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Ein Glossar zur sexuellen und geschlechtlichen Identität


Viele Begriffe auf Regenbogen-Hintergrund  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
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Wörter, Begriffe, Bedeutungen

Das Glossar der Koordinierungsstelle gliedert sich in die Bereiche „Sexuelle Identität“, „Geschlechtliche Identität“ und „Weitere wichtige Begriffe“. Es ist daher nicht durchgängig alphabetisch geordnet sondern fasst Begrifflichkeiten zusammen, die in einem inneren Zusammenhang zueinander stehen.

Im Sprachgebrauch für die Themen sexuelle und geschlechtliche Identität gibt es eine Vielzahl von Begriffen für unterschiedlichste Inhalte. In den aktuellen Diskursen werden diese Begriffe nicht immer einheitlich verwendet. Teilweise gibt es auch sich widersprechende Einstellungen zu den Begriffen. Dieses Glossar dient dazu, einen möglichst einheitlichen Sprachgebrauch und ein übereinstimmendes Begriffsverständnis innerhalb der Landeshauptstadt München zu ermöglichen.

LGBTI*

International gebräuchliche Abkürzung für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Inter* (Lesbian, Gay, Bisexual, Trans*, Inter*).
Die Abkürzung wird häufig in Kombination mit anderen Begriffen verwendet („LGBTI*-Community“, „LGBTI*-Feindlichkeit“ usw.), kann aber auch für sich alleine stehen (z.B. „LGBTI* haben im Alter aufgrund ihrer Lebensgeschichte oft andere Bedürfnisse als heterosexuelle Menschen“)
Im deutschsprachigen Raum wird auch das Akronym LSBTI* verwendet.

Genderstern *

Der sogenannte Genderstar (oder Genderstern) wird verwendet, um die Vielzahl möglicher sexueller und geschlechtlicher Identitäten zu symbolisieren, die sich hinter Bezeichnungen verbergen können (z.B. Mitarbeiter*in, trans*, inter*)

Sexuelle Identität / Ausrichtung

Die heute gängige offizielle Bezeichnung dafür, zu welchem Geschlecht sich ein Mensch emotional und sexuell hingezogen fühlt („Geschlechtspartner*innen-Identität“). In Gesetzestexten wie z.B. dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und EU-Richtlinien, werden diese Begriffe verwendet.

Sexuelle Identitäten sind z.B. Heterosexualität, Bisexualität, Lesbisch- oder Schwulsein.

Untersuchungen schätzen die Zahl der Menschen mit einer LGBTI*- Identität auf ca. 5-7%. Dies bedeutet z.B., dass in einer Schulklasse mit 30 Schüler*innen 1 -2 davon LGBTI* sind. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Bevölkerungsanteil in den Großstädten höher ist, da viele Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Inter* aufgrund der dort vorhandenen Infrastruktur in Großstädte ziehen.

Sexuelle Orientierung

Veralteter Ausdruck für die sexuelle Identität / Ausrichtung. Er ist auch deshalb kritisch zu sehen und sollte nicht mehr verwendet werden, weil er den Eindruck erweckt, die sexuelle Identität wäre eine Frage der Orientierung, also frei wählbar.

Bisexuell

Menschen, die sich sexuell und/oder emotional zu beiden Geschlechtern hingezogen fühlen. Bisexuelle Menschen sind oftmals dem Vorurteil ausgesetzt, „sich nur nicht entscheiden zu können“. Demgegenüber ist Bisexualität als eigene sexuelle Identität zu sehen, die besonderen Herausforderungen ausgesetzt ist. Bisexuell zu sein bedeutet nicht, zwei Beziehungen parallel zu führen, dies kann aber vorkommen. Auch hier gibt es viele verschiedene Lebens- und Beziehungsstile.

Heterosexuell

Sexuelle Identität, bei der Liebe, Romantik und sexuelles Begehren ausschließlich für Personen des anderen Geschlechts empfunden werden.

Homosexuell

Begriff für Liebe und Begehren zwischen Menschen des gleichen Geschlechts. Er wurde hauptsächlich für Männer verwendet. Der Begriff wird heute noch von älteren Menschen als Selbstbezeichnung verwendet. Da er verbunden wird mit einer Pathologisierung gleichgeschlechtlicher Liebe, wird er mittlerweile mehr und mehr abgelehnt und immer weniger verwendet.

Lesbisch / Lesbe

Sexuelle Identität von Frauen, bei der Liebe, Romantik und sexuelles Begehren ausschließlich für Personen des gleichen Geschlechts empfunden werden. Eine lesbische Frau liebt und begehrt Frauen. Der Begriff „Lesbe“ bzw. „lesbisch“ wurde lange Zeit als Schimpfwort gebraucht. Er wurde von der Lesbenbewegung emanzipativ neu besetzt und dient heute als positive und selbstbewusste Selbstbezeichnung für lesbische Frauen.

Trotzdem wird der Begriff „Lesbe“ oft noch in abwertender Weise als Schimpfwort verwendet.

Schwul / Schwuler

Sexuelle Identität von Männern, bei der Liebe, Romantik und sexuelles Begehren ausschließlich für Personen des gleichen Geschlechts empfunden werden. Ein schwuler Mann liebt und begehrt Männer. Der Begriff „Schwuler“ bzw. „schwul“ wurde von der Schwulenbewegung emanzipativ neu besetzt und dient heute als positive und selbstbewusste Selbstbezeichnung für schwule Männer.

Trotzdem wird der Begriff „Schwuler“ oft immer noch in abwertender Weise als Schimpfwort verwendet.

Heteronormativität

Heteronormativität beschreibt die (weitgehend) unreflektierte gesellschaftliche Norm des ausschließlich gegengeschlechtlichen Begehrens (Heterosexualität), die als naturgegeben angesehen wird. Heteronormativität erhebt somit den Anspruch, zu bestimmen, was als „normal“ für die Menschen in einer Gesellschaft gilt. Diese Annahme, dass grundsätzlich alle Menschen heterosexuell seien, wird in allen Lebensbereichen wirksam (Werbung, Schulbücher, Filme, Verkehrszeichen usw.) und ist tief in den Menschen verwurzelt. Heteronormatives Handeln geschieht häufig unbewusst.

Durch Heteronormativität entsteht Ausgrenzung von nicht-heterosexuellen Menschen.

Beispiele: In einem vertraulichen Gespräch mit einer Jugendlichen vermuten Sie Liebeskummer bei dieser. Die Frage „Hast du Probleme mit deinem Freund?“ ist heteronormativ gestellt. Die Frage: „Hast du Probleme in deiner Beziehung?“ oder „Hast du Liebeskummer?“ lässt die sexuelle Identität des Mädchens offen und eröffnet auch für LGBTI*-Jugendliche einen besseren Zugang.

„Homo-Ehe“

Umgangssprachliche aber sachlich nicht korrekte Bezeichnung ursprünglich für die „Eingetragene Lebenspartnerschaft“ nach dem „Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG)“ von 2001.

Mit Einführung der sog. „Ehe für alle“ im Jahr 2017 wurden gleichgeschlechtliche Paare im Eherecht den verschiedengeschlechtlichen Paaren gleichgestellt. Dies bedeutet, dass es mittlerweile nur noch das rechtliche Konstrukt „Ehe“ gibt, unabhängig vom Geschlecht der beiden Partner*innen.
Der Begriff „Homo-Ehe“ wird als diskriminierend empfunden, da er der gleichgeschlechtlichen Ehe einen Sonderstatus zuweist. Für verschiedengeschlechtliche Ehen gibt es eine solche Bezeichnung nicht.

Geschlechtliche Identität

Die Geschlechtsidentität ist das individuelle Erleben, einem bestimmten Geschlecht anzugehören.

Geschlechtsrollenidentität

Die Geschlechtsrollenidentität beinhaltet Rollenverhalten und Rollenerwartungen, die vor allem durch Erziehung und Umwelt erworben werden (wie habe ich mich als Mann/als Frau zu verhalten, was wird von mir als Mann/als Frau erwartet).

Geschlechtsdysphorie

Neuer Begriff für Transidentität (ICD 11), der den Fokus mehr auf den Leidensdruck der Betroffenen legt, welcher durch die gesellschaftlichen Bedingungen entsteht. Damit sollen bisherige Begriffe, die eher pathologisierend waren, abgelöst werden (z.B. Geschlechtsidentitätsstörung). Bevorzugt wird der Begriff "Variante der Geschlechtsentwicklung", da er jede Pathologisierung vermeidet.

Inter*geschlechtlich / inter*sexuell / inter*

Dieser Begriff bezeichnet Menschen, die durch genetische, anatomische oder hormonelle Merkmale nicht eindeutig dem weiblichen oder dem männlichen Geschlechtsmerkmal zugeordnet werden können. Teilweise sind sowohl als weiblich wie auch als männlich definierte Geschlechtsmerkmale in der gleichen Person bei Geburt angelegt.

Betroffene Menschen bezeichnen sich selbst als intersexuelle, inter*geschlechtliche oder Inter*Menschen. Die Schreibweise Inter* verdeutlicht mit dem Stern die Vielfalt der Identitäten.

„Es gibt in Deutschland keine offizielle Statistik über den Anteil intergeschlechtlicher Menschen an der Gesamtbevölkerung. Wissenschaftliche Schätzungen variieren zwischen 0,021 und 1,7 Prozent2 – je nachdem, wie viele Formen von Intergeschlechtlichkeit berücksichtigt werden. Das heißt, dass möglicherweise etwa jedes 60. neugeborene Kind intergeschlechtlich ist. Auf jeden Fall gibt es mehr inter* Personen in Deutschland, als es scheint. Denn viele Menschen legen ihre Intergeschlechtlichkeit nicht offen, um sich vor Diskriminierung zu schützen. Häufig wissen Personen auch nicht, dass sie intergeschlechtlich sind.“ (BMFSFJ, www.regenbogenportal.de)

„Zwitter“ oder „Hermaphrodit“ sind abwertende Begriffe für Inter*, werden allerdings teilweise in der Community der Inter*-Menschen als positiv besetzte Selbstbezeichnung umgedeutet. Im städtischen Sprachgebrauch sind sie nicht zu verwenden, da sie dennoch häufig verletzend wirken können.

Transsexuell (Transsexualität)

Menschen, die sich nicht ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht zugehörig fühlen und eventuell im Laufe ihres Lebens ihre Geschlechtsidentität und / oder ihren Geschlechtsausdruck angleichen.

Nicht alle trans* Personen halten den Begriff „Transsexuell“ für zutreffend, da er zu sehr auf Sexualität abstellt. Es haben sich daher weitere Bezeichnungen gebildet.

„Schätzungen zum Anteil transgeschlechtlicher Menschen an der Gesamtbevölkerung unterscheiden sich danach, welche Definition von Transgeschlechtlichkeit ihnen zugrunde liegt. Werden nur jene Menschen gezählt, die die Diagnose "Transsexualität" erhalten und medizinische Behandlungen in Anspruch nehmen, ergibt sich ein Anteil von knapp fünf pro 100.000 Einwohner_innen. Fragt man dagegen danach, wer sich nicht oder nur zum Teil mit seinem männlichen oder weiblichen Geschlechtseintrag identifiziert, liegt der Anteil bei etwa einem bis vier Prozent.“ (BMFSFJ, www.regenbogenportal.de)

Transident (Transidentität)

Der Begriff „Transident“ legt den Schwerpunkt demgegenüber auf Fragen der (geschlechtlichen) Identität.

Transgender

Oberbegriff für verschiedene Trans*-Identitäten.
Transgender wird oftmals gleichbedeutend zu transident/transsexuell verwendet. Der Begriff Transgender dient Personen auch als Selbstbezeichnung, um sich nicht im binären Geschlechtersystem einordnen zu müssen.

Trans*

Diese Schreibweise wird bevorzugt benutzt, um die Bandbreite der Möglichkeiten im Trans*Bereich zu zeigen. Sie schließt alle ein, die sich ganz oder zum Teil nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht zugehörig fühlen oder sich nicht entscheiden wollen oder können.

Transition / Geschlechtsangleichung / Trans*Weg

Die Angleichung des biologischen Geschlechts an das empfundene Geschlecht wird als Transition oder Geschlechtsangleichung bezeichnet. Der manchmal verwendete Begriff der Geschlechtsumwandlung ist falsch, da keine Umwandlung erfolgt, sondern eine Angleichung des Körpers und/oder des Geschlechtsausdrucks (Namen, Kleidung, etc.) an das empfundene Geschlecht Er wird von der Trans*-Community abgelehnt und sollte daher nicht verwendet werden.

Neben sozialen Aspekten wie Auftreten, bevorzugte Anrede und anderen lebenspraktischen Anpassungen, können auch rechtliche (z.B. Namens- und Personenstandsänderung) und medizinische (z.B. Hormonbehandlungen und Operationen) Maßnahmen den Weg der Transition begleiten.

Die Geschlechtsangleichung wird auch als Trans*-Weg bezeichnet, der meist viele Jahre dauert.

Cis

Bezeichnet einen Menschen (Cis-Frau / Cis-Mann), bei dem die empfundene Geschlechtsidentität mit den körperlichen Geschlechtsmerkmalen / mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. Dies trifft auf die meisten Menschen zu. Cis beschreibt somit das Gegenteil zu Trans*.

Transfrau

Eine Frau, der bei der Geburt das Geschlecht „männlich“ zugewiesen wurde, die sich diesem Geschlecht aber nicht zugehörig fühlt und sich als weiblich identifiziert.

Transmann

Äquivalent zu Transfrau. D.h. ein Mann, dem bei der Geburt das Geschlecht „weiblich“ zugewiesen wurde, also mit weiblichem Erscheinungsbild geboren wurde, sich aber als „männlich“ definiert.

Transvestit (Transvestismus)

Person, die die gegengeschlechtliche Rolle zeitweise im Alltag (z.B. Mann in Frauenkleidern) lebt. Wird auch Crossdresser genannt. Transvestismus kann möglicherweise – in wenigen Fällen – auch eine Vorstufe zur Trans*Identität sein.

Travestie

Travestie hat nichts mit Trans*Identität zu tun sondern bezeichnet die Darstellung einer Bühnenrolle durch die Person eines anderen Geschlechts. Im täglichen Leben wird das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht gelebt.

Es handelt sich also um eine Kunst- und Bühnenform, die mit der Darstellung von Geschlechterformen spielt.

Weitere wichtige Begriffe

Binäres / nonbinäres Geschlechtersystem

Das binäre Geschlechtssystem geht davon aus, dass es „Frauen“ und „Männer“ gibt und keine weiteren geschlechtlichen Zuordnungen oder Zwischenformen. Ähnlich wie bei der Heteronormativität erzeugt dies hohen Druck auf Menschen, die mit den geschlechtlichen Zuordnungen verbundenen Erwartungen zu erfüllen. Man nennt dies auch Cis-Normativität.

Seit einigen Jahren wächst die Gruppe jener Menschen, die sich dieser Zuordnung und diesem Druck entziehen (wollen) und sich als „nonbinär“ empfinden und bezeichnen. Sie nehmen also bewusst keine Zuordnung vor, männlich oder weiblich zu sein.

Nonbinär ist somit ein Oberbegriff für Menschen, die sich nicht in das strenge binäre Geschlechtersystem einordnen können oder wollen.

Coming-out

Der Prozess der Bewusstwerdung der eigenen sexuellen Identität als Lesbe, Schwuler oder bisexueller Mensch bzw. der eigenen Geschlechtsidentität als Trans* oder Inter*, die schrittweise Identifizierung damit sowie der Umgang mit der eigenen Identität gegenüber dem sozialen Umfeld. Das Coming-out ist ein selbstbestimmter Prozess, im Gegensatz zum „Outing“, das von dritten Personen oftmals gegen den Willen der betreffenden Person initiiert wird. Deshalb spricht man auch oft von einem Zwangsouting.
Das Coming-out wird in 4 Phasen beschrieben:
- Phase des inneren Coming-out
- Phase der Stigmavermeidung
- Phase der Selbstannahme
- Phase des äußeren Coming-out

Das Coming-out wird als lebenslanger Prozess beschrieben, da ein sich zur eigenen Identität bekennen immer einen normabweichenden Zustand herstellt, der als unangenehm oder mindestens als spürbar erlebt wird.

CSD

Abkürzung für Christopher-Street-Day. Dieser ist eine politische Demonstration (Parade), bei der sich viele Menschen für die Akzeptanz und Anerkennung von LGBTI*-Lebensweisen einsetzen. Die Bezeichnung CSD ist vor allem in Deutschland und der Schweiz üblich. Weitere Namen sind: (Gay) Pride oder Regenbogenparade. In München findet der CSD jährlich meist am zweiten Wochenende im Juli statt.

Die Geschichte: 1969 setzten sich Schwule, Lesben und Transgender gegen eine Razzia im Szene-Lokal „Stonewall Inn“ in der New Yorker Christopher-Street zur Wehr und demonstrierten gegen die damalige Polizeiwillkür gegenüber LGBTI*.

Gender

Der Begriff stammt aus dem englischen, dort wird unterschieden zwischen dem körperlichen Geschlecht („sex“) und dem sozialen Geschlecht („gender“). Gender bezieht sich also vor allem auf die Frage, wie „Mann-sein“ oder „Frau-sein“ sozial (gesellschaftlich) konstruiert wird.

Homophobie / Trans*-Phobie

Negative, abwertende und ausgrenzende Haltungen und Verhaltensweisen gegenüber LGBTI* werden häufig als Homophobie oder Trans*-Phobie bezeichnet. Der Begriff zielt stark darauf ab, dass diese Verhaltensweisen durch Ängste (Phobien) verursacht werden.

LGBTI*-Feindlichkeit

Aktueller und deutlicher ist der Begriff der LGBTI*-Feindlichkeit, da er die Tatsache der Feindseligkeit klarer benennt. Er schließt politische und religiöse Einstellungen, die bewusst gegen LGBTI* gerichtet sind, mit ein.

Queer

"Queer" wird in unterschiedlichen Kontexten und Bedeutungen verwendet und hat daher keine eindeutige inhaltliche Belegung.

Einerseits dient „Queer“ als Begriff, unter dem verschiedene sexuelle und geschlechtliche Identitäten zusammengefasst werden (LGBTI...*), unabhängig davon, ob es tatsächlich Berührungspunkte zwischen diesen Gruppen gibt. Oft wird „Queer“ als Sammelbegriff für alle nicht-heterosexuellen und nicht-cis Identitäten verwendet.

Andererseits dient „Queer“ als Begriff in der wissenschaftlichen Diskussion um die soziale Konstruktion / Dekonstruktion von Geschlecht und Identität („Queer Studies“).

Zum Dritten wird der Begriff auch als eine emanzipatorische Selbstbezeichnung einer Gruppe von Menschen verwendet, die sich nicht den für sie zu starren Geschlechts- und Identitätsvorstellungen der Mehrheitsgesellschaft (auch in der schwullesbischen Community) zuordnen mögen.

Kritisiert wird am Queer-Begriff einerseits die Mehrdeutigkeit und insbesondere auch die Tatsache, dass er als Sammelbegriff die einzelnen Gruppen und Identitäten unsichtbar macht, die sich dahinter verbergen. Dies ist insofern von Bedeutung, als die unterschiedlichen Gruppen durchaus unterschiedliche Geschichten, Bedarfe, Vorstellungen und auch Lebensbedingungen haben. So wäre es z.B. falsch, in Diskussionen über den § 175 RStGB von der Verfolgung queerer Männer zu sprechen. Es ging in dieser Zeit um die Verfolgung von homosexuellen Männern.

Regenbogenfahne

Ein internationales Symbol für die LGBTI*-Bewegung und ihren Kampf um Akzeptanz und Gleichberechtigung. Mit ihren Farben rot-orange-gelb-grün-blau-violett gilt sie heute als Zeichen für die bunte (frohe) Vielfalt der Community. Sie weht auf dem Christopher-Street-Day, klebt als Aufkleber auf Fahrrädern und Autos oder im Schaufenster von Geschäften, die zeigen wollen, dass sie „LGBTI*-freundlich“ sind. Gilt auch als ein Erkennungsmerkmal innerhalb der LGBT*-Community.

Sie wurde von dem amerikanischen Künstler Gilbert Baker 1978 entwickelt. Die Farben stehen symbolisch für:

  • Rot = „Leben“

  • Orange = „Gesundheit“

  • Gelb = „Sonnenlicht“

  • Grün = „Natur“

  • Königsblau = „Harmonie“

  • Violett = „Geist“

Regenbogenfamilie

Familie mit Kind(ern), in der mindestens ein Elternteil lesbisch, bi, schwul oder trans* ist. Hier gibt es verschiedene Konstellationen: ein Frauenpaar mit Kind(ern), ein Männerpaar mit Kind(ern), ein Frauenpaar mit einem schwulen Mann als Vater und dem/n gemeinsamen Kind(ern), ein Frauenpaar und ein Männerpaar mit dem/n gemeinsamen Kind(ern) usw.