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Chronik der Städtepartnerschaft München - Harare


Urkunde Partnerschaft  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

von 1995 bis 2015

 1995: Die Vorbereitungen zur Vereinbarung der Städtepartnerschaft laufen: Die Stadträte beider Städte bekunden (jeweils einstimmig) ihren Wunsch zum Abschluss der Partnerschaft. Der Oberbürgermeister von Harare besucht München. Eine Münchner Delegation reist unter Leitung von Bürgermeisterin Sabine Csampai nach Harare, um Kooperationsmöglichkeiten zu sondieren. Die Stadt Harare ist mit einem Stand auf der Münchner "Heim und Handwerk" vertreten.

1996: Am 1. April unterzeichnen Oberbürgermeister Christian Ude und sein simbabischer Amtskollege in Harare die Partnerschaftsurkunden. OB Ude wird begleitet von einer Münchner Wirtschaftsdelegation. Auch eine Gruppe der Katholischen Jugend München Giesing, deren Reise der Auftakt zu einem dreijährigen Jugendaustausch-Programm ist, nimmt an der Urkundenunterzeichnung teil. Anschließend beginnt ein intensives Austausch-Programm sowohl zwischen den Stadtverwaltungen als auch auf bürgerschaftlicher Ebene: Mit einem großen Kulturprogramm "Mawuya Africa - willkommen Afrika" wird die neue Partnerstadt in München vorgestellt. In Harare präsentiert sich München mit einer Fotoausstellung sowie erstmals mit einem Stand auf der Internationalen Buchmesse. 48 Münchner Künstlerinnen und Künstler spenden eines ihrer Werke für die Ausstellung "Sincerely Yours", die als Geschenk nach Harare geht und dort in der National Galerie gezeigt wird. Ein Know-how-Austausch im Bereich Abfallwirtschaft, Wasserversorgung und Umweltschutz beginnt. Die Münchner Schusterinnung spendet Schuhmacherwerkzeug und -maschinen für ein Ausbildungszentrum, die Firma Siemens Solar eine Solaranlage für ein Krankenhaus in Harare. Kontakte zwischen Schulen beider Städte werden hergestellt.

1997: Mit einem Schauspielerworkshop in Harare und einem gemeinsamen Tanzprojekt wird der Kulturaustausch fortgeführt. In Münchens Künstlervilla Waldberta wird von nun an jährlich auch ein simbabischer Künstler eingeladen. Auf dem Münchner Messegelände findet eine Ausstellung simbabischer Steinskulpturen viel Beachtung. Dank einer Spende der Stadtsparkasse München in Höhe von 100.000 DM kann eine intensive Kooperation im Sozialbereich eingeleitet werden, Schwerpunkt ist dabei ein Austauschprogramm zwischen Jugend-Ausbildungsstätten im Schneiderhandwerk. Zwei von der Stadt München gespendete Müllfahrzeuge werden nach Harare verschifft. Im Bauch der Fahrzeuge befinden sich vierzig von Münchner Bürgerinnen und Bürgern gespendete Nähmaschinen für eine Ausbildungsschneiderei in Harare. Das Münchner Nord-Süd-Forum vermittelt erstmals Workcamp-Aufenthalte für Münchner in simbabe. 

Fotoinstallation Münchner Fotografen

1998: Eine Fotoinstallation Münchner Fotografen auf öffentlichen Plätzen in Harare findet dort viel Aufmerksamkeit. Das Kulturreferat sammelt Tausende von Kinderbüchern als Spende für Bibliotheken in Harare. Ein Internet-Projekt für Jugendliche beider Städte beginnt. In München entsteht die Mappe "Wenn Armut kein Schicksal ist" mit Bilder und Texten aus München, Harare und Cajamarca (Peru) als Unterrichtsmaterial für Schulen. Der "München für Harare e.V.", ein Verein zur Förderung von Projekten für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in Harare, wird ins Leben gerufen. Gründungsmitglieder sind Münchner Stadträte, das Nord-Süd-Forum München e.V. und die Stadtsparkasse München. Bürgermeister Hep Monatzeder wird erster Vorsitzender.
In simbabwe beginnt die umstrittene Landreform, erste Farmen werden enteignet. Demonstrationen werden gewaltsam niedergeschlagen. Die Regierung geht gewaltsam gegen kritische Journalisten und friedliche Demonstranten vor, die gegen die hohen Lebensmittelpreise protestieren.

1999: Ein Münchner Akademie-Professor führt in einer Galerie in Harare Workshops für junge simbabwische Maler durch. Auf der Buch-Messe in Harare bietet eine Münchner Kinderbuch-Illustratorin Workshops für Kinder und Lehrer an. München unterstützt mit Sachspenden die simbabwe-German-Society bei der Veranstaltung eines Oktoberfests in Harare. Eine Gruppe Münchner Lehrer reist zur Vorbereitung von Schulpartnerschaften nach Harare. Betreut durch das Sozialreferat beginnt ein Fachkräfte-Austausch zwischen Ausbildungsschreinereien beider Städte.
In Harare werden im März 1999 der regierende Bürgermeister und der gesamte Stadtrat vom Ministerium für lokale Angelegenheiten abgesetzt und durch eine Regierungskommission ersetzt. Die Stadt München stellt die Kontakte zur politischen Ebene in Harare aus Protest gegen diese undemokratische Absetzung und gegen die Menschenrechtsverletzungen in simbabwe ein. In simbabwe wird die erste ernst zu nehmende Oppositionspartei simbabwes seit der Unabhängigkeit "Movement for democratic Change" (MDC) gegründet.

2000: Auf der internationalen Buchmesse in Harare wird die Fotoausstellung "Africa in Munich" gezeigt. In der Münchner Rathausgalerie findet die Ausstellung "colour africa. zeitgenössische Malerei aus Zimbabwe" viel Aufmerksamkeit. Lehrkräfte und junge Schreiner aus Harare besuchen ihre Kollegen in München. Der "München für Harare e.V." nimmt ca. 40.000 DM Spenden ein, die dem Schul- und Ausbildungsprojekt "Glen Forest" zugute kommen.
Der Münchner Stadtrat beschließt das weitere Einfrieren der Beziehungen und stattdessen eine Stärkung der bürgerschaftlichen Kontakte zwischen München und Harare. OB Ude fordert den zimbabwischen Präsidenten Mugabe auf, baldmöglichst Stadtratswahlen in Zimbabwe abzuhalten. In Zimbabwe kommt es im Vorfeld der Parlamentswahlen zu Ausschreitungen und Gewalttaten. Das amtliche Ergebnis der Wahlen ergibt eine knappe Mehrheit der Regierungspartei. Aufgrund der Einschüchterungen im Vorfeld und Unstimmigkeiten bei der Auszählung werden die Wahlen in weiten Kreisen nicht als frei und fair bezeichnet.

2001: Bei der Münchner Bevölkerung werden 34.000 Sonnenfinsternis-Brillen gesammelt und als Spende nach Harare gesandt, wo einige Monate später ebenfalls eine Sonnenfinsternis stattfindet. Die Stadt München finanziert die Stelle eines Koordinators für die bürgerschaftlichen Aktivitäten im Rahmen der Städtepartnerschaft. Weiter beschließt der Münchner Stadtrat die Unterstützung des Aids-Waisenprojekt "Mashambanzou" mit ca. 16.000 DM. Der "München für Harare e.V." stellt Dauer-Spendenboxen am Flughafen München auf. In Harare findet ein Workshop zum Thema "Demokratieförderung" mit Bürgergruppen beider Städte statt.

2002: Die Bürgervereinigung von Harare erzwingt gerichtlich Kommunalwahlen. Dabei geht die Oppositionspartei MDC als deutlicher Sieger hervor, sie stellt den Oberbürgermeister und 44 von 45 Stadträten. Der Münchner Stadtrat beschließt daraufhin, die politischen Kontakte wieder aufzunehmen. Oberbürgermeister Elias Mudzuri besucht München, Kooperationsvereinbarungen werden ausgearbeitet. Das Münchner Kulturreferat ist wieder auf der Buchmesse in Harare vertreten. Eine Kooperation zur Unterstützung des Umweltcenters "Mukuvisi Woodlands" in Harare läuft an. Der zweite Teil des Workshops "Demokratieförderung" mit Bürgergruppen aus Harare findet in München statt.

2003: Eine Münchner Stadtratsdelegation reist unter Leitung von Bürgermeister Monatzeder nach Harare. Direkt nach einem Empfang der Delegation wird Oberbürgermeister Mudzuri wegen "Unfähigkeit und Ungehorsam" vom Dienst suspendiert und muss untertauchen, um einer Verhaftung zu entgehen. Kommissarische Leiterin wird die stellvertretende Bürgermeisterin, die zwar eigentlich als Kandidatin der MDC gewählt wurde, nun aber zur Regierungspartei ZANU-Pf wechselt. Der Münchner Stadtrat beschließt, die Kooperationen zwischen den Stadtverwaltungen wieder einzufrieren. Die Aktivitäten auf bürgerschaftlicher Ebene laufen weiter: Praktikanten aus Harare kommen nach München, in Diskussionsveranstaltungen und Gesprächen wird über die politische Lage im Zimbabwe informiert und werden Unterstützungsmöglichkeiten der demokratischen Kräfte in Harare erörtert.
In Zimbabwe spitzt sich die wirtschaftliche Lage weiter zu. Die Inflation liegt bei 600 %. Eine Hungersnot breitet sich aus - zurückzuführen auf die vorangegangene Dürre, aber auch auf Produktionsausfälle durch die Farmenteignungen.

2004: Bürgermeister Mudzuri wird endgültig seines Amtes enthoben. Ein Teil der Stadträte ist ebenfalls suspendiert oder abgesetzt worden, andere legen aus Protest gegen die Gängelungen der Regierung ihr Amt nieder. Die verbliebenen wechseln zur Regierungspartei. Mudzuri besucht München, Berlin, London und die UN in New York, um über die problematische Entwicklung in seinem Land zu informieren.
In München wird das deutsche Büro von ESS (Ecumenical Support Services) eingerichtet, das kirchliche Solidaritäts- und Menschenrechtsarbeit mit Zimbabwe anregen und vernetzen soll. Die Stadt München berät sich mit in Harare ansässigen Entwicklungsorganisationen, mit der deutschen Botschaft und mit diversen "Schlüsselpersonen" zur Städtepartnerschaft über das weitere Vorgehen. Das Kulturreferat präsentiert zum Jahreswechsel in der Pasinger Fabrik das Kulturprogramm "Legacy: Einblicke in Kunst und kulturelles Erbe Zimbabwe".

Geburtstagstorte  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

2005: Die Parlamentswahlen in Zimbabwe ergeben eine Zwei-Drittel-Mehrheit für die Regierungspartei ZANU-Pf. Die Wahlen selbst verlaufen friedlich, allerdings werden sie aufgrund der gewalttätigen Vorfälle im Vorfeld von westlichen Beobachtern als nicht frei und fair einschätzt. Durch die Abrissaktion "Murambatsvina", mit der angeblich illegale Bauten beseitigt werden sollen, werden allein in Harare 800.000 Menschen obdachlos oder verlieren ihre Einkommensmöglichkeit. Die Oppositionspartei MDC ist zerstritten und splittet sich in zwei Parteien auf.
Die aktiven Bürgergruppen in München vernetzen ihre Menschenrechtsarbeit zunehmend mit anderen überregionalen Organisationen und mit zimbabwischen Exilgruppen. Die erste gemeinsame Veranstaltung ist eine Kundgebung zum Tag der Menschenrechte in Berlin. Im Rahmen des Weltjugendtags sind zwanzig Jugendliche aus Harare auf Einladung der katholischen Jugend in München zu Gast.

Bekräftitung der Kooperationsvereinbarung durch Hep Monatzeder  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

2006-2008

2006: Der 10. Jahrestag der Städtepartnerschaft wird auf dem Münchner Marienplatz mit einer großen Geburtstagstorte, mit Solidaritätsgrüßen und Spendensammlungen für Harare begangen.
Im Schwabinger Krankenhaus zeigt und verkauft die Galerie „Little Zim“ zimbabwische Steinskulpturen und spendet den Erlös für die Partnerprojekte des „München für Harare e.V." Drei Nachwuchskräfte aus einem der Partnerprojekte, dem „Glen Forest Development Centre“ leisten für zwei Monate Praktika in Münchner Betrieben in den Bereichen Landbau, Fahrradreparatur und Kinderbetreuung. Unter der Federführung des Nord-Süd-Forum München e.V. entsteht die Ausstellung „Zimbabwe mit spitzer Feder“ mit politischen Karikaturen. In einem Round-Table Gespräch „(Über-)Leben in Diktaturen“ tauschen Menschenrechtsaktivisten aus Zimbabwe und der Diaspora-Zimbabwe-Gemeinde aus London, in Deutschland lebende Flüchtlinge aus dem nahen Osten und Akteure der Friedensbewegung der Ex-DDR ihre Erfahrungen aus.
 

2007: In Zimbabwe nimmt der Druck auf alle Regimekritiker weiter zu. In Harare wird sogar vor der Kirche nicht halt gemacht – die Polizei löst gewaltsam eine Gebetsveranstaltung auf und verhaftet die Teilnehmer, was den Münchner Weihbischof zu einer Solidaritätsbekundung an seinen Kollegen in Harare veranlasst. Aus Protest gegen die Teilnahme Mugabes am EU-Afrikagipfel in Lissabon veröffentlichen die Stadt München und die Münchner Kirchen in den portugiesischen Zeitungen die „Münchner Erklärung zur Lage in Zimbabwe“, Münchner Bürgergruppen reisen zur Protestkundgebung nach Lissabon.
Zwei Mitarbeiter der Bürgerbewegung in Harare kommen für einen dreimonatigen Praktikantenaufenthalt zum Thema Bürgerengagement und Stadtökologie nach München. Ein Münchner Praktikant arbeitet im Gegenzug in Harare in einen sozialen Projekt mit. Der zimbabwische Fotograf Calvin Dondo setzt mit Jugendlichen aus Harare und München das Fotoprojekt „You and me“ um.


2008: Im März finden Wahlen in Zimbabwe statt, es sollen gleichzeitig der Präsident, das Parlament, der Senat und die Kommunalvertretungen gewählt werden. Vorangegangen war eine massive Hetz- und Einschüchterungskampagne des Regimes gegen jegliche oppositionelle Bewegung mit Bespitzelungen, massive Drohungen, Erpressung, willkürlichen Verhaftungen, Entführung, Brandstiftung, Vergewaltigung, Entzug von Nahrungsmittelhilfe, Folter und Mord. Dennoch kann nicht verhindert werden, dass in Harare wieder eine überwiegende Mehrheit für die Oppositionspartei MDC stimmt und dass auch im Parlament die bisherige Regierungspartei ZANU Pf erstmals ihre Mehrheit einbüßt. Die Präsidentschaftswahlen ergeben eine knappe, aber keine absolute Mehrheit für den Oppositionskandidaten Morgan Tsvangirai und machen eine Stichwahl erforderlich. Die darauffolgende Gewaltwelle der Regierungsmilizen, die frühere Kampagnen an Brutalität noch weit übertrifft, zwingt Tsvangirai dazu, von der Stichwahl zurückzutreten, so dass sich Mugabe im Juli als einziger Kandidat wieder zum Staatspräsident wählen lässt.
In Harare kann der neue Stadtrat aufgrund der Unruhen erst im Juli sein Amt antreten. Zum ersten Bürgermeister wird Muchadya Masunda gewählt, parteilos und Leiter einer sehr angesehenen Schlichtungsstelle in Harare, stellvertretender Bürgermeister wird Emmanuel Chiroto, der als MDC-Mitglied ebenfalls Opfer des Terrors wird – kurz nach seiner Wahl wird seine Frau entführt und ermordet und sein Haus abgebrannt.
Im Oktober befasst sich der Münchner Stadtrat mit der Frage, ob und wie die Städtepartnerschaft fortgeführt werden soll. Aus diesem Anlass werden auch Vertreter aus Harare nach München eingeladen, um über die aktuelle Lage in Harare zu berichten. Die sehr bewegende Rede von Bürgermeister Chiroto vor dem Münchner Stadtrat trägt dazu bei, dass sich der Stadtrat einhellig für eine Fortführung der Partnerschaft und Wiederaufnahme der Kooperationen ausspricht.
Auch der kulturelle Austausch geht weiter: Zwei junge Musik- und Tanzlehrerinnen aus Harare verbringen einige Wochen in München, um hier die Musikgruppe „Pamuzinda“ zu verstärken. In der Münchner Künstlervilla Waldberta sind zwei Schriftstellerinnen aus Harare zu Gast.
In Zimbabwe führt der wirtschaftliche Verfall und der damit verbundene Zusammenbruch der Gesundheits- und Versorgungseinrichtungen zu einer schlimmen Cholera-Epidemie. Der Münchner Stadtrat stellt im Dezember 100.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung, um Wasseraufbereitungstabletten an die Haushalte zu verteilen und Medikamente und Hygieneartikel an die städtischen Kliniken nach Harare zu senden.
Zu den städtischen Kooperationsprojekten / München hilft Harare

Medikamenten-Geschäft  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

2009: In Zimbabwe wird auf Druck der internationalen Gemeinschaft und unter der Moderation von Südafrika eine vorübergehende Koalitionsregierung gebildet mit Robert Mugabe als Präsident und Morgan Tsvangirai als Premierminister. Der Zimbabwe Dollar, der unvorstellbare Inflationswerte erreicht hatte, wird abgeschafft, Zahlungsmittel sind nur noch Devisen, vor allem US$ und südafrikanische Rand, was die dramatische wirtschaftliche Lage im Land etwas entlastet.
Im Oktober reist eine Stadtratsdelegation unter Leitung von Bürgermeister Monatzeder nach Harare, um sich ein Bild von der aktuellen Situation vor Ort zu machen, und um einzuschätzen, ob und in welchen Bereichen derzeit eine Kooperation mit der Stadtverwaltung Harare möglich ist. Am Ende der Reise unterzeichnen die Bürgermeister beider Städte eine Kooperationsvereinbarung, die eine Zusammenarbeit vor allem in den Bereichen Wasser, Gesundheit, Abfallwirtschaft, Wohnungsbau und Stadtratsqualifizierung vorsieht.
Zu den städtischen Projekten/Kooperationsvereinbarung

Der Verein München für Harare e.V. weitet sein Betätigungsfeld aus: Er arbeitet nun auch verstärkt mit Münchner Initiativen zusammen, die in den letzten Jahren im Rahmen der Städtepartnerschaft entstanden sind und unterstützt deren Partnerprojekte vor Ort.

München Konferenz  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

2010: Auf einer Konferenz in Februar 2010 in München „Zivilgesellschaft in Harare, Kiew und München“ tauschen Bürgeraktivisten und Politiker aus den drei Partnerstädten ihre Erfahrungen über kommunalpolitisches Bürgerengagement aus.
Zu den städtischen Projekten

Die beiden Stadtverwaltungen stimmen sich ab, wie die 2009 geschlossene Kooperationsvereinbarung umgesetzt werden kann. Dazu reist auch eine kleine Fachdelegation aus München mit Mitarbeitern der Stelle für internationale Angelegenheiten, der Wasserversorgung und Stadtentwässerung nach Harare. Ersatzteile für Müllfahrzeuge und Deponiemaschinen werden nach Harare gesandt. Das Frauennetzwerk „women to women“ wird gegründet. Es soll die Kommunikation und den Austausch von Frauen in Harare und München ermöglichen und unterstützen. Im Münchner Kino Maxim zeigt die Filmreihe „Live from Zimbabwe“ wesentliche Aspekte der letzten 30 Jahre Geschichte und Kultur in Zimbabwe.

Stadtratsaustausch  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

2011: Vier Stadtratsmitglieder und ein Verwaltungsbeamter aus Harare kommen für drei Wochen zum Erfahrungsaustausch nach München. Die Mandatsträger lernen in einem umfangreichen Programm die deutschen Kommunalstrukturen und die Arbeit des Münchner Stadtrats und der Stadtverwaltung kennen und tauschen Erfahrungen im Umgang mit Verwaltung, Bürgern Aufsichtsbehörden und politischen Gegnern aus.
Zu den Städtischen Projekten/Erfahrungsaustausch

Sie sind auch die Ehrengäste auf einem Fest des Nord Süd Forums München e.V. am 1. April anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Partnerschaft.
In der Ausstellung „Colour Africa 2011“ im Juli in München ist zeitgenössische bildende Kunst von 25 zimbabwischen Malern zu sehen. Die Kinderkulturkarawane präsentiert ebenfalls im Juli im Gasteig das Intombi Zomqangala Tanz-Theater aus Zimbabwe.
Im Herbst des Jahres reisen zwei Münchner Experten im Rahmen des Projekts „IT-Konzept für die Stadt Harare“  zu einem 6-wöchigen Beratungseinsatz nach Harare.
Zu den städtischen Projekten/IT-Konzept

Anlässlich des fünfzehnjährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen München und Harare findet Ende Oktober eine Bürgerreise nach Harare statt, die von ESS organisiert wird. Teilgenommen haben Mitglieder des Arbeitskreises HaMuPa (Harare München Partnerschaft), des München für Harare e.V. und eine Mitarbeiterin der Stadt München. Einen ausführlichen Bericht über die Reise finden Sie hier (PDF, 2871 KB).

2012: Im Rahmen des Projekts „IT-Konzept für die Stadt Harare“ reisen die Münchner Experten zu jeweils vier Beratereinsätzen nach Harare. In dieser Phase arbeiten sie an einem technischen und fachlichen Feinkonzept für die ICT-Infrastruktur, führen Fortbildungen für ihre Kollegen aus Harare durch und richten gemeinsam mit diesen eine Webseite der Stadt Harare ein. In München finden mehrere Veranstaltungen statt: Der München für Harare e.V. organisiert gemeinsam mit der Galerie Little Zim eine Ausstellung zeitgenössischer Bildhauerarbeiten aus Simbabwe mit Unterstützung der Steuerkanzlei Schneider + Partner. Die Podiumsdiskussion „Simbabwe im Wandel? Über den Verfassungsprozess, die Blutdiamanten und das (Über-)Leben in Simbabwe“ von ESS, HaMuPa und Amnesty International informiert über die aktuelle Lage zu den genannten Themen. Die Filmvorführung „Robert Mugabe... What happened?“, organisiert von ESS, Amnesty International und dem Evangelischen Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit, und anschließende Diskussion mit dem Regisseur Simon Bright gibt einen Einblick in den Werdegang des ehemaligen Freiheitskämpfers und heutigen Diktators Mugabe.
Von Dezember 2011 bis März 2012 finden im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Tradition und andere Erfindungen: Zeitgenössische Kunst in Zimbabwe“ Programme mit Künstlerinnen und Künstlern aus Harare statt. Einige der beteiligten Künstler sind Stipendiaten in der Villa Waldberta, dem internationalen Künstlerhaus der Landeshauptstadt München.
Im Mai 2012 ist die Münchner Band Jamaram zum Harare International Festival of the Arts (HIFA) nach Simbabwe eingeladen, wo sie auf die Acoustic Night All Stars treffen - junge Musikerinnen und Musiker verschiedener Stilrichtungen, die einmal im Monat bei der sogenannten Acoustic Night in Harare zusammen kommen, um ihre neuen Songs zu präsentieren. Jamaram und die Acoustic Night Allstars treten zusammen auf dem HIFA-Festival auf.
 

2013: In dem Projekt „IT-Konzept für die Stadt Harare“ begleiten die zwei Münchner Experten die Konzeptumsetzung mit insgesamt drei Beratereinsätzen in Harare. Im April reist eine Münchner Stadtratsdelegation unter Leitung von Bürgermeister Hep Monatzeder nach Harare zur Fortführung des Stadtrats-Erfahrungsaustausches. Dazu finden Workshops über die Organisation der Stadtratsarbeit und über das kommunale Finanzwesen mit den Mandatsträgern aus Harare statt.
Ebenfalls im April wird in einem Planungsworkshop der Grundstein für ein neues, trilaterales Kooperationsprojekt mit Harare und Durban gelegt. Angestrebt ist eine Zusammenarbeit zu den Themen bürgerfreundliche Verwaltung und Einsatz von Geoinformationssysteme. Am 31. Juli 2013 finden in Harare zeitgleich Präsidentschafts-, Parlaments- und Stadtratswahlen statt. Die Wahlergebnisse sind umstritten: ein deutlicher Sieg Mugabes als Präsident und eine 2/3-Mehrheit seiner Partei ZANU Pf im Parlament. In den Stadtrat von Harare werden sieben ZANU Pf-Mitglieder und 39 MDC-Abgeordnete gewählt. Neuer Bürgermeister ist MDC-Mitglied Bernhard Mayenyeni. Mit der Befürchtung, es könnte wie bei früheren Wahlen wieder zu Gewalttaten und Einschüchterungen kommen, beobachten und begleiten Amnesty International und weitere bürgerschaftlichen Akteure der Städtepartnerschaft die Wahlen von München aus und organisieren am Wahltag einen LiveBlog mit Bürgern aus Harare, an dem auch Bürgermeister Monatzeder teilnimmt. Die Facebook- und Twitter-Nachrichten, Beobachtungen und Meinungen aus Harare werden auf einem LED-Tower am Odeonsplatz präsentiert. Im August findet eine zweiwöchige Bürgerreise nach Simbabwe und Harare statt, die ESS organisiert. Insgesamt nehmen 18 Münchnerinnen und Münchner teil.
Die Münchner Band Jamaram und die Acoustic Night All Stars aus Harare touren 2013 durch Deutschland.
 

2014

2014: Im März ist eine Delegation aus Münchens Partnerstadt Harare zur Wahlbeobachtung in der Landeshauptstadt auf. Zu Gast sind Hararer Stadtratsmitglieder und Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerorganisation CHRA. Sie informieren sich über das Kommunalwahlverfahren in Bayern und beobachten die Wahlen in München. Die Austauschmaßnahmen werden von deutschen Stiftungen - Hanns Seidel Stiftung in München und Konrad Adenauer Stiftung in Harare - finanziell unterstützt und fachlich begleitet. Mehr Informationen dazu hier.
Neben dem Programm zur Kommunalwahl fand am 15. März 2014 ein Ideenworkshop zur Städtepartnerschaft mit Harare statt. Auf diesem Workshop diskutieren die Gäste aus Harare gemeinsam mit „Städtepartnerschafts-Erfahrenen“ und „-Neulingen“ über zukünftige Maßnahmen und Projektideen beispielsweise in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Öffentlichkeitsarbeit und Abfallwirtschaft.
Das seit 2011 vom BMZ geförderte Projekt "IT-Konzept für die Stadt Harare" wird bis Juni 2015 verlängert. Ziel des Projekts ist es, die Arbeit in der Stadtverwaltung Harare transparenter und effektiver zu machen.
Von März bis September zeigen das Theater der Jugend und kuenda productions „Twenty.Fifteen“, eine Tanztheaterproduktion für Jugendliche mit Beteiligten aus Uganda, Harare und München.
Von Juli bis September sind sechs Gastkünstlerinnen und -künstler aus Simbabwe als Arts-in-Residence in der Villa Waldberta, dem internationalen Künstlerhaus der Landeshauptstadt München. Während der drei Monate arbeiten u.a. vier Musikerinnen und Musiker mit der Band Jamaram an einer gemeinsamen CD. Im Herbst 2014 reist eine Mitarbeiterin des DOK.fest München zum Zimbabwe International Film Festival (ZIFF) nach Harare, um dort deutsche Dokumentarfilme zu präsentieren. Dies ist der Auftakt zu einer mehrjährigen Kooperation zwischen dem Zimbabwe International Film Festival und Dok.fest network Africa, einem Projekt des DOK.fest München.

2015: Im Oktober reisen Stadtratsmitglieder nach Harare, um sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus der Partnerstadt zum kommunalen Finanzmanagement, zur Organisation der Stadtratsarbeit und zum Engagement des Stadtrats in den Stadtvierteln auszutauschen und um an der Abschlusskonferenz zum Projekt „IT-Konzept für die Stadt Harare“ teilzunehmen.
Im Rahmen des Stadtratsaustausches wird die neue Kooperationsvereinbarung zwischen den Partnerstädten unterzeichnet. Schwerpunkte der Vereinbarung bilden folgende Bereiche: Abfallwirtschaft, Energiegewinnung und Klimaschutz, Geoinformationssysteme, Informationstechnologie sowie Stadtratsarbeit.
Das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanzierte Projekt „IT-Konzept für die Stadt Harare“ ist im Oktober 2015 zum Abschluss gekommen. Fachleute aus der Münchner Stadtverwaltung sowie ein in Simbabwe geborener, aber in Deutschland lebender IT-Experte haben die Stadt Harare beim Aufbau einer IT-Struktur begleitet. Neben mehreren Beratereinsätzen und Schulungen in Harare, findet im August eine zweiwöchige Fach- & Vernetzungsreise für 5 Mitarbeiter aus Harare aus der IT-Division und dem Personaldepartement in München statt. Des Weiteren wird ein Handbuch erstellt, das die Vorgehensweise bei der Erhebung und Umsetzung von IT-Prozessen in der Stadtverwaltung Harare erläutert. Auf der Abschlusskonferenz im Oktober in Harare werden die Projektergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt und zusammen mit der Stadt Harare evaluiert.
Um künftig verstärkt zum Thema Geoinformationssysteme (GIS) zusammenzuarbeiten – wie auch in der Kooperationsvereinbarung vom Oktober 2015 festgehalten – bewarben sich die Partnerstädte 2015 erfolgreich mit einem Projekt für das Förderprogramm Nakopa des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das Projekt „Einsatz eines Geoinformationssystems in Harare“, das mit rund 90.000 € gefördert wird, sieht vor, bis Juni 2018 eine tragfähige Strategie für die Implementierung eines GIS in der Stadt Harare aufzustellen und ein regionales Know-How-Netzwerk zusammen mit den Städten Bulawayo (Simbabwe) und Durban (Südafrika) zu etablieren.
Im Mai 2015 erscheint die gemeinsame CD der Münchner Band Jamaram und der Acoustic Night All Stars aus Harare (Titel: Heavy Heavy). Das gemeinsame CD Release Konzert am 18.04.2015 im ausverkauften Backstage in München ist Höhepunkt und krönender Abschluss einer vierjährigen musikalischen Kooperation zwischen beiden Städten. Die Kooperation zwischen DOK.fest München network Africa und Zimbabwe International Film Festival wird fortgesetzt.