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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Die Amtskette der Münchner Bürgermeister, Stadtratsmitglieder


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Bürde, Ehre und Ansporn

Für ihre Träger sind sie Bürde, Ehre und Ansporn zugleich: Die Amtsketten der Münchner Bürgermeister und Stadtratsmitglieder.

Die Schmuckstücke stehen einerseits für die enge und verantwortungsvolle Verbundenheit der Bürgermeister/innen sowie berufsmäßigen und ehrenamtlichen Stadtratsmitglieder mit München, die damit sprichwörtlich "an die Kette gelegt" werden. Vor allem bilden die goldenen Ketten aber ein deutlich sichtbares Zeichen für die souveräne Amtsgewalt der gewählten Bürgervertreterinnen und -vertreter.

Getragen werden die Amtsketten nur zu besonders feierlichen Anlässen, wie zum Beispiel der Vereidigung des neugewählten Stadtrates.

Die Geschichte dieser Amtsketten geht bis ins Jahr 1818 zurück. Die damals erlassene Verordnung über "die Verfassung der Gemeinden im Königreich Baiern" gab München als Stadt erster Klasse (mit mehr als 200 Familien) seinen Magistrat und somit das Recht auf Selbstverwaltung zurück.

Als Zeichen der neugewonnenen Selbständigkeit durften die Bürgermeister "in ihrem Amte und bey allen öffentlichen Gelegenheiten" eine goldene Kette mit goldener, geprägter Medaille tragen.

Die Medaillen zeigten damals auf ihrer Vorderseite ein Brustbild des jeweiligen Königs, die Rückseite zierte das große Münchner Stadtwappen von 1818.

Nach dem Ende der Monarchie wurden die Medaillen so an der Kette angebracht, dass das Stadtwappen auf der Vorderseite zu sehen war, das Bild des Königs aber auf der Rückseite. Die historischen Medaillen befinden sich heute in der Sammlung des Münchner Stadtmuseums.

Die Medaillen mit dem letzten bayerischen König Ludwig III. blieben, unbeschadet von Revolution, Räterepublik und NS-Regime, als Symbole der Amtsgewalt Münchner Bürgermeister bis 1958 erhalten. Diesen Anachronismus räumte erst der damalige OB Thomas Wimmer aus. Er ließ, sparsam wie es die Nachkriegszeit erforderte, die beiden alten Medaillen einschmelzen, um neue gießen zu lassen. Das Bild des Königs wurde durch den Schriftzug "Landeshauptstadt München" ersetzt, als Wappen verwendete man das große Münchner Stadtwappen von 1865

Die dritten Bürgermeister, die sich bis dato noch mit der Amtskette eines ehrenamtlichen Stadtrats begnügen mussten, tragen seit 1960 eine eigene Bürgermeisterkette, die dem historischen Vorbild von 1818 nachempfunden ist.

Die eigentlichen Ketten des 1. und 2. Bürgermeisters mit reich verzierten Gliedern, sind bis zum heutigen Tag die Originale von 1818. Die Kette des Oberbürgermeisters bekam zudem 1980 erneut eine neue Medaille im Stil des 19. Jahrhunderts, entworfen und hergestellt vom Münchner Gold- und Silberschmiedemeister Albrecht Theodor "Burschi" Heiden, während die Ketten der beiden anderen Bürgermeister immer noch die Medaillen von 1958 zieren.

Die Stadtratsmitglieder tragen erst seit 1914 eine eigene Kette. Davor war für die ehrenamtlichen Räte eine Amtstracht vorgeschrieben, bestehend aus schwarzem Frack mit seidenen Kniebundhosen, Dreispitz und einem Degen.

Die Ketten, zunächst 60 Stück, wurden ebenfalls von der Firma Heiden angefertigt: 90 cm lang und aus 275 g vergoldetem Feinsilber. Die Erweiterung des Stadtparlaments von 60 auf 80 ehrenamtliche Mitglieder im Jahr 1982 machte die Anfertigung von 20 weiteren vergoldeten Ketten nötig, die traditionsgemäß wieder von der Firma Theodor Heiden ausgeführt wurde.

Die Medaillen der Stadtratsmitglieder zeigen vorne das große Stadtwappen, auf der Rückseite den Schriftzug "Landeshauptstadt München".

Seit 1960 ist es üblich, den scheidenden Oberbürgermeistern eine Nachbildung ihrer goldenen Amtskette als Geschenk zu überlassen.