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München leuchtet für Ugo Dossi


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(26.2.2014) In Anerkennung seiner künstlerischen Leistungen wurde jetzt Ugo Dossi mit der Medaille „München leuchtet – Den Freundinnen und Freunden Münchens“ in Silber ausgezeichnet. Oberbürgermeister Christian Ude überreichte dem Maler und Objektkünstler die Medaille gestern im Rathaus. „Es freut mich ganz besonders, dass ich Ihnen diese Medaille übergeben darf. Sie haben unsere Stadt mehrfach zum Leuchten gebracht“, so der OB.
Dossi wurde 1943 in München geboren. In den 1960er Jahren begann er sein Studium der Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in München, das er später an der Accademia di Brera in Mailand fortsetzte.  Nach dem Diplom folgte bereits 1969 eine erste richtungsweisende Ausstellung in der Münchner Galerie Leonhart: großflächige Farbwirbel, die Wände und Fußböden überzogen und durch Schwarzlicht zum Leuchten gebracht wurden.
Unter anderem durch seine multimedialen Installationen verschaffte sich Ugo Dossi internationales Renommee. 1979 erhielt er den Förderpreis im Bereich Bildende Kunst der Landeshauptstadt München. 1976 und 1987 war Dossi an der Documenta in Kassel beteiligt, 1986 und 2011 waren seine Arbeiten auf der Biennale in Venedig zu sehen. Daneben war er mit seinen Werken in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in namhaften nationalen und internationalen Museen und Institutionen so wie in vielen privaten und öffentlichen Sammlungen – unter anderem in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus – vertreten. Während seines langjährigen künstlerischen Schaffens befasste sich Dossi vor allem mit den Grenzbereichen zwischen Kunst und Psychologie sowie Kunst und Wissenschaft.
Das Münchner Kunstleben bereicherte Dossi nicht nur durch seine Werke. Als Ratgeber und Geburtshelfer war er in den 1980er Jahren an der Entwicklung der Künstlerwerkstatt in der Lothringer Straße 13, Münchens  innovativer Bühne für junge Kunst und künstlerische Experimente, beteiligt. Zudem wirkte Dossi bei der Schaffung der Atelierräume auf der Praterinsel mit. Darüber hinaus hatte sich der Künstler für die Entwicklung des Kunstparks Ost, der späteren Kultfabrik, stark gemacht und sich zuletzt vor allem bei der Bespielung des Ausstellungsraums WhiteBox engagiert. Dossi, der auf dem Gelände der Kultfabrik fast 20 Jahre lang ein eigenes Atelier unterhielt, gab dieses im vergangenen Jahr aufgrund der Entwicklung des gesamten Areals zum so genannten Werksviertel auf. Heute arbeitet der Künstler in einer ehemaligen Gewerbehalle am Riegsee bei Murnau.
Er bedauere, dass Dossi nun ins „Blaue Land“ gezogen sei, so Ude. Er hoffe jedoch, dass es Dossi genauso handhabe, wie einst Gabriele Münter und Wassily Kandinsky. Die beiden Künstler seien nur während der Sommermonate in Murnau anzutreffen gewesen, die übrige Zeit jedoch meistens in München.
An der Ehrung nahmen auch Haimo Liebich, Monika Renner (beide SPD) und Beatrix Burkhardt (CSU) aus dem Stadtrat teil.