladengeschäfte in der Innenstadt in Zukunft noch stärker unterstützen und der gewerblichen Gentrifizierung nach Möglichkeit entgegenwirken. Die Zustimmung des Stadtrats vorausgesetzt, soll damit die kleine Ladenstruktur in München auch langfristig erhalten bleiben.

Oberbürgermeister Dieter Reiter begrüßt diese Initiative des Kommunalreferats: „Weltweit gleichen sich die Innenstädte immer mehr an und große Handelsketten bestimmen das Bild. Auch die Münchner Innenstadt ist zunehmend geprägt von Filialisten, die bereit und in der Lage sind, hohe Mieten zu bezahlen. Der einzigartige Charme Münchens wird aber vor allem durch die vielen kleinen und traditionsreichen Geschäfte geprägt, die es so in anderen Städten nicht gibt. Deshalb liegt mir sehr am Herzen, dass wir gerade als städtischer Vermieter die vielfältige und kleinteilige Struktur im Einzelhandel noch stärker schützen.“

Die Kriterien für die künftige Mieterauswahl in stadteigenen Objekten sollen deshalb in Zukunft noch strenger gefasst sein. Statt Handelsketten bzw. Filialen sollen nur inhaber- bzw. familiengeführte Unternehmen zum Zug kommen. Das Warenangebot in diesen Geschäften soll auf regionale oder spezielle, hochwertige Produkte des Facheinzelhandels ausgerichtet sein. Die Bedeutung dieser Konzeption lässt sich an der aktuellen Diskussion um die „gewerbliche Gentrifizierung“ in den zentrumsnah gelegenen Stadtgebieten ablesen.

Die Landeshauptstadt München ist Eigentümerin verschiedener, gemischt genutzter Immobilien in der Innenstadt. An zentralster Stelle wird das Rathaus überwiegend als Verwaltungsgebäude, aber im Erdgeschoss und Keller auch gewerblich von zahlreichen kleinen Ladengeschäften und Gastronomiebetrieben genutzt. Bisher orientiert sich das Kommunalreferat bei der Vermietung an den Zielen des sogenannten „Innenstadtkonzepts“, das der Stadtrat mit Beschluss vom 5.10.2006 für die Stadtbezirke 1,2,3 und 5 festgeschrieben hat und bereits eine Stärkung der vielfältigen und kleinteiligen Struktur im Einzelhandel vorsieht.

Das Kommunalreferat hat sich anlässlich der Sanierung des Ruffinihauses in der Sendlinger Straße mit einer Fortschreibung des Konzeptes befasst. Mit dem neuen Konzept soll nicht nur der Einzelhandel gestärkt und traditionsreiche Geschäfte erhalten bleiben, sondern gleichzeitig ist auch ein Pilotprojekt geplant, um neue, kreative Unternehmen gerade in der Anfangsphase zu fördern. Gemeinsam mit dem Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft sollen dazu geeignete Ladeneinheiten zeitlich begrenzt vergeben werden.

Über die Beschlussvorlage wird der Stadtrat am 8. Mai im Kommunalausschuss abstimmen.