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Cincinnati


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Cincinnati - Partnerstadt in den Vereinigten Staaten


Eine leibhaftige "Mutter" hat die Partnerschaft zwischen München und Cincinnati: Denn es war Auguste Kent, die nicht locker ließ, bis die immer schon freundschaftlichen Beziehungen zwischen ihrer alten und ihrer neuen Heimatstadt - bereits 1871 fertigte die Münchner Erzgießerei Ferdinand von Miller die Brunnenfiguren für den Tyler-Davidson-Brunnen, der heute im Zentrum Cincinnatis aufgestellt ist - am 18. September 1989 von Oberbürgermeister Georg Kronawitter und Mayor Charles J. Luken endlich auch offiziell besiegelt wurden.

Kurze Geschichte der Stadt

US-Bundesstaat Ohio

Cincinnati - unbekannte Partnerstadt in den Vereinigten Staaten. Allzu viel wissen die meisten Münchner und Münchenerinnen nicht über die Partnerstadt im US-Bundesstaat Ohio, dabei gab es im letzten Jahrhundert Kontakte zwischen den beiden Städten.
Ursprünglich ist das Gebiet des heutigen Bundesstaates Ohio von verschiedenen Indianerstämmen besiedelt gewesen.
Im 17. Jahrhundert beanspruchten die Franzosen das Land für ihr Kolonialreich. Parallel zum Siebenjährigen Krieg zwischen England und Frankreich (1756-1763) kommt es auch in der Neuen Welt zu Kampfhandlungen. Schon seit 1740 hat es immer wieder Auseinandersetzungen gegeben. Englische Siedler sind von Osten her immer weiter in das obere Ohiotal vorgedrungen und haben sich auch auf französischem Boden niedergelassen. Ab 1756 herrscht offiziell Kriegszustand.
Schließlich setzen sich die Engländer durch. Im Frieden von Paris tritt 1763 Frankreich alle Gebiete östlich des Mississippi an Großbritannien ab. Das Gebiet um das heutige Cincinnati wird britisch. Doch deshalb wird die Zeit für das Land nicht freundlicher. Blutige Kämpfe mit den indianischen Ureinwohnern des Gebiets folgen. Auch die Loslösung der Kolonien vom britischen Mutterland vollzieht sich erst durch kriegerische Auseinandersetzungen. 1783 werden die USA unabhängig. Ohio gehört zunächst zum sogenannten "Northwest Territority" und wird 1803 zum 17. Staat der neuen amerikanischen Union.

Stadtgründung

In dieser unruhigen Zeit entsteht Cincinnati. Im Zuge der Besiedlung des Landes werden 1788 am Nordufer des Ohio River drei Dörfer gegründet. 1790 erhält das Dorf Losantiville, das sich als Zentrum einer Stadt herausgebildet hat, den "Namen" Cincinnati. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nimmt der Zuzug aus den östlichen Staaten der USA, aber auch aus Europa und vor allem Deutschland stark zu. Die kleine Stadt wächst rasch heran, der Anteil der deutschstämmigen Einwohner nimmt stetig zu.

Deutsche Gemeinde

Das Leben in Cincinnati ist überwiegend deutsch geprägt. Deutsche Zeitungen sind weit verbreitet, deutsche Vereine prägen das gesellschaftliche Leben und das deutsche Theater erfreut sich großer Beliebtheit. Um 1900 sind rund zwei Drittel der Bürger der Stadt deutschstämmig . In der Entwicklung des kirchlichen Lebens spielt die deutsche Gemeinde eine wichtige Rolle. Auf kirchlichem Gebiet ergeben sich auch die ersten Kontakte zwischen Cincinnati und München. Die mit großen Schulden belastete katholische Gemeinde von Cincinnati erhält mit Genehmigung des bayerischen Königs Ludwig I. großzügige finanzielle Unterstützung. Gleichzeitig wird der "Ludwig-Missions-Verein" ins Leben gerufen, der lange für die gesamte Missionsarbeit der bayerischen katholischen Kirche in Nordamerika verantwortlich ist.

Schon im 19. Jahrhundert zeigen sich die Bewohner von Cincinnati moderner Technik sehr aufgeschlossen. In der Stadt entstehen die erste Eisengießerei, die erste Zuckerraffinerie und die erste Dampfmühle des damaligen amerikanischen Westens.
Das Wachstum der Stadt setzt sich im 20. Jahrhundert fort. Cincinnati erholt sich ziemlich schnell von den großen Wirtschaftskrisen zu Beginn des Jahrhunderts. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt sich die Stadt am Ohio River zu einem bedeutenden Industrie- und Handelsplatz des amerikanischen Mittelwestens.

Politische, wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Stadt

Cincinnati selbst hat etwa 420 000 Einwohner, im sich bis in die Bundesstaaten Indiana und Kentucky ausdehnenden städtischen Bebauungsgebiet leben rund 1,5 Millionen Menschen.
Die Stadt liegt an der Kreuzung dreier wichtiger Eisenbahnstrecken. Der schiffbare Ohio River mündet in den Mississippi, gleichzeitig verbindet ihn ein Kanal mit den großen Seen. Damit ist Cincinnati über Wasserstraßen an wichtige Industriezentren der USA angebunden.

Wirtschaft

Die verkehrsgünstige Lage ermöglichte es der Stadt, zu einem der bedeutendsten Industrie- und Handelsplätze des amerikanischen Mittelwestens heranzuwachsen. Längere Tradition haben in der Stadt bereits Druckereien, Maschinenproduktion und Brauereien . Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich hier auch weltweit renommierte Betriebe der Elektronik- und Chemischen Industrie angesiedelt. Außerdem ist Cincinnati eine überregional bedeutende Zeitungs- und Verlagsstadt.
 

Kultur

Auch kulturell hat die Stadt am Ohio River einiges zu bieten. Schon 1819 wurde die "University of Cincinnati" gegründet. Heute studieren an dieser Hochschule ca. 35 000 Studenten. Bemerkenswert ist die umfassende Sammlung deutscher Bücher der Universitätsbibliothek. Internationale Anerkennung haben die Forschungsergebnisse der medizinischen Fakultät gefunden.
Weltweit einen Namen erspielt hat sich das "Cincinnati Symphony Orchester". Das Orchester ist in den Konzertsälen der Welt ein gern gesehener Gast. Im nach der New Yorker "Metropolitan Opera" zweitgrößten Opernhaus der USA gastieren immer wieder hervorragende Kräfte. Eine große Anzahl von Ballett- und Theatergruppen ergänzen mit ihren Aufführungen das kulturelle Angebot der Stadt. Gerade im kulturellen Bereich ist der deutsche Einfluss noch stark spürbar.
Die deutschstämmigen Bürger der Stadt vergaßen auch nach dem Zweiten Weltkrieg die darniederliegende Heimat nicht. So erreichten zahlreiche Hilfsangebote die Münchner Bürger und Bürgerinnen, es wurde z. B. für die Wiederherstellung des "Alten Peter" eine beträchtliche Summe zur Verfügung gestellt.

Ansprechpartnerin

Gabriele Höber
Tel. (089) 233-9 25 65
Fax (089) 233-2 80 47
gabriele.hoeber@muenchen.de