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Equal Pay Day 2017


Henrike Schwesig am Equal Pay Day  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Wann und wie ist der EPD entstanden, wie hat er sich entwickelt?

Nach den Streiks der Frauen in einer Automobilfabrik in Dagenham in England hat 1988 das internationale Frauen-Netzwerk BPW (Business and Professional Women) in den USA die „Red Purse Campaign“ (Initiative Rote Tasche) initiiert, um auf die international bestehende Lohnkluft hinzuweisen! Die roten Taschen stehen dabei für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen.

Das Netzwerk Business and Professional Women Germany griff diese Initiative auf und führte 2008 den EPD erstmals in Deutschland durch – eigentlich eine längst überfällige Aktion zur Unterstützung der Frauen!
Die bundesweite EPD-Offensive richtet sich vor allem an Akteurinnen der Wirtschaft, an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, an Selbstständige – insgesamt soll aber die breite Öffentlichkeit angesprochen werden!

In München engagieren sich seit 2008 verschiedenste Fraueninitiativen für den jährlichen Aktionstag und formierten sich 2011 zum EPD Aktionsbündnis München – bisher mit über 40 Bündnispartnerinnen!

Warum in Englisch, warum im März?

EQUAL PAY DAY (EPD) so kurz und prägnant ins Deutsche zu übersetzen, ist nicht möglich; daher bleibt es einprägsam in englisch und spiegelt zusätzlich auch die Internationalität des Themas wieder.
Das Datum markiert symbolisch den Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen, der in Deutschland derzeit bei 21 % - in Bayern sogar bei 25% - liegt. D.h. rein theoretisch arbeiten Frauen bis zum 18. März umsonst, während Männer schon seit Jahresbeginn für ihre Arbeit bezahlt werden. Damit bildet Deutschland eines der Schlusslichter in der EU, dort beträgt der durchschnittliche Entgeltunterschied ‚nur’ ca 17 %.

Was sind eigentlich die Ursachen von Entgeltunterschieden zwischen Frauen und Männern?

Die Gründe für die statistisch messbare Entgeltlücke sind vielfältig. Die drei wichtigsten sind:

  • Die traditionelle Aufgabenverteilung in der Familie und einige bestehende Rollenbilder, geschlechtertypische Berufswahl und Diskriminierung bei der Beförderung in Führungspositionen. Frauen und Männer verteilen sich auch nicht gleichmäßig über alle Berufsbranchen.
  • Frauen unterbrechen und/oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt häufiger und länger als Männer. Das zieht lebenslange Einbußen bei der Karriere- und Einkommensentwicklung nach sich. 
  • Typische „Frauenberufe“ werden gering geschätzt und schlecht bezahlt. In allen Branchen, insbesondere in den „Männerdomänen“ fehlen trotz gleichem oder sogar besserem Ausbildungsniveau häufig Frauen in gut dotierten Führungspositionen. Mangelnde Lohntransparenz und fehlende Kontrolle verhindern einen Abbau des Lohn- und Gehaltsunterschieds zwischen den Geschlechtern. 

Was ist meine Arbeit wert?

Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt 22 Prozent weniger als Männer. Erziehung und Pflege sind Berufe mit steigendem Bedarf und trotzdem sind sie im Vergleich schlecht bezahlt. Daher muss eine steigende Wertschätzung gegenüber diesen Berufen monetär, gesellschaftlich und qualitativ erreicht werden.
In den sogenannten „Männerberufen“ fehlen dagegen die Frauen – ganz besonders in Führungspositionen. Für eine bessere Durchmischung müssen diese Branchen für Frauen in Zukunft attraktiv und zugänglich sein.

Transparenz bei der Bezahlung

Die Bundesministerin Manuela Schwesig stellte Ende 2015 ihr Vorhaben für ein „Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern“ vor. Damit rückt die Umsetzung einer wichtigen Maßnahme zur Schließung der Gehaltslücke näher, nämlich eine gesetzliche Verpflichtung der Arbeitgeber zu einer Transparenz- und Auskunftspflicht bei der Bezahlung.
Lohntransparenz ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entgeltgerechtigkeit von Frauen und Männern. Es darf aber nicht die einzige Maßnahme sein und bleiben, denn die Ursachen für die Gehaltslücken zwischen den Geschlechtern sind vielfältig – dafür steht auch unsere Kampagne!

Und was können Sie tun?

Kommen Sie am 18.03.2017 zum Marienplatz.
Unterstützen Sie unsere aufklärende Kampagne durch Ihr Interesse, informieren Sie sich intensiv über das Thema, machen Sie mit, seien Sie dabei! So können wir zusammen etwas verändern, – für Frauen! Aber auch für Männer und deren Töchter, Mütter, Ehefrauen und Freundinnen!


Wer ist für den Aktionstag in München verantwortlich?

Initiatorin für den EPD 2017 ist die Stadtratskommission zur Gleichstellung von Frauen zusammen mit dem BPW Club München und dem Stadtbund Münchner Frauenverbände. In dem Aktionsbündnis sind auch die Gleichstellungsstelle für Frauen der Landeshauptstadt München, die Frauenorganisationen der Parteien, des DGB, die Münchner Frauennetzwerke und viele andere Frauenorganisationen vertreten.


Wo gibt es bundesweit EPD-Infos und Unterstützung?

Unterstützt durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, gibt es seit 2011 die ganzjährig tätige zentrale Business and Professional Women Geschäftsstelle für Entgeltgleichheit. Sie bietet Informationen rund um das EPD Thema und veranstaltet auch bundesweite EPD-Foren, um dadurch MultiplikatorInnen auf das aktuelle Schwerpunktthema vorzubereiten und so den Aktionstag in ganz Deutschland zu unterstützen.