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München leuchtet in Gold für Ottfried Fischer


Otfried Fischer mit OB Christian Ude  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

(25.4.2014) Mit der Medaille „München leuchtet – Den Freundinnen und Freunden Münchens“ in Gold ist heute Ottfried Fischer ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister Christian Ude überreichte ihm die Medaille im Rathaus. In seiner Laudatio würdigte Ude Fischers Leistungen als Kabarettist und Schauspieler. Zudem schätze er das Engagement Fischers als „politischer Mensch“.
„Du bist ein richtiges Kabarettgewächs“, sagte der OB anerkennend. Fischer habe im Bereich des Kabaretts Pionierarbeit geleistet. Dabei habe er zu Beginn seiner Karriere im „Hinterhoftheater“ auch städtische Themen aufgegriffen. Trotz seines Erfolgs als Solokünstler habe sich Fischer mit der Sendung „Ottis Schlachthof“ für viele Kollegen eingesetzt und ihnen die Chance geboten, erstmals vor Fernsehpublikum oder in Deutschland aufzutreten. Daneben habe Fischer jahrzehntelang erfolgreich als Schauspieler gewirkt. Zu seinen populärsten Rollen zählten „Der Bulle von Tölz“ und „Pfarrer Braun“. „So viel katholisches Einfühlungsvermögen hätte ich Dir gar nicht zugetraut“, kommentierte Ude Fischers Rolle als Geistlicher. Darüber hinaus wolle er aber auch „den politischen Menschen“ Fischer nicht unerwähnt lassen, betonte der OB: „Gerade, weil es heute nicht mehr üblich ist, dass Schauspieler und Kabarettisten Farbe bekennen. Du hast immer Farbe bekannt, ohne Dich einnehmen zu lassen. Das ist in Zeiten immer seichterer Fernsehunterhaltung immer seltener anzutreffen.“ Die Ehrung Fischers, bei der es sich um die letzte Ehrung in seiner Amtszeit als Oberbürgermeister handle, bilde für ihn einen krönenden Abschluss, erklärte Ude.
Fischer, der 1953 im niederbayerischen Ornatsöd zur Welt kam, besuchte bis zum Abitur das Maristengymnasium in Fürstenzell bei Passau. Nach dem Wunsch seines Vaters sollte er Anwalt werden, doch Fischer brach das Studium der Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität ab.
Fischers künstlerische Karriere begann in den 70-er Jahren auf der Bühne in einem Hinterhof an der Gabelsbergerstraße. Dort hatte er mit Günter Knoll und weiteren Freunden das „Hinterhoftheater“ gegründet. Seine ersten kabarettistischen Auftritte hatte er als Mitglied des Hausensembles „Machtschattengewächse“. Ab 1983 trat er zusammen mit Jockel Tschiersch mit den drei Programmen „Mattscheibchenweise kommerzwärts“, „Mit Gewalt komisch“ und „Störfall“ auf. 1989 feierte er seine Karriere als Solokabarettist mit dem Stück „Schwer ist leicht was“. Diverse Programme folgten: von seinem zweiten Solo „Was tun“ über „Wo meine Sonne scheint“ (2008) bis „Jetzt noch langsamer“ (2014).
Berühmt wurde Ottfried Fischer vor allem durch seine Tätigkeit bei Film und Fernsehen. 1982 stand er erstmals in der Komödie „Kampftag“ mit Werner Asam, Monika Baumgartner und Josef Bierbichler vor der Kamera, im selben Jahr auch bei Aufnahmen für die Fernsehserie „Zeit genug“ von Franz Xaver Bogner. In „Irgendwie und Sowieso“ und „Zur Freiheit“ folgten weitere Rollen in Bogner-Serien. Als Serienheld war der Schauspieler unter anderem im „Schwammerlkönig“ und in Produktionen wie „Ein Bayer auf Rügen“, „Der Pfundskerl“, „Der Bulle von Tölz“ und „Pfarrer Braun“ zu sehen.
Als Gastgeber in der Sendung „Ottis Schlachthof“, die zwischen 1995 und 2012 über 170 Mal ausgestrahlt wurde, lud Fischer sowohl etablierte Kabarett-Kollegen als auch neu entdeckte Talente ein. Damit bot der heute 60-Jährige auch jungen Nachwuchskünstlern eine geeignete Plattform.
An der Ehrung nahmen auch die Stadträte Haimo Liebich (SPD) und Walter Zöller (CSU) teil.
 

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