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Verona


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Verona - Italienische Partnerstadt



Verona - das Tor zum Süden. Diese Bedeutung hat die Stadt in Oberitalien heute für Tausende von Münchnerinnen und Münchnern, die im Sommer über den Brenner an die Adriastrände, in die Toskana oder noch weiter nach Süden reisen. Auch für die deutschen Könige des Mittelalters war Verona ein wichtiger Stützpunkt auf ihrem Zug nach Rom, wo sie die Kaiserwürde erlangen wollten.

 

Kurze Geschichte der Stadt

Doch Verona kann auf eine noch längere Geschichte zurück blicken. Schon in prähistorischer Zeit gibt es eine kleine Siedlung auf dem Hügel über der Etsch-Schleife. Später ist Verona ein Hauptsitz der keltischen Cenomanen. 89. v. Chr. wird der Ort römische Kolonie. An der Kreuzung wichtiger römischer Nachschubstraßen gelegen wächst Verona rasch zu einem bedeutenden Handelsplatz heran. Die Stadt wird befestigt, prächtige Bauten errichtet. Über zwei Jahrhunderte steht Verona in großer Blüte - nicht umsonst nennt man die Stadt an der Etsch zu dieser Zeit das "kleine Rom".

Völkerwanderung
Doch mit der Völkerwanderung brechen auch für Verona rauere Zeiten an. 403 belagern die Westgoten die Stadt und 452 verwüsten Attilas Hunnenscharen die gesamte Poebene. Aber Verona erholt sich von diesen Schicksalsschlägen. In den folgenden Jahrhunderten erwählen sich immer wieder Regenten Verona zu ihrer Hauptstadt. Der Ostgotenkönig Theoderich, der "Dietrich von Bern" der deutschen Sage, residiert auch in Verona. Der Langobarde Alboin lässt sich in der Stadt an der Etsch nieder und regiert von hier aus sein Reich. Ende des 8. Jahrhunderts gründet Karl der Große die Mark Verona und macht seinen Sohn Pippin zum König von Italien. Otto der Große schließlich trennt 952 die Mark Verona von Italien und schließt sie an Bayern an, um damit den deutschen Einfluss zu stärken.

Mittelalter
Ende des 10. Jahrhunderts entsteht in Oberitalien reges Wirtschaftsleben. Auch in Verona lebt der Handel auf. Gleichzeitig verändert sich das politische Bewusstsein der Veroneser, sie streben nach größerer Unabhängigkeit vom deutschen Kaiser. 1162 bildet sich die Veroneser Liga gegen Friedrich Barbarossa, dessen Heer 1164 erfolglos wieder aus Oberitalien abziehen muss. Diese Zeit wirtschaftlicher Blüte schenkt Verona eine Vielzahl neuer Bauten. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht gelangt die Stadt schließlich unter der Herrschaft die Skaliger (1262-1387). Verona wird zum kulturellen Zentrum nicht nur Oberitaliens. Dante findet hier aus Florenz kommend Zuflucht. Giotto, Pisanello und viele andere Künstler schaffen in Verona große Werke.
Nach dem Ende der Skaliger-Herrschaft steht die Stadt kurz unter mailändischem Einfluss. 1405 unterwirft sie sich der Republik Venedig. Trotz der politischen Abhängigkeit bleibt Verona ein eigenständiges kulturelles Zentrum. Vor allem der Maler Paolo Veronese und der Baumeister Sanmicheli erlangen große Bedeutung.

18. Jahrhundert
1796 erobert Napoleon Verona, 1797 fällt die Stadt mit Venedig an Österreich. Auch nach dem Wiener Kongress bleibt Verona unter habsburgischer Herrschaft und wird eine der wichtigsten österreichischen Festungen in Oberitalien. 1866 wird Verona dem Königreich Italien angeschlossen und teilt seither die Geschichte Italiens.


Politische, wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Stadt

Verona hat sich von den starken Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges gut erholt und ist in den letzten Jahrzehnten kräftig gewachsen. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz hat heute ca. 260 000 Einwohner. Schon immer an einer Schnittstelle des Ost-West- und des Nord-Süd-Verkehrs gelegen, hat sich Verona durch den Ausbau der Verkehrswege, besonders durch den Bau der Brennerautobahn, immer mehr zu einem Verkehrsknotenpunkt in Oberitalien entwickelt.


Wirtschaft

Die Stadt bildet den Hauptumschlagplatz für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse der fruchtbaren Poebene. Zu einer der bedeutendsten Messen ihrer Art gehört die Landwirtschaftsmesse in Verona. Angelockt durch die günstige Verkehrslage, haben sich auch zahlreiche Industriebetriebe im Großraum Verona niedergelassen. Von besonderer Bedeutung ist hier die Möbelindustrie, die unter anderem hervorragende Möbel im antiken Stil herstellt. Einen guten Namen hat auch der schon seit vielen Jahrhunderten nördlich der Stadt gebrochene Veroneser Marmor.

Kultur

Für Oberitalien stellt Verona auch ein kulturelles Zentrum dar. Die Stadt ist Sitz einer Universität und sie besitzt mehrere bedeutende Bibliotheken und Museen. Das Aushängeschild der Kulturstadt Verona sind natürlich die Opernfestspiele in der "Arena di Verona". Seit 1913 bestehend, locken sie alljährlich Tausende von Besuchern in die Stadt. Berühmtestes Wahrzeichen der Stadt ist neben den Opernfestspielen aber wahrscheinlich der Balkon, auf dem Romeo einst seine Julia küsste!


Ansprechpartner

Dieter Mack
Tel. (089) 233-9 25 61
Fax (089) 233-2 80 47
dieter.mack@muenchen.de