Top
Logo der Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Begriffserläuterungen


Erläuterungen zu den Jahreszahlen

Bruttoinlandsprodukt (BIP) und Bruttowertschöpfung (BWS)

Die Berechnung von BIP und BWS erfolgt nach dem revidierten Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen, wie es für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union verbindlich vorgeschrieben ist; das eigenständige deutsche System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen wurde vor Jahren aufgegeben. Die Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) werden in fünf- bis zehnjährigen Intervallen überarbeitet, um neue Konzepte einzuführen, methodische Verbesserungen zu realisieren und neue Datenquellen zu erschließen. Die hier vorliegenden Daten wurden im Rahmen der VGR-Revision 2014 erstmals nach dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) 20110 berechnet, das durch eine Ratsverordnung für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union auf nationaler und regionaler Ebene rechtsverbindlich vorgeschrieben ist. Die Revision 2014 diente deshalb im Wesentlichen der Einführung des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010
(ESVG 2010) als Nachfolger des ESVG 1995.
Die bedeutendste Änderung gegenüber dem abgelösten ESVG 1995 ist die Berücksichtigung von Ausgaben für Forschung und Entwicklung als Investitionen. Neben der Einführung des ESVG 2010 wurde die Revision
2014 auch dazu genutzt, die bisherigen Berechnungsmethoden grundlegend und systematisch zu überprüfen. Änderungsbedarf ergab sich dabei hauptsächlich auf Grund neuer Erkenntnisse und Datenquellen, welche bislang nicht in die laufenden Berechnungen integriert werden konnten und die
letztendlich der Qualitätsverbesserung der Ergebnisse dienen sollen. Auf Grund der Änderungen ist ein Vergleich mit den bisher veröffentlichten Ergebnissen aus früheren Revisionen nur mehr bedingt möglich.

Bruttoinlandsprodukt
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst die gesamte Produktion von Waren und Dienstleistungen in einem bestimmten Gebiet (hier: Stadt München, Region 14) nach Abzug der Vorleistungen und stellt demzufolge einen wirtschaftlichen Produktionsindikator dar, der die in einer bestimmten Periode erbrachte wirtschaftliche Gesamtleistung zum Ausdruck bringt. Die Bewertung erfolgt zu Marktpreisen, was bedeutet, dass im BIP Produktions- und Importabgaben enthalten, dagegen Subventionen nicht enthalten sind. Das BIP zu Marktpreisen ergibt sich rechnerisch aus der Summe der Produktionswerte abzüglich der Vorleistungen (Bruttowert-Schöpfung), zuzüglich der Einfuhrabgaben und der nicht abzugsfähigen Umsatzsteuer, sowie abzüglich der unterstellten Entgelte für Bankleistungen.

Die Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen und das Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen können nur in jeweiligen Preisen angegeben werden, da in der hier betrachteten regionalen Tiefe keine gesicherten gesamtwirtschaftlichen Preisindizes zur Deflationierung der Wertgrößen vorliegen.

Bruttowertschöpfung
Die Bruttowertschöpfung (BWS) ergibt sich als Differenz aus den Produktionswerten und den Vorleistungen in den einzelnen Wirtschaftsbereichen; sie umfasst – wie das BIP – also jeweils nur den im Produktionsprozess geschaffenen Mehrwert. Die BWS ist zu den Herstellungspreisen bewertet. Damit sind zwar die empfangenen Gütersubventionen berücksichtigt, nicht jedoch die auf die Güter zu zahlenden Steuern.

Zusammenhang zwischen Bruttoinlandsprodukt und Bruttowertschöpfung
Zur Ermittlung der gesamtwirtschaftlichen Leistung (BIP) wird zunächst die in den einzelnen Wirtschaftsbereichen ermittelte BWS aufsummiert. Von dieser „unbereinigten BWS“ ergibt sich nach Abzug der Finanzserviceleistungen, indirekte Messung (FISIM), (bisherige Bezeichnung: unterstellte Bankgebühr) die „bereinigte BSW“. Zur Bestimmung des BIP zu Marktpreisen wird zur bereinigten BWS der Saldo aus Gütersteuern und Gütersubventionen hinzugefügt, um so die unterschiedlichen Bewertungskonzepte von BWS und BIP auszugleichen.
Produktionswert zu Herstellungspreisen
./. Vorleistungen zu Anschaffungspreisen
= Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen
+ Gütersteuern (Mehrwertsteuer, Importabgaben, Verbrauchsteuern u.ä.)
./. Gütersubventionen
./. Finanzserviceleistung, indirekte Messung (FISIM)
= Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen.

Produzierendes Gewerbe

Baugewerbe
Die Statistiken des Baugewerbes umfassen Daten über das Bauhaupt- und das Ausbaugewerbe. Die Zuordnung der Meldeeinheiten zum Bauhaupt- bzw. Ausbaugewerbe erfolgt nach dem Schwerpunkt der wirtschaftlichen Tätigkeit anhand der „Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008)“. Im Sinne des Gesetzes über die Statistik im Produzierenden Gewerbe (ProdGewStatG) zählen zum Bauhauptgewerbe die Gruppen 41.2 „Bau von Gebäuden“, 42.1 „Bau von Straßen und Bahnverkehrsstrecken“, 42.2 „Leitungstiefbau und Kläranlagenbau“, 42.9 „Sonstiger Tiefbau“, 43.1 „Abbrucharbeiten und vorbereitende Baustellenarbeiten“ und 43.9 „Sonstige spezialisierte Bautätigkeiten“. Zum Ausbaugewerbe zählen die Gruppen 43.2 „Bauinstallation“, 43.3 „Sonstiger Ausbau“ und 41.1 „Erschließung von Grundstücken; Bauträger“. Der Berichtskreis zum Monatsbericht im Bauhauptgewerbe umfasst Betriebe des Bauhauptgewerbes von Unternehmen mit 20 oder mehr tätigen Personen sowie alle Arbeitsgemeinschaften. Der Berichtskreis zur Vierteljahreserhebung im Ausbaugewerbe umfasst Betriebe des Ausbaugewerbes von Unternehmen mit 20 oder mehr tätigen Personen sowie Bauträger.

Begriffsbestimmungen
Arbeitsstunden

Alle auf Baustellen, Bauhöfen und in Werkstätten im Bundesgebiet von den tätigen Personen tatsächlich geleistete Stunden ohne diejenigen für Bürotätigkeiten.
Betriebe
Örtlich getrennte Niederlassungen von Unternehmen. Dazu zählen Haupt- und selbständige Zweigniederlassungen sowie Arbeitsgemeinschaften (Argen); außerdem Einbetriebsunternehmen.
Entgelte
Summe der lohnsteuerpflichtigen Bruttobezüge (Bar- und Sachbezüge), der Vergütungen für gesetzliche Feiertage, Urlaub, Krankheit sowie der Arbeitgeberzulagen gemäß Vermögensbildungstarifverträgen ohne Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung.
Tätige Personen
Zu den tätigen Personen zählen tätige Inhaber/innen und tätige Mitinhaber/innen, unbezahlt mithelfende Familienangehörige, soweit diese mindestens 55 Stunden im Monat im Betrieb tätig sind, Personen, die in einem Arbeitsverhältnis zum Betrieb stehen sowie Personen mit Altersteilzeitregelungen.
Umsatz (ohne Umsatzsteuer)
Als Umsatz gelten die dem Finanzamt für die Umsatzsteuer zu meldenden steuerbaren Beträge im Bundesgebiet einschl. Umsatz aus Nachunternehmertätigkeit und Vergabe von Teilleistungen an Nachunternehmer. Zum Umsatz zählen auch Anzahlungen für Teilleistungen oder Vorauszahlungen vor Ausführung der entsprechenden Lieferungen oder Leistungen ab 5 000 Euro.

Verarbeitendes Gewerbe
Das Verarbeitende Gewerbe umfasst die Herstellung von Waren, die nach ihrer Fertigung als Vorleistungsgüter, Investitionsgüter, Gebrauchs- oder Verbrauchsgüter verwendet werden. Dabei wird sowohl die industrielle als auch die handwerkliche Fertigung einbezogen sowie die Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen.
Der Berichtskreis erfasst produzierende Betriebe mit 50 und mehr tätigen Personen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes sowie des Bergbaus und der Gewinnung von Steinen und Erden.

Die den Ergebnissen zugrunde liegende Darstellungseinheit ist der Betrieb als örtliche Einheit, im Unterschied zum Unternehmen als wirtschaftlich-rechtliche Einheit, die aus mehreren Betrieben bestehen kann. Hinsichtlich der Darstellung der Ergebnisse wird bei den Beschäftigten und Umsätzen zwischen einem Nachweis nach hauptbeteiligten und beteiligten Wirtschaftszweigen unterschieden. Bei der Darstellung nach hauptbeteiligten Zweigen werden alle Angaben eines Betriebes (örtliche Einheit) unter dem Zweig nachgewiesen, bei dem der Schwerpunkt des Betriebes – gemessen an der Zahl der Beschäftigten – liegt. Bei der Aufbereitung nach beteiligten Zweigen (fachliche Betriebsstelle) werden die Beschäftigten und die Umsätze kombinierter Betriebe auf diejenigen Zweige aufgeteilt, denen die einzelnen Betriebsteile – ihrer Produktion entsprechend – zuzurechnen sind. Die fachliche Gliederung der Ergebnisse erfolgt nach der „Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008)“.

Begriffsbestimmungen
Betriebe
Örtlich getrennte Niederlassungen von Unternehmen. Dazu zählen örtlich getrennte Produktions-, Verwaltungs- und Hilfsbetriebe (z.B. für Montage, Reparaturen, Verpackungsmittelherstellung), ferner mit dem Betrieb örtlich verbundene oder in dessen Nähe liegende Verwaltungs- und Hilfsbetriebsteile.
Beschäftigte
Alle im Betrieb tätigen Personen, wie tätige Inhaber/innen und Mitinhaber/innen, alle in einem arbeitsrechtlichen Verhältnis stehenden Personen, ferner unbezahlt mithelfende Familienangehörige, soweit sie mindestens ein Drittel der üblichen Arbeitszeit tätig sind.
Geleistete Arbeitsstunden
Die Summe aller geleisteten Stunden der Beschäftigten unter Einbeziehung von Überstunden, Sonn- und Feiertagsstunden und dgl.. Unberücksichtigt bleiben ausgefallene oder versäumte Arbeitsstunden, auch wenn sie bezahlt werden.
Entgelte
Die Bruttobezüge der Arbeiter/innen (einschließlich der gewerblich Auszubildenden) und Angestellten (einschließlich der leitenden Angestellten, kaufmännisch und technisch Auszubildenden). Die Entgelte enthalten alle Arten von Zuschlägen (z.B. für Akkord- oder Schichtarbeit), Vergütungen und Gratifikationen. Nicht einbezogen sind die Pflichtbeiträge des Arbeitgebers zur Sozialversicherung sowie andere Aufwendungen, die kein Arbeitseinkommen darstellen (z.B. Kantinenzuschuss, Spesenersatz).
Umsatz
Alle im Berichtsmonat in Rechnung gestellten Lieferungen und Leistungen (einschließlich Reparaturen, Lohnarbeiten, Montagen und Lohnveredelungsarbeiten) ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt der Lieferung. Angegeben sind die Rechnungsendbeträge (Fakturenwerte), ohne die in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer, jedoch einschließlich der darin enthaltenen Verbrauchsteuern sowie der Kosten für Fracht, Verpackung, Porto usw., auch wenn diese gesondert berechnet werden. Die regionale Darstellung der Umsätze ist bei Mehrbetriebsunternehmen etwas problematisch. Der Umsatz wird häufig nur vom Unternehmen und nicht von den produzierenden örtlichen Betrieben getätigt und daher auch absatzorientiert vom Hauptbetrieb des Unternehmens ausgewiesen. Der Umsatz kann daher in anderen Gebieten nachgewiesen sein als die an der Produktion beteiligten Betriebe und deren Tatbestände wie z.B. Beschäftigte.
Auslandsumsatz
Direktumsatz der Betriebe mit Abnehmern im Ausland und Lieferungen an inländische Firmen, die die bestellten Waren ohne weitere Be- oder Verarbeitung in das Ausland ausführen (Exporteure).

Sonstige Wirtschaftsindikatoren

Gewerbean- und Abmeldungen
Nach der Gewerbeordnung ist über den Beginn, die Beendigung und über Veränderungen einer gewerblichen Tätigkeit beim Kreisverwaltungsamt (Gewerbewesen) der Stadt München eine Anzeige zu erstatten. Diese Verpflichtung besteht nur für den Betrieb eines "Gewerbes" bzw. für "selbstständige Gewerbebetriebe"; ausgenommen sind demnach u. a. die Urproduktion, freie Berufe und reine Verwaltung eigenen Vermögens.

Tourismus
Ankünfte
Erfasst werden die Gäste, die mindestens eine Übernachtung buchen. Die Herkunft der Gäste richtet sich nach deren ständigem Wohnsitz. Beherbergungsbetriebe
Sie dienen nach Errichtung und Zweckbestimmung dazu, mindestens zehn Gäste gleichzeitig vorübergehend zu beherbergen (§ 3 BeherbStatG). Erfasst werden demnach Betriebe mit zehn und mehr Betten.
Bettenauslastung
Die Bettenauslastung stellt den prozentualen Anteil der tatsächlichen Übernachtungen (Betten und Kalendertage) dar; Ruhetage, Betriebsferien etc. bleiben unberücksichtigt.

Umsatzsteuerstatistik
Diese Statistik umfasst im Wesentlichen die Inlands- und Exportumsätze aller Unternehmen mit Hauptsitz in München, die nach dem Umsatzsteuergesetz zur Umsatzsteuer veranlagt sind. Nach § 2 Abs. 1 Umsatzsteuergesetz (UStG) gilt derjenige als Unternehmer, der eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig und nachhaltig ausübt. Zur Umsatzsteuer veranlagt werden Steuerpflichtige, deren Lieferungen und Leistungen mehr als 17 500 Euro im Jahr betragen. Die regionale Zuordnung des gesamten Unternehmensumsatzes (einschl. der Umsätze in Filialen, Zweigstellen und Tochterunternehmen) erfolgt am Sitz der Geschäftsleitung des Unternehmens. Der Begriff „innergemeinschaftliche Erwerbe" beinhaltet die Umsätze im Bereich des europäischen Binnenmarktes.

Verbraucherpreisindex
Der Verbraucherpreisindex, kurz VPI genannt, misst die Preisentwicklung und das Verbraucherverhalten der privaten Haushalte. Dazu werden monatlich für ca. 750 Güterarten des privaten Verbrauchs bei ausgewählten Unternehmen des Einzelhandels, des Handwerks, des Beherbergungs- und Gastgewerbes, sowie bei verschiedenen Dienstleistungsunternehmen, Mietern und Vermietern privat genutzter Wohnungen Preiserhebungen durchgeführt. Dadurch ist es möglich, die durchschnittlichen Preisveränderungen von Waren und Dienstleistungen, die ein privater Haushalt potenziell benötigt, darzustellen. Berechnet wird der Verbraucherpreisindex für alle privaten Haushalte für Deutschland (vom Statistischen Bundesamt), für verschiedene Länder, wie z.B. Bayern durch das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung und seit dem Jahr 2011 vom Statistischen Amt München für die Stadt München.