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Antidiskriminierung


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Angebote der persönlichen Beratung

Die Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen hat vom Stadtrat den Auftrag erhalten, für die Gleichstellung und Antidiskriminierung von Lesben, Schwulen und Transgendern zu arbeiten. Dies beinhaltet auch das Angebot persönlicher Beratung, wenn Diskriminierungserfahrungen gemacht werden. 

Zahlen, Daten, Fakten

Die Koordinierungsstelle hat 2004 eine Studie mit dem Titel: „München unter'm Regenbogen: Lesben und Schwule in München“ durchgeführt. An dieser Studie haben 2.512 Lesben und Schwule teilgenommen.
Ein Teil dieser Studie hat sich mit den Ausgrenzungs-, Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen von Lesben, Schwulen und Transgendern und deren Situation in der Arbeitswelt befasst.

Zusammenfassung der Ergebnisse unserer Studie für diesen Bereich:

Zwei zentrale Ergebnisse in diesem Bereich sind besonders beeindruckend:

  1. Die Gesamtzahl der von Benachteiligung, Ausgrenzung und / oder Gewalt aufgrund der eigenen Homosexualität selber betroffenen Lesben und Schwulen ist extrem hoch: mehr als 80 % der Befragten haben angegeben, über solche Erfahrungen zu verfügen.
  2. Leider verändert sich diese Zahl nicht wesentlich, wenn man die Angaben nach Altersstufen getrennt betrachtet. Entgegen der häufig und gerne vertretenen Ansicht, die Benachteiligung von Lesben und Schwulen habe in den letzten Jahren nachgelassen, bleiben die Prozentpunkte in allen Altersgruppen ähnlich hoch. Würde die These der verbesserten Situation von Lesben und Schwulen tatsächlich stimmen, so müsste aber zumindest in der Altersstufe der unter 25-jährigen eine abnehmende Tendenz feststellbar sein, was aber nicht in einem bedeutenden Umfang der Fall ist.

Hier einige der Ergebnisse im Detail:

Beschimpfungen und Verächtlichmachungen erlebten mehr als 61 % der schwulen Männer.
Opfer körperlicher Gewalt wurden mehr als 21 % der Befragten.
Psychischen Druck haben fast 39 % der schwulen Männer erlebt.
In der eigenen Familie wurden fast 1/3 aller Betroffenen benachteiligt oder abgelehnt.
Immerhin fast 43 % der Schwulen geben an, innerhalb ihres heterosexuellen Freundeskreises negative Erfahrungen aufgrund ihrer Homosexualität gemacht zu haben.

Im Bereich der Arbeitswelt geben 15 % an, vom Kollegenkreis benachteiligt oder ausgegrenzt worden zu sein. Die Arbeitgeber schneiden noch etwas schlechter ab, 21,6 % der Betroffenen haben aufgrund der Homosexualität negative Erfahrungen mit dem Arbeitgeber gemacht, immerhin 27 % geben an, dass sie aufgrund ihres Schwulseins Nachteile bei der beruflichen Entwicklung hinnehmen mussten.

Die Tatsache, dass über 60 % der Schwulen Situationen kennen, in denen sie große Angst erlebt haben, als homosexuell erkannt zu werden, ist auch deshalb so bedenklich, weil sie deutlich darauf hinweist, wie wenig selbstverständlich Schwulsein auch heute noch ist.

Die Werte bei der Frage nach sexueller Belästigung am Arbeitsplatz sind ebenfalls beachtlich. Bedenkt man, dass Männer in der Regel eher nicht die Opfer sexueller Belästigung sind, erscheint der Wert von 14,2 % bei den schwulen Männern doch sehr hoch.

Mehr als 60 % der Lesben kennen verbale Angriffe, knapp 12 % haben bereits körperliche Gewalt aufgrund ihrer Homosexualität erlebt. Fast 40 % der Frauen geben an, unter Einschüchterung, Psychoterror oder Bedrohung gelitten zu haben, etwa gleich viele Lesben wurden in ihren Familien ausgegrenzt oder benachteiligt.
Fast die Hälfte aller befragten Frauen hat ausschließlich aufgrund der eigenen Homosexualität negative Erfahrungen im heterosexuellen Freundeskreis gemacht!

Befragt, welche Erfahrungen Lesben speziell in der Arbeitswelt machen, haben ca. 17 % angegeben, im Umgang mit dem Kollegenkreis negative Erlebnisse zu kennen, im Kontakt mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern sind es bereits fast 22 %, ebenso viele schätzen ein, aufgrund ihrer Homosexualität Nachteile bei der beruflichen Entwicklung erfahren zu haben.
Auch bei den Lesben ist die Zahl derer, die Angst und Druck erlebt haben, dass sie als homosexuell erkannt werden könnten, mit fast 57 % sehr hoch.
Besonders schlimm erscheint die hohe Zahl jener Frauen, die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt haben, jede fünfte Lesbe kennt solche Übergriffe.

Obige Zahlen müssen sowohl bei den Lesben wie auch bei den Schwulen in dem Licht betrachtet werden, dass die Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen speziell in Bezug auf die eigene Homosexualität abgefragt wurden. Dies bedeutet, dass nur aufgrund einer sich von der Mehrheit unterscheidenden sexuellen Identität mannigfaltige Erfahrungen mit Ausgrenzung, Benachteiligung und Gewalt gemacht werden – und dies in den unterschiedlichsten, auch privaten Lebensbereichen.

Eine ausführliche Darstellung der Studie finden Sie hier: Unterm Regenbogen - Lesben und Schwule in München (PDF, 296 KB)
Weiterführende Informationen zum Thema Diskriminierung sind hier eingestellt: Wissenswertes


Unser Angebot: persönliche Beratung


Sie können sich an uns wenden, wenn

  • Sie als städtische Mitarbeiterin, als städtischer Mitarbeiter am Arbeitsplatz Benachteiligungs- oder Ausgrenzungserfahrungen machen / gemacht haben
  • Sie als Münchner Bürgerin oder Bürger diesbezügliche Probleme mit der Stadtverwaltung haben
  • Sie als Kollegin / Kollege oder Führungskraft entsprechende Wahrnehmungen haben und Unterstützung beim weiteren Vorgehen wünschen


Für alle anderen aufgrund ihrer sexuellen Identität von Diskriminierung betroffenen Menschen bieten wir ein Erstgespräch zur Klärung der Situation und Vermittlung weiterer Hilfen an.

Die Beratung unterliegt strenger Vertraulichkeit, auf Wunsch kann sie auch anonym erfolgen. Die Gespräche unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht gem. § 203 StGB.
Die Beratung der Koordinierungsstelle ist ergebnisoffen. Über das Beratungsgespräch hinausgehende Maßnahmen finden nur statt, wenn die Betroffenen dies wünschen und damit einverstanden sind.

Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München hat in der Allgemeinen Geschäftsanweisung verfügt, dass die Beratung für städtische Kolleginnen und Kollegen auf Wunsch auch innerhalb der Arbeitszeit stattfinden kann.