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Bordeaux


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Bordeaux - Französische Partnerstadt


Bereits in den fünfziger Jahren entwickelten sich die ersten Kontakte zwischen Bordeaux und München. Beide Städte hatten großes Interesse, nach dem furchtbaren Weltkrieg durch den Aufbau einer Städtepartnerschaft zur Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich und zur Entstehung eines brüderlichen Europa beizutragen. Die Kontakte vertieften sich dank zahlreicher Austauschbesuche rasch und am 30. Mai 1964 konnten die Oberbürgermeister der beiden Städte, Hans-Jochen Vogel und Jacques Chaban-Delmas, die offizielle Partnerschaft besiegeln.

Kurze Geschichte der Stadt

Im 2. Jahrhundert v. Chr. waren die Kelten die ersten, die sich am Ufer der Garonne niedergelassen haben. Unter römischer Herrschaft wächst die keltische Ansiedlung Burdigola zu einer blühenden Handelsstadt heran. Die Römer sind es auch, die als erste die günstigen klimatischen Bedingungen erkennen und an den Uferhängen des Flusses Weinstöcke anpflanzen. Der Weinbau wurde schnell erfolgreich und bald begann der Weinexport in andere Regionen des Römischen Weltreiches.
Nach dem Ende des Römischen Reiches gerät die Stadt zunächst unter westgotische, ab 507 unter fränkische Herrschaft. Unter Karl dem Großen wird Bordeaux Hauptstadt des Herzogtums Aquitanien. Reges Leben entwickelt sich in der mittelalterlichen Stadt. Die Herzöge lassen sie in den folgenden Jahrhunderten immer weiter ausbauen und befestigen.

Hoch- und Spätmittelalter
1152 heiratet Alienor, einziges Kind des Herzogs Wilhelm X. von Aquitanien, den mächtigen Henri Plantagenet. Als dieser zwei Jahre später den englischen Königsthron erbt und als Henri II. den Thron besteigt, wird Bordeaux englisch. Dies hat für die Stadt weitreichende Folgen. Bordeaux wird Hauptumschlagplatz für den Handel mit England. Der Weinhandel mit England, Flandern und auch mit den deutschen Städten floriert und bringt der Stadt Wohlstand. 300 Jahre bleibt Bordeaux unter englischer Herrschaft. Im 15. Jahrhundert kann die englische Krone ihre Besitzungen nicht mehr halten. 1453 fällt die Stadt wieder an Frankreich.
Durch die zuletzt proenglische Haltung verliert die Stadt alle Handelsprivilegien und jegliche politische Freiheit. Vergeblich wehrte sich die Stadt gegen die Zentralisierung der französischen Krone. Mehrere Aufstände werden blutig niedergeschlagen, Bordeaux verarmt.

18. - 20. Jahrhundert
Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts bessert sich die Lage der Stadt wieder. Um die königliche Macht zu verstärken wird der Ausbau des Hafens gefördert und der Handel neu belebt. Rasch blüht die Stadt erneut auf und erlebt ihr zweites "goldenes Zeitalter".
Die Französische Revolution bringt der Stadt erneut einen herben Rückschlag. Die aus der Gegend kommenden "Girondisten", die gemäßigt föderalistische Positionen vertreten, unterliegen radikalen Gruppen. Dadurch gerät Bordeaux wieder unter scharfen Druck aus Paris.
Unter Napoleon bricht der Handel völlig zusammen. Die Stadt verarmt schlagartig.

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts geht es mit der Stadt bergauf. In dieser Zeit ist Bordeaux auch dreimal kriegsbedingt Sitz der französischen Regierung. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelingt es der Stadt wieder Anschluss zu finden und sie erlangt ihre heutige Bedeutung, Metropole des französischen Südwestens zu sein.


Politische, wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Stadt

Bordeaux ist Hauptstadt der Region Aquitanien und Präfektursitz des Departments Gironde. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Stadt zur Wirtschaftsmetropole Südwestfrankreichs entwickelt. Ihre Einwohnerzahl ist sprunghaft angestiegen. Die Stadt selbst hat heute etwa 219 000 Einwohner. Im Umland, der "Communauté de Bordeaux" leben über 659 000 Menschen.


Wirtschaft

Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor war und ist für die Stadt der Hafen. Obwohl die Stadt fast 100 Kilometer vom Meer entfernt liegt, hat sie nahezu ideale natürliche Bedingungen für einen bedeutenden Handelshafen. Die Gironde, der Trichter in dem Garonne und Dordogne in den Atlantik münden, bietet sicheren Schutz vor den Stürmen der offenen See, und ermöglicht auch großen Schiffen die Einfahrt in dieses natürliche Hafenbecken. Heute erstrecken sich die Hafenanlagen über viele Kilometer entlang beider Flussufer. Der Hafen ist einer der bedeutendsten Häfen Frankreichs.
Zweiter wichtiger Wirtschaftsfaktor ist von jeher das Handelshauptgut von Bordeaux, der Wein. Millionen von Flaschen gehen jedes Jahr in alle Welt. Günstige klimatische Bedingungen ermöglichen es den Winzern des Bordelais, alljährlich Spitzenweine zu produzieren.
Die Weinproduktion hat auch verschiedenste Zulieferbetriebe entstehen lassen. In den Fabriken in und um Bordeaux werden Flaschen, Korken, Weinkisten und anderes Verpackungsmaterial hergestellt. Am Hafen haben sich Werften und Raffinerien angesiedelt. Daneben ist vor allem die Luft- und Raumfahrtindustrie in Bordeaux von überregionaler Bedeutung.


Kultur

Bordeaux ist nicht nur eine Wirtschaftsmetropole. Die Stadt an der Garonne ist auch das kulturelle Zentrum des Südwestens Frankreichs. Bordeaux hat eine bedeutende Universität. Neben zahlreichen Museen besitzt die Stadt das Grand Théâtre, das als Meisterwerk des Pariser Architekten Victor Louis betrachtet wird und Ende des 18. Jahrhunderts errichtet wurde.

Ansprechpartner

Dieter Mack
Tel. (089) 233-9 25 61
Fax (089) 233-2 80 47
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